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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-12-23 · Heft 52 (23.12.1844) · p. Seite 758

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 52 (23.12.1844)
Date
1844-12-23
Page
Seite 758 (sequence 6)
Language
German
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758 -Freiherr von Rothschild, dessen Milde und seltene Freigebigkeitssinn so vielen Journalen Stoff zu Mittheilungen und Belobungen bietet, gab auch bei seiner mehrtägigem Anwesenheit in Pesth, der Bewohnerschaft der beiden Schwesterstädte Gele« genheit, seinen Namen nur mit Segnungen auszusprechen. Außer mehreren an einzelnen Individuen verabreichten Spenden hinterließ er bei Herrn von Wodiancr die bedeutende Summe von 20,000 fl. zur Vertheilung an verschiedene christliche und israelitische Institute. Wovon 6250 fl. für die städtische Armenkasse u. s. w. 6250 fl. für israelit. Anstalten, als Gewerbsverein u. s. w. 2500 fl. für die städtische Armenkasse und das Krankenhaus in Ofen; 2500 fl. für Israel. Anstalten in Ofen; 375 fl. für die Herminenkapelle; 1250 fl. für das National-Musikkonservatorium; 500 fl. für den pesther Musikoerein; 375 fl. für andere Bedürfnisse. So schenkte Freiherr von Rothschild den durch Erdbeben verunglückten Bewohnern von Ragusa 1000 fl. M.; zur Unterstützung der durch Brand Verunglückten der Kompagnie-Station des zweiten szekler Grenz-Jnfanterieregiments 1250 fl. M. „Herr Baron von Rothschild," so schreibt das „Raaber Vaterland," hat vorgestern einen Nachtrab seiner Großherzigkeit folgen lassen, indem er dem preßburger Momitate 1000 fl. M. und dem hiesigen Taubstummeninstitute 500 fl. zukommen ließ." „Die erste Vertheilung der Salomon Freiherr von Rothschild'schen Stiftung für wiener Gewerbs- ‘leute und Polytechniker," so ward ^rus Wien berichtet, „ist in Folge der vorausgegangenen Kundmachung im Laufe dieser Woche vorgenommen, und es sind von 239 Gewerbsleuten und 37 Polytechnikern als Kompetenten: 17 Gewerbsinhaber mit Unterstützungsbeitragen von 50—120 fl. im Gesammtbetrage mit 1000 fl. betheilt, dann stiftsbriefsmäßig ist an fünf Polytechniker das bestimmte Stipendium von 100 st. jährlich mitt 500 fl. verliehen werden." -In der Stadt Pesth leben, nach dem statistischen Zitate des Deputirten dieser Stadt, 10,179 Juden, ^darunter 2952 Familienhäupter und Selbstständige. — Die Zahl der Synagogen die Ungarn gegenwärtig hat, schlägt Fenyes in seiner Statistik des Königreichs Ungarn auf 410 an, und da jede Synagoge in der Regel einen Rabbiner hat, so kann man die Zahl der ungarischen Rabbiner oder Vorbeter (!?) — so ^gert tx, — eben auf so viel berechnen. — , H -Ein Kongregationsbericht bringt aus abaujvarerjKomitat Folgendes zur öffentlichen Kenntniß. „Eine,Verordnung höhern Orts des Inhalts, daß alle israelitischen Männer, welche, über ihren Religions- und andern Schulunterricht keine vorschriftsmäßigen, glaubwürdigen Zeugnisse beibringen können, nicht kopulirt werden dürfen, und daß die dawider handelnden israelitischen Seelsorger als Uebertreter höherer Veordnungen betrachtet werden, wurde den Stuhlrichtern zur pünktlichen Befolgung hinausgegeben.". -Aus Wien wird Folgendes mitgetheilt: „Am 23. November starb in Wien Herr Herrmann Tedesco, k. k. priv. Großhändler, Direktor der k. k. priv. Wien-Gloggnitzer Eisenbahn-Gesellschaft, Besitzer der Herrschaft Leynarr und der Spinnfabrik zu Marienthal, und Vertreter der hiesigen israelitischen Gemeinde. Der Verlust des allgemein geachteten Mannes erregte tiefen Antheil. In seiner Paterstadt Preßburg hinterließ er ein glänzendes Denkmal seines milden Sinnes, indem er zur Vereinigung der dortigen k. k. Primär-Hauptschule für Knaben und Mädchen, und der damit verbundenen israelitischen Kinder-Bewahranstalt dieser Gemeinde die Summe von 25000 fl. M. zum Ankäufe eines Hauses zuwies. In dem Kurorte Baden bei Wien widmete Tedesco eine Summe von 20,000 fl. M. zur Begründung eines israelitischen Spitals. Einen israelitischen Handwerksverein in Wien beschenkte er mit 10,000 fl. M. Am 25. November fand das feierliche Leichenbegängniß statt, und es lieferte ein wahrhaft rührendes, tief ergreifendes Bild. -Es geschah in diesen Blättern von mancher Gemeinde Erwähnung, die nach langen Kämpfen und Ringen endlich die gute Sache den Sieg davon tragen und zweckmäßige Schulen erstehen sah. Viele Schulen sind in dem letzten Lustrum in's Leben getreten und erfreuen sich der schönsten Blüthe, und mit jedem Jahre ist ihre Zahl im Zunehmen. Jedes Entstehen einer Schule in Ungarn setzt einen Parteienkampf voraus, jeder Sieg zu Gunsten der Schule kann als Sieg der Partei des Fortschrittes über die des starren Festhaltens am Alten angesehen werden. Darum ist die Errichtung einer israelitischen Schule in Ung. — abgesehen von dem gewöhnlichen

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