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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-01-12 · Heft 6 (12.1.1839) · p. Seite 7

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 6 (12.1.1839)
Date
1839-01-12
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 Zubenthume als Vorstufe, die eben so sehr unentbehrlich, wie nach erlangtem Ziele wieder.weggeschafft werden muß.. Das Judenthum, aus seiner ursprünglichen Quelle, nicht aus der weniger unwissenden Rabbinen geschöpft, nicht, nur daß es das Studium der Weltphilosophie nicht versagt — das wäre das Llnsinnkgfte, was man je behaupten könnte— empfiehlt es noch die daraus resultirende Ausbildung des Verstandes, um für die tiefe Wissenschaft, die es selber enthält, empfänglich zu sein. Würden die Rabbinen, welche Herr Reggio anführt, wirklich so unsinnig gewesen sein, irgend eine Philosophie durchaus zu verdammen, man hätte, wie Maimuni am Eingänge seines. More Nebuckim erknne.rt"), auf sie nicht zu achten; dies war aber nicht der Fall und ihrer Entrüstung lag etwas ganz Andres zu Grunde, wodurch sogar ihre gründliche Einsicht im Wesen des Judenthums bezeugt und bestätigt wird. . Davon spreche ich später, für jetzt zum Inhalt. . Des zweiten Abschnittes erstes Kapitel spricht über den Nutzen der Naturwissenschaften, die nach obiger Ermittelung von den Rabbinen einstimmig erlaubt sind. Die eigentliche Physik nämlich macht den Menschen auf die Vollkommenheit und Gesetzmäßigkeit der Natur aufmerksam,. leitet ihn durch die Betrachtung der wundervollen Einrichtung derselben auf die Weisheit des Schöpfers hin und entzündet in ihm die Liebe, die vom Gesetz gefordert, aber ohne solche, äußere Anregung sich nicht erzwingen läßt. Gleichen Nutzen gewahrt die Arzneiwissenschaft, indem sie zur pünktlicheren Erfüllung 'einiger Gesetze verhilft, so der Speisegesetze und dergleichen. Vermittelst der Astronomie sind wir im Stande die Zeit des Neumondes und der Feste genau zu berechnen und zu bestimmen, und die Mathematik endlich ist zur richtigen Beurtheilung des i-ibrs W’ö, Nlpn unumgänglich nöthig. Hierbei werden zur Erhärtung des Gesagten manche Verstöße-der Lalmudkommentatocen in Betreff der letztgenannten Gegenstände in Erinnerung gebracht, welche nur aus Unkenntniß der Mathematik entstanden sein konnten. Das zweite Kapitel, erörtert den Nutzen der ethischen Wissenschaften und zeigt, daß man ohne dieselben sich schwerlick einen moralischen Lebenswandel aneignen könne, da der Mensch von Natur zum Bösen geneigt sei und es eines immerwährenden Ansicharbeitens bedarf, um die ange- *) .Wf ‘nm tp& N2172 ^72 Na® -nBNn *p2bb ttbiätin aVi nb ö^bso 2^8 n-iosb rviöo abi nbi^n nnrrb nusriöä «brr fcoi-in 2">n nian dövn« KVnwswb ■nöKb ima ■>:« 12 »ppiiö rrinn nnrrn b^inb übw^w *7* inaiaw irman wöhnten Unsittlkchkeiten als solche zu erkennen und auszurotten. Noch um so mehr müsse man zu diesen Wissenschaften Zuflucht nehmen, als di« reinmoralischen Gebote der Tora den ceremoniellen voranstehen und die Rabbinen gerade über jene keine besondrer: ausführlichen Abhandlungen geschrieben, wie über diese. Eben so stellt das dritte Kapitel die Kenntniß der Grammatik, Poetik, Geographie^ Geschichte und fremder Sprachen als Zierde des Gesetzkundigen dar; letztere erleichtern auch das Verständniß der Fremdwörter, die im Talmud und in den Midraschim, häufig gebraucht werden. Auch hier werden am Schlüsse mehre geographische Schnitzer der nachtalmudischen Rabbinen aufgezählt, von denen aber einige ungegründet sind, besonders der dem Maimuni zur Last gelegte. Am unentbehrlichsten jedoch, dies erweist das vierte Kapitel, ist die Metaphysik, eben weil ihre Forschungen sich auf denselben Gegenstand beziehen, wie die Religion. Die Unkörperlichkei.t Gottes und die Unsterblichkeit der Seele sind nämlich aus der Tora allein, wiewol manche Stellen dafür zeugen, nicht zu entnehmen, da wieder viele andere Stellen das Gegentheil lehren; ohne Hülfe der Metaphysik schwankt daher der blos mit den Religionsurkunden Vertraute' zwischen der einen und der andern Meinung^ und wählt am Ende , die, welche dem gewöhnlichen Wortverstande entspricht. Dies habe die Erfahrung mehrmals bestätigt, vorzüglich bei Gelegenheit des Streites der französischen Rabbinen gegen- Maimuni, welcher hier wieder von Neuem' erzählt wird. Schließlich findet das fünfte Kapitel noch einen Vortheil in der Philosophie, daß sie die abergläubischen Ansichten und unvernünftigen Gebräuche, die zwar beim Volke gesetzgleiche Autorität erhalten, im Gründe aber doch gesetzwidrig sind, zu entkräften und zu verdrängen nur allein fähig sei, so wie auch der seit Jakob Polak eingerissenen dialektischen Behandlungsweise des.Talmuds ein Ende zu machen vermöge. Ueber diesen Abschnitt habe ich wol nicht nöthig zu erinnern, daß er keine spekulative Philosophie enthalte; derselbe beabsichtigt eine gewisse Ksasse von Gelehrten für die Wissenschaft zu gewinnen, die mag er vielleicht auch sehr ansprechen. — (Fortsetzung folgt.) Litera rische Notiz. Die neueste Schrift Salvadors hat schon eine Gegenschrift veranlaßt: De Genohfle, Kefutatiod des öpinions de M. Salvador. Paris 8. 3£ Bog. Man kann sich nur freuen, daß das Merk Salvador immer mehr die öffentliche Aufmerksamkeit auf. sich zieht. -

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