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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-01-08 · Heft 4 (8.1.1839) · p. Seite 14

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 4 (8.1.1839)
Date
1839-01-08
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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einleuchtet; denn ich habe aus der Fülle von Unrichtigkeiten fast nur solche hcrvorgehoben, deren Evidenz in möglichster Kürze darzuthun war. Eine Besprechung über Ansichten und Grundsatz^ aber kann nur mit Männern wünschens-. werth sein, deren Schriften nicht solche Gebrechen bekunden, die zu bezeichnen ich hier vermeide um nicht wieder gereizte Empfindlichkeit zu beleidigen, die ich aber nicht schonender zu bezeichnen weiß als in ' den Mkttheilungen geschehen, und deren Nichtdasein die erste und einzige Bedingung einer der Sache wahrhaft nützenden Besprechung ist. Ich kann nur' meine einzige Bitte wieder und abermals wiederholen: Man glaube mir keinen einzigen Satz aufs Wort, sondern prüfe selbst und verschaffe sich unparteiische Selbsteinsicht in die von Naphtali beurtheiltcn Schriften. Es handelt sich hier nicht um Ansicht gegen Ansicht, um Prinzipien gegen Prinzipien, sondern um die, in der Wissenschaft nicht minder als im Leben jedes Heil bedingende, literarische Tüchtigkeit, Männlichkeit, Wahrhaftigkeit und Redlichkeit, oder deren Gegentheil. ' Meinerseits aber, so. lange nicht Fakta und Urtheile meiner Schrift widerlegt sind, kein Wort weiter über meine Schrift — *D*n n»K — das Wahre findet seinen Weg allein. Hirsch. Aus dem Haag, 21. Dez. In Amsterdamm ist gestern der dasige Oberrabbine, Herr Samuel Berenstein, ein allgemein geschätzter Mann, 66 Jahr att, mit Tode abgegangen. Das Jahr 1838. (Fortsetzung und Schluß.) In Italien arbeiteten die Juden wacker an ihrer Ausbildung, eine Menge wohlthatiger Anstalten erblühen, deren Zweck es ist, Kunst und Industrie unter mnsern Glaubensgenossen immer mehr zum, Aufschwung zu bringen, die Anwesenheit des Kaisers gab den oberktalischen Israeliten Gelegenheit, ihre loyalen Gesinnungen auf eine geräuschlose aber gemüthliche Weise an den Tag zu legen. Bosnien hat freien öffentlichen Gottesdienst für alle Religionsparteien proclamirt. Plötzlich veröffentlichte der König von Schweden ein vollständiges Emanzipationsgesetz, ohne Berathung der Reichs- Versammlung, und in einer Zeit, wo die untere Masse sich an Straßenauflaufe und Fenstereknwersen in Folge vielfacher Aufregung und Spannung zwischen ihr und der Regierung gewöhnt hatte. Obgleich nun die Opposition die Emanzipationder Juden zu aller und noch vor kurzer Zeit vertheidigt, obgleich die Regierung die höchst lobenden Berichte der Gouverneure über die in ihren Bezirken wohnenden Juden veröffentlicht hatte, bediente man sich doch dieses Gesetzes, um die Masse zu kindischen Ausbrüchen ihrer leicht gestachelten Zügellosigkeit 'aufzuregen, was sie denn auch gern in Straßenaufzügen und Fenstereinwerfen that. Da hat sich denn die ganze. Falschheit der schwedischen Opposition gezeigt, welche, da der König ihnen mit den Beweisen seiner Freistnnigkekt entgegenkam, sie höhnisch zurückwies, weit sie ihr Werk, also auch , ihr Vorthekl, nicht waren. Die Regierung, des Lärmens überdrüssig, Machte Concessionen,' die aber in jenem Emanzipatkonsgesetze nur darin bestanden, daß, anstatt unbedingter Erlaubviß der Nieder-' , lassung, diese an eine Erlaubniß von Seiten der Regierung knüpfte. Höchst bedeutend waren aber die Resultate in dem Nachbarstaate, in Dänemark. Neben unzähligen öffentlichen Beweisen der Würdigung der Israeliten von Seiten von Privatgesellschaften und Privatpersonen, wurde in den Viborger und Roeskilder Provinzialständen für die Wählbarkeit der Israeliten in diese Stände lange gestritten. In den ersteren zwar konnte sich kerne siegreiche Stimme gegen diese geltend machen, und würde die Wählbarkeit dennoch mit geringer Majorität verworfen; in den letzteren aber mir nicht großer angenommen. Nach den diesen Ständen zustehenden Rechten werden nun die letzteren eine Petition -qt den König ergehen lassen, den Israeliten die. Wählbarkeit zu ertheilen. Aus allen Debatten sprach sich die gänzliche Zufriedenheit mit dem Streben und Thun der Israeliten aus, und that sich eine herzliche Würdigung derselben kund. ' Schauen wir auf das deutsche Vaterland, so haben wir zwar in diesem Jahre nichts von langwierigen und nichtsbewirkenden Kammerdebatten über die Israeliten zu berichten gehabt, desto thätiger waren die Regierungen. Hildburghausen und Siegmarkngen gaben zuftiedenstellende Gesetze, deren Hauptmoment allerdings nur noch die Gewerbefreiheit und der Anschluß an die bürgerliche Gemeinde ist. Sachsen veröffentlichte und brachte zur Ausführung das vielbesprochene Gesetz, ließ aber immer in fraglichen Verhältnissen die mildere Interpretation vorwalten. Schwerin beschloß einen Zuschuß aus Staatskassen zur Anstellung eines zeitgemäßen Rabbinen.— In H annover richteten die Israeliten eine Petition an Sr. Maj. den König, worin ihre traurige Lage mit den treffendsten Zügen geschildert war, uttd erhielten — keine Antwort. In Preußen sahen wir in den bedeutendsten Städten Israeliten zu Stadtverordneten, ja Stadträthen wählen, gesetzlich jüdischen Handwerksgesellen der Eintritt. in die

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