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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-01-12 · Heft 6 (12.1.1839) · p. Seite 22

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 6 (12.1.1839)
Date
1839-01-12
Page
Seite 22 (sequence 2)
Language
German
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22 der mosaischen Gemeinde in Kopenhagen, Dr. Wolff, bei, worin dieset bezeugte, daß es nicht wider die mosaische ReligiönSlehre stritte, daß die Juden am Sabbat an den Ständeverhandlungen Lheil nähmen, welches von einigen Deputaten bezweifelt worden war. Außer dem Bischof sprach sich noch ein anderer lutherischer Geistlicher, der Propst Birch, gegen die Emancipation auö; im entgegengesetzten Sinne der Professor Finn Magnussen, welcher besonders darauf aufmerksam machte, daß man ja allen Sektirern, z. B. auch den sogenannten Unirariern, welche doch nur dem Namen nach Christen wären, den Zugang, zu der Ständeversammlung einräume, welchen man dann auch den Mosaiken'mit gleichem Rechte gestatten könne. Der übrigens, liberale Abgeordnete Lutein hielt den Antrag in dieser Versammlung für unzeilig, weil die jütländische Versammlung sich schon gegen einen ähnlichen Vorschlag ausgesprochen hättö, ein Umstand, auf welchen überhaupt von fast allen Gegnern der Emancipationsmaßregel ein gar großes Gewicht gelegt wurde. Nachdem noch mehrfach behauptet worden war, daß es der mosaischen Religion widerstreite, am Sonnabende, wenn auch nicht die Versammlungen zu besuchen, so doch zu schreiben, was Comitüarbeiten und andere ständische Geschäfte für jedes Mitglied nothwendig machen -könnten, versicherte der Berichterstatter schließlich, daß jeder aufgeklärte mosaische Religionsbekenner ohne Verletzung seiner Religion Namen auf einen Stimmzettel schreiben, seine Kugel in den Slimmkasten werfen könne rc., bei welcher letztem Aeußerung er noch hinzufügte, Laß er hoffe, die Kugelung werde nur bei sehr dringenden Anlassen verlangt werden, weil öffentliches Stimmen in der Regel den entschiedenen Vorzug habe. Als es nun zur Abstimmung kam, verlangte Castenschiold dennoch die Kugelung, welche indessen mit 32 gegen 30 Stimmen für die Einreichung eines Antrags auf vollständige Emancipation der Juden entschied. Eschwege, 21. Dez. (Prkvatmitth.) Lange fühlte, die hiesige israelitische Gemeinde den Mängel eines entsprechenden Gotteshauses. Der Zahn der Zeit hatte eines Theils an der alten Synagoge sehr genagt, andern Theils war sie der Gemeinde zu beschrankt worden. Nach langem Zögern endlich ergriffen die Gemeindevorsteher, die Herren I. V. Plaut und I. C. Plaut den Plan zur Erbauung eines neuen Gotteshauses, mit wahrhaftem Eifer, und ihren' Bemühungen verdankt man die glückliche Realisirung des Planes — ein neues Gotteshaus, zur Ehre der Religion, zur Verschönerung der Stadt. Ich sende Ihnen anbei einen Bericht über die Einweihung, die am 14. h. statt fand,, ein schönes Fest, das ohne Störung und zur Befriedigung aller, Theilnehmer gestiert ward. Hervorheben .^dürfen wir wol auch eine für dieses Fest vom katholischen Seelsorger hiesigen Orts, Herrn Ritz, gedichtete Ode, deren Mittheilung gewiß interessiren und erfreuen wird *). *) Beides wird in nächster Zeit zum Abdruck kommen. Redakt. Politik. Zweite Verhandlungen der Provinzialstände für Nord-Jütland, über die Mahlbarkeit der mosaischen Glaubensbekenner zu Ständemitgliedern. (Auö dem Dänischen der Ständezeitung, im Auszuge.) (Fortsetzung.) 'Der Proponent äußerte, daß er sich erlauben wolle eine concentrirte Darstellung der Gründe für und wider die Annahme seines Vorschlages zu geben. Man nennt die Mosaiken „dieses handelnde Volk," und es wird oft gesagt, daß der Jude sich nur mit dem Handel beschäftigt. Doch dem ist nicht so. Man verwechselt hier wieder die Vergangenheit und die Zukunft. Wiffenschaften und Künste zahlen Mosaiken unter ihre glücklichsten Bewerber, Landeigenthum istim Besitz der Mosaiten, und der Proponent muß die Versammlung darüber aufklaren, .daß nicht blos seit dem Schluß des vorigen Jahrhunderts eine Prämiengesellschaft für die Anbringung der jüdischen Jugend bei Künsten und Handwerken besteht, sondern daß seit der Stiftung 410 Individuen eingezeichnet worden sind, * von denen der größte Theil schon Prämien erhalten hat. Von den Eingeschriebenen sind 30 theils todt, theils verreist, theils von Handwerken und Künsten abgegangen, mit denen die übrigen 380 sich zu beschäftigen vermuthet werden müssen. Man beruft sich auf den beständigen Glauben, den die Juden nähren sollen, daß sie einmal wieder einen selbstständigen Staat bilden werden'; das Vorhandensein dieses Glaubens ist aber^ nicht erwiesen und kann nicht erwiesen werden, da .er nicht länger allgemein unter ihnen ist.- Man sagt, daß die Mosaiten fortwährend wandernde Kinder Israels sind, wo sie auch geboren werden oder sich aufhalten; aber auch hier wird Vergangenheit und Zukunft verwechselt. Als die Juden von Land zu Land verfolgt, wurden, als sie nirgends durch das Gesetz gesicherten Schutz, geschweige Bürgerrechte fanden, da waren sie wandernde Kinder Israels, waren gleich Israel, als es flüchtig wanderte aus der Heimath seiner Väter. Jetzt aber sind die Verhältnisse ganz anders. Es ist die Frucht der Ckvilisation und der christlichen Liebe, daß den Mosaiten Menschenrechte wiedergegeben sind, daß sie Bürgerrechte in vielen Ländern erhalten haben. In diesen Landern, und ein solches Land ist Dänemark, haben sie Haus und Heimath und das Grab ihrer Väter; da find' sie nicht wandernde Kinder Israels. Man sagt, sie könnew

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