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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-01-19 · Heft 9 (19.1.1839) · p. Seite 35

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 9 (19.1.1839)
Date
1839-01-19
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
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Conzerte, und fand allgemeine Bewunderung. Die Thekl- "nähme wird hier nicht von der Religion beschränkt, wie es anderswo noch bisweilen der Fall zu sein scheint. . - . ' ■ ■ \ y. f. m. S o S! c 11 i|l t f. Der Stab aus dem Paradiese. Eine Legende nach den Midraschim. (Fortseßung aus No. 149 des vor. I.) III. I.. Als J ako-b lag im Sterben, Joseph an seines Lagers Fuß — Der Trennung Schmerz, den herben. Bewährte seiner Lhränen Naß — Da ließ aus einem Schrein . Jakob den Stad sich geben. Der blühte Fleckenrein Noch stets mit vollem Leben — Zu treuer Liebe Lohne Reiche er ihn dem getreuen Sohne. Als Joseph lag im Sterben, Umgab ihn Pharo's Schranzenschaar, Der wollt er nicht vererben Den Stäb — die Brüder hielt Gewalt: Da nahm vom goldnen Küsten Pharo den Stab mit Hohn: ,,Du wirst ihn nicht vermissen, Drum nehm' ich ihn zum Lohn — Er wird mich mehr ergötzen, Als Irgendwas von Deinen Schätzen!" Da^fiel die Blüthenfülle Don dem geraubten Stabe ab, Unscheinbar ward die-Hülle, AuS der nicht Wohlgcruch mehr drang: Doch da die Kunde blieb Von seinen Wundcrmächten, Und als "die Flucht betrieb Pharo den treusten Knechten, Da trug Röuel fliehend Den Stab davon, nach Midian ziehend. Dort pflanzt er ihn im Garten, ’ Zur Wacht, im hellsten Sonnenschein,, Und ob trotz Pfleg' und Warten Der Stab doch keine Blüthen treibt, Greift Wurzel er ümweg Im Schooß der Mutter Erde, Daß wer heraus-ihn zog'/ Wohl nicht gefunden werde: So-steht er lange Zeiten, Bei Weh und Luft, bei Fried' und Streiten In der Unkunö'gen Hand ist die Erkennrniß ' Ein todter Schatz: Doch wahren sie zukünftigem Ve'rständniß Den todten Schatz. IV. Zipora lächelt schalkhaft: „Sie mühen sich vergebens! Den dürren Wunderstab,' mit aller Kraft des StrebenS Zieht Niemayd ihn heraus aus seiner Wurzeln Grund, Kaum macht ihr mächtig Ringen ein leises Beugen kund." , Zipora lächelt schalkhaft: sie hat ihn überlistet Den weisen Priester Äith ro, ' mit Klugheit ausgerüstet — Da er sie zwingen wollte zu ihr verhaßter Eh', Ob sie auch dem entgegen empfand ein tiefes Weh! Sie lächelte so schalkhaft, und sprach mit süßem Munde: „Ich will mich, Vater, gern versteh'n zum Ehebunde, Doch muß mir mein Gemahl als werthe Morgengab' Erst bringen aus dem Garten den dürren, alten Stab." Sie konnte schalkhaft lächeln: der Vater hielt's für leichte, Und selber lächelnd bald das Haupt zum Jawort neigte — Und Fürsten fern und nah, sie ziehen bald heran. Doch keiner hebt den Stab, und Keiner sie gewann.

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