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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-01-12 · Heft 6 (12.1.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 6 (12.1.1839)
Date
1839-01-12
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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II. Jahrgang. No. S Literarisches h v m i l e t i f ch e s B e i b l at t. Leipzig, -en 12. Januar 1839. Liter ot nt. Beitrage zur Literatnr der jüdischen R e si g i o u s p h i l o sophie, mitgetheilt von Dr. I. GoLdenthal. (Fortsetzung.) - Die Stellung Reggio's'in der jüdischen Literatur ist hiermit bestimmt, und die übersichtliche Angabe des Inhalts seiner Schrift wird das Gesagte bestätigen. Bevor ich nun zum Inhalte der Schrift übergehe, bemerke ich' noch, daß wir von unserm Verfasser noch manche nützliche Arbeiten zu erwarten haben , er steht jetzt in der vollen Frische seines Lebens und erfreut sich der Mittel und Bequemlichkeiten, die die Beschäftigung ^mit der Wissenschaft erleichtern *). Gott erhalte diese Sonne dem Fcühlingslande Italien. r Das Bpch, wie ich schon erwähnt, .besteht aus zwei Haupttheilen, welche zwei. verschiedene Tendenzen verfolgen. Wir fangen natürlich mit dem ersten an. Dieser ist wieder in drei Abschnitte getheilt, von denen der erste die angeführten Jnterdicte aus dem Talmud.und den Rabbinen gegen die j Philosophie ablehnt, der zweite den Nutzen hervorhebt, der aus den profanen Wissenschaften für die Religion'entspringt, der dritte endlich andre Einwürfe der Gegner zurückweist. Des ersten Abschnittes erstes Kapitel, führt drei Stellen, aus.dem Talmud an, worin das Studium der rpw’p nabn (griechischen Weisheit) und der traiST: ö^isö (exoterischen Schriften) untersagt wird, zeigt aber aus den bewährtesten Commentatoren, daß unter der erstem nur eine gewisse Geheim- . *) Herr Reggio ist -Gutsbesitzer und seine Bibliothek enthält einen großen Schatz atter und seltener Handschriften, von denen er in seinen Werken öfters Gebrauch macht.- spräche oder Steganographie und unter letzteren die apokryphischen Bücher-zu verstehen sind, keineswegs aber die Philosophie. Hierauf , stellt das zweite Kapitel die ausdrücklichen Reklamationen manchernachtalmudischen Rabbinen gegen die Philosophie zusammen, wie des Haji Gaon, "Aschen, Meir. Aldabi, Rischba, Chisdai, Efodi, Iabez und Andrer, und fragt ob man ermächtigt sei,' wider solche Autoritäten zu handeln? Diesem setzt das dritte Kapitel eine andre Reihe Hochgefeiecter'Männer entgegen, die von den frömmsten Rabbinen wegen ihrer, talmudischen Gelehrsamkeit und musterhaften Religiosität gebilligt und veröhrt wurden, und die dennoch sich mit der Philosophie beschäftigten, ja sich ihr fast ganz ergaben; dergleichen sind: Saadja, Iehuda Ha-Levi') Behajl, Maimuni, Aben Ezra, Badirasi, Isaak Israeli, Gersuni, Iaschar mi-Kandia, Aldo, Gans, Arama, Bonafaz, Josef ben Schem Tob, Azaria dei Rosst, Mose Almosnino, Mose Albelda, Mose Chefez, Abrabanelk, Menasse ben Israel, Sansone Marpurgo und endlich in neuester Zeit, Mendelssohn und Wessely. Es wirst nun ebenfalls die Frage auf, wie es denn möglich sei,, daß diese Männer das Verbot jener Rabbinen nicht beachteten, da es weder aus Unkenntniß noch aus Widersetzlichkeit geschehen sein könnte? Dies wird in folgender Weise beantwortet,, daß das vierte Kapitel zuerst den Begriff der Philosophie als den Complex aller menschlichen Wissenschaftenbestimmt , und dann eine Eintheilung liefert, so unscientisisch, daß ich von ihr nicht, sprechen mag, von der ich nur die zum Schluffe nachträglich gemachte Zerspaltung der Wissenschaften erwähne, nach welcher die Metaphysik auf die eine Seite kömmt, und die übrigen auf die andre Seite. Nunmehr weitst das, fünfte- Kapitel nach, daß derjenige Theil der Wissenschaften, der das Körperliche zum Gegenstände hat/nie verboten wurde und auch nicht verboten werden konnte, weil er mit der Religion in keinem Verhältnisse steht und auf dieselbe nicht schädlich einzuwirken vermag. Die Philosophie, welche die Rabbinen angciffen, war daher wahrscheinlich nur die Metaphysik, da diese schon, öfter mit der Religion in Konflikt gerath. Das sechste Kapitel nimmt aber auch diese in Schutz und beantwortet .die Frage dahin, daß die Philosophie an sich nichts Schädliches sei; die verfälschte aristotelische Philosophie (nD^Traii Illdn-I« naan) nur wäre die Zielscheibe jener

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