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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-01-01 · Heft 1 (1.1.1839) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 1 (1.1.1839)
Date
1839-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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des talentvollen Lumtey Davids, dessen frühzeitiger Tod noch -lange durch die wissenschaftliche Welt bedauert werden wird. Es ist das dritte königl. Schreiben, -welches diese Dame ükrer den Verlust ihres hochbegabten Sohnes, erhalten hat,'das erste war vom Sultan Mahmud II.,'mit einem Diamanlcing, das andere von Ludwig Philipp mit einem Kelch, mit., dem Vildniß dieses Königs, aus Sevres- Porzellain. Der Brief lautetr ,, Würdige Mistreß Davids, als Beweis aufrichtiger Freundschaft hat mir der General-Konsul Col. Campbell zu Alexandrien ein treffliches Weck, zum Unterrichte, aus dem Englischen in's Türkische und aus dem Türkischen in's Englische zu übersetzen, gesandt, als einen erstaunenswerthen Beweis der Geschicklichkeit seines Verfassers, der in seiner-Kindheit alle Feinheiten der grammatischen Wissenschaft aufgefaßt. Ich ersehe, daß dieser, nachdem er hier die äußerste Vollkommenheit erreicht, zum Himmel sich erhoben. Daß derselbe einen so herrlichen Beweis seiner Studien und Vollkommenheit in den Wissenschaften hinterlassen hat, muß zwar Ihren Schmerz über seinen Verlust erhöhen, aber auch eine Quelle des Trostes und der Erhebung sein. Wenn, mit dem Segen des Höchsten, dies an Sie gelangt, soll es ein Beweis meiner aufrichtigen Hochachtung für Sie sein. Mohamed Äli, 1229. . 21 Jurnade 1 ewerel, 1254. 10. August, 1838."? Ein solches Schreiben eines egyptifchen Vicekönigs^an eine Jüdin, und man sage nicht, daß die vermittelnde Kraft auf der Höhe der Zeit stehe, so viel man auch da unten zu regen und zu bewegen sucht. Das Jahr 1838. Die bürgerliche' Gleichstellung der Juden hat im Allgemeinen in dem verflossenen Jahre eine wesentlich verschiedene Basis erhalten, zu der hinzustceben sie allerdings schon längere Zeit die Tendenz hatte. Sie ist von dem rein oppositionellen Standpunkte, auf dm sie noch immer hingedrängt worden war, zu dem des loyalen Liberalismus übergegangen. Sie hak sich dadurch zum integrirendm Theile der wahrhaf-. ten Gesellschaftsentwickelung gemacht, sie ist vollends in das Gebiet des Realen hineingeschrilten, sie ist Stoff gewor-! -en, den jede Regierung zu verarbeiten hat und verarbeitet. Wenn nun schon seit längerer Aeit die bürgerliche Ewancipation der Juden diesen Weg eingeschlagen, so war es doch das verflossene Jahr, welches diese Gestaltung unserer Frage thatsächlich offenbarte,?was denn im Laufe der Dinge eben so viel als Vollendung der Formation heißt. Es geschah aber von beiden Extremen, daß auf die Klarstellung dieser Angelegenheit gewirkt wurde. Jene Opposition in Schweden, welche die Sache der Emanzipation so schmählich perrieth, und sie durch Fenstereinwerfen zu retorqukren suchte, jene deutschen Ultcaliberalen, welche die Juden zu „verkaufen^^ drohten, haben eben''so sehr bewiesen, daß die Gleichstellung der Juden schon ein' constantes Staatsgebilde geworden, welches die revolutionaire Bewegung überwachsen hat: wie der Versuch der Ultratoristen, dieselbe wieder in die Revolution zurückzuwerfen, doch sein bejammernswerthes Ende die^inhaltlose Bosheit dieses Versuches aufgedeckt hat. Die Vortheile dieser Position sind so wesentlich, und die Angelegenheit ist^adurch so sehr erst auf ihren natürlichen Boden angekommen, .daß wir diese Stellung vor Allem festzuhalten haben, und *b.apev noch einige Blicke in ihre Tiefe werfen wollen. So lange die Emanzipatwn der Juden zum rmmittel-' bären Inhalt der Revolutiorh gehörte^ konnte das Stabilitätsprinzip der Regierungen -^ünd das ,ist doch das natürliche Wer Regierung, sie nicht in sich aufnehmen, und mußte sie als eine Aeußerung der Revolution von sich weisen. In der Entwickelung der Zeit,aber entwuchsen die Erzeugnisse der Revolution ihrer Mutter, unb unterstellten in ihrer eigenen Ausbildung sich der -Gesellschaft als reine Substrate ihres Lebens, wie Steuerglekchheit, Gleichheit vor Gericht. Dies ist auch allein naturgemäß. Denn das Produkt, nicht die das Produkt hervorbringende Bewegung ist auch in d§r Natur die Hauptsache; immer läßt sie die letztere fallen, wenn das Erstere vollendet ist. Während also früher die Regierung in der Gleichstellung der Juden nie die Initiative ergreifen konnte, sondern da, wo dies möglich, sie sich aufdrängen ließ: ist das Verhältniß jetzt fast das Widerspiel) indem jede weise Regierung die Anomalität in der bisherigen Stellung der Juden begreift, und so auf eine wesentliche Umformung derselben von selbst ekngeht. In den Juden aber selbst und in der ganzen Natur ihres Verhältnisses zu Staat und Volk, liegt durchaus kein revolutionaires Element. Denn ein. weithin zerstreuter, nur ad härirender Stoff kann nicht wie ein' ganzes, einev feindlichen Macht unterworfenes Volk, wie z. B. die Gn> chen, produktiv eine ekgenthümliche concentrirte Bewegung des Volkslehens Hervorbringen, sondern ist nur als sekundairer, der Masse, nach höchst geringfügiger Theil, den allgemeinen Schicksalen des Staates und Volks unterworfen. Dem religiösen Verhältnisse aber nach ist den Juden gerade die Stabilität Charakter. ' - Wenn nun aber die Gleichstellung der Juden von dev Bewegungsyartei allerdings eine viel schnellere und vollständigere Procedur zu erwarten und erhalten hat: so läßt sich doch nicht verkennen, daß her entgegengesetzte Weg ein viel

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