Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 4 (8.1.1839)
- Date
- 1839-01-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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in. Jahrgang. Allgemeine No. 4. Zeitung des Zndenthnms. Ein imfcrtrtfii’üfcljeg Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Kd'nigl. Sächsischer allergnädigfirr Concession.)' Leipzig, den 8. Januar 1839. Zeit«ngs«achrichten. Dresden, 20. Dez. (Privcttmitth.). Unsere Synagoge ist nun, was den äußern Ausbau betrifft, vollendet. Die Kuppel mit den beiden Thürmen, das.uralte Emblem Israels — den Doppeltriangel, ' genannt „Schild David's" — an der Spitze, ragt zwischen den protestantischen und katholischen Kirchthürmen der sächsischen Hauptstadt hoch empor! Möge dieser Hochwachterpunkt dem hecziehenden Wandrer, schon von der Ferne aus züwinken, daß religiöse Freiheit für Alle die Aufgabe unsres Jahrhunderts sei. Heil der Regierung, tpelche — wie die Königl. Sächsische — diese Aufgabe begreift und zu erfüllen begonnen. Tübingen, 13 Dez. Die A. A. Ztg. macht von hier aus folgende Bemerkung: „Wie wenig übrigens die Regierung bei akademischen Lehrstellen um die Confession sich bekümmert, beweist ohne Zweifel der Umstand, daß sie sich nicht auf das Christenthum.beschränkt, sondern auch Juden berücksichtigt." - Oldenburg, den 26. Dez. (Eingesandt.) Eine Einsendung aus Hamburg vom 6. Dez. in No. 153 d. Ztg. fordert mich auf, die von Herrn vr. Creizenach in seiner „Erklärung" gemachten Bedingungen einzugehen um eine ruhige Discussion einzuleiren. - Ich verkenne nicht die gute Absicht des-Einsenders, bedaure aber die Umöglichkeit seinen Wunsch zu erfüllen. Wenn unter Form meiner Kritik Einkleidung, Styl, u. s. w. begriffen ist, so habe ich diese langst in dem Vorworte preisgegeben. .Alles übrige aber, wodurch Herr vr. Creizenach sich verletzt glaubt, ist unmtttelbar auf die gegen seine und seiner Freunde Schriften erhobene, und wie ick) glaube, bewiesene Anklage gegründet, oder ist vielmehr der Ausdruck dieser Anklage selbst,- die, so wenig sie den Personen, sondern lediglich den Schriften gilt, zurückzunehmen so unnütz als unmöglich wäre, so lange nicht deren Grundlosigkeit erwiesen ist. Sich in verletzte Empfindlichkeit zu hüllen ist keine Widerlegung und bestärkt nur in den Augen jedes Vernünftigen die Anklage, entkräftet sie nicht. Schon vor mehreren Jahren haben die Herren Rabbinen Sutro^) und Löwenstein **) eine Schrift des Herrn Vi. Creizenach weit ausführlicher als ich gemuc) 'in b'i. Sf/nspn. *») Menorali tehorali 1835. stert und deren Unrichtigkeiten aufgedeckt ohne ihm Veranlassung zur Empfindlichkeit zu geben '— und Herr vr. Creizenach schwieg. Dieses sagt dem Unparteiischen genug. Der geehrte Einsenderflehet ferner ungehörige Ironie u. s. w. in dem Ton meiner-Schrift. Ob er aber die'einzige Bitte erfüllt hat, um deren Erfüllung ich wiederholt und dringend meine Leser beschworen, und sich durch Prüfung der beurtheilten Schriften Selbstüberzeugung verschafft? Ich zweifle. Jeder Ehrenmann würde sonst den, unter der nichtunmotivirten Folie nicht zu verkennenden bittern Ernst meiner Mittheilungen als den einzigen Ton erkannt haben, pen ein Mann Schriften von solcher Beschaffenheit gegenüber zu führen vermag. Wol ist mir Gesinnung und Sprache der Schonung und Milde gegen jede Ansicht, auch gegen die der meinigen entgegengesetzteste, nicht fremd. Und der hat wahrlich nimmer mitgefühlt die Wehen der Zeit, der hat nimmer im Kreise seiner Umgebung mit durchlebt die schmerzlichen innern Kämpfe, in die die Zeit alle Geister ruft, der hat wahrlich nimmer den Antheil gewürdigt, den schon Verirrungen von Jahrhunderten an den Verirrungen der Gegenwart tragen, dem nicht selbst der irrigsten Ansicht seiner Zeit mit Schonung zu begegnen heiliges Herzensbedücfniß wäre. Wenn aber irgend eine Ansicht, welche sie auch sei, zu ihrer Beschönigung und Begründung sich solcher Mittel bedient, wie in den von Naphtali gemusterten Schriften gehandhabt werden, dann hat solchen Waffen, nicht solcher Ansicht, gegenüber jeder Mann nur die Sprache der Entrüstung. Und das nicht, wie der Einsender glaubt, nur im Interesse irgend einer, etwa der.jener Ansicht entgegenstehen'den Partei, sondern im Interesse Aller. Denn, die jener Ansicht selber Huldigenden müßten selbst, und zu allererst sich gegen solche Schriften erheben; denn eine jede. Partei und eine jede Sache wird entwürdigt, deren Kämpen sie nicht mit makellosen Waffen verfechten. Man prüfe'daher Fakta und Urtheile-meiner Schrift. Sind sie gerecht, so ists meine Sprache nicht minder. Sind sie es nicht, so verdient nicht nur der Ton meiner Schrift Tadel,, die Schrift selber verdiente Vernichtung. Aber kein Ehrenmann werfe einen Stein des Tadels ohne selbst geprüft zu haben. ’ - Der geehrte Einsender wünscht Evidenz der Beweise,, wünscht eine ruhige Discussion. Ich glaube in meiner. Schrift für jeden Satz, der mir eines Beweises zu bedürfen schien, evidente Beweise gegeben zu haben, so evident, daß bei fast den allermeisten alle Discussion wegfällt, und' dem redlichen Kundigen auf den ersten Blick die Evidenz-