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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-12-09 · Heft 50 (9.12.1844) · p. Seite 728

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 50 (9.12.1844)
Date
1844-12-09
Page
Seite 728 (sequence 12)
Language
German
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728 tragen. Als. ich nicht lange, darauf zum Bezirksrabrabbiner dahier erwählt und ernannt wurde,, äußerte sich in mehreren Gemeinden der Wunsch, die beregte Perändcrung wieder anzufechten, welche Aeußerung von Jahr zu Jahr lauter und allgemeiner wurde. Allein da hierdurch der selige vx. Mehfrzß mit seiner Familie brodlos geworden wäre, so gab ich mir alle erdenkliche Mühe die betreffenden. Gemeinden von ihrem Vorhaben abzubringen, was ich mit einer Menge der bewährtesten Männer bezeugen kann. Als jedoch vor 2'/r Jahren Dr. Rehfuß starb, so traten sämmtliche Gemeinden des Bezirks zusammen und baten die hohe Kreisregierung um Rückführung der Stiftung auf ihren ursprünglichen Zweck und die ursprünglich Berechtigten. Die israel. Stadtgemeinde Heidelberg vertheidigte den Ktntus quo. Ich wünschte nun diese Sache durch einen Vergleich erledigt zu sehen; ich gab mir alle erdenkliche Mühe und suchte deßwegen die Vermittlung des Herrn Oberhofgerichtsadvokaten l>r. Ladenburger, Sohn des Herrn Oberraths Ladenburger in Mannheim, nach. Dieser wünschte hierauf schriftlich den Plan zu einem solchen Vergleiche ausgeführt und motivirt zu haben, was auch durch mich geschah. Allein so glücklich ich in Vergleichsversuchen bin, so daß unter zehn projektirten gerichtlichen Eidesleistungen von Juden in meinem Bezirke wenigstens neun dadurch Wegfällen, daß ich die streitenden Theile oft durch Geldopfcr vereinige, — so wollte es mir doch leider in dieser Sache nicht gelingen. (Schluß folgt.) Literarische Nachrichten. Magdeburg, 20. November. sVcrmischle Schriften.) Galizisch-jüdische Zustande. Leipzig, 1845. In einfacher, klarer Sprache eine Schilderung der galizischjüdischen Zustande, allerdings nicht eine tiefer eingehende Charaktecisirung und Sittenzeichnung, wie sie die „Wanderung durch Krakau ff." giebt, sondern nur die Verhältnisse von ihrer äußerlichen Seite und im Allgemeinen wirkend. Im Kultus will dör Vers, nur langsame Reform, .und sieht als Hauptsache: Trachtveranderung und jüdische Normalschulen mit Schulbesuchszwang, an. Im zweiten Abschnitt zeigt der Vers., wie vermittelst beschränkender Gesetze dem Juden der Ackerbau fast unmöglich gemacht, -der Erwerb von Hausern höchlichst und die Handwerke sehr erschwert sind; zuletzt wirft der Verf. einen Blick auf die Judensteuern. — Historischkritische Einleitung ln den Koran. Von vr. Gust. Weit. Bieleselh, 1844. Wie jetzt vielfach dem Publikum ein und dasselbe mehrmals aufgetischt wird, so auch dieses Werk, das nur ein Auszug des „Leben Mohammeds" desselben Verfassers ist. Wir geben sehr 'gern zu, daß der Verf. ein tüchtiger Gelehrter ist, und daß durch seine Bemühungen eine Menge Data im Leben Mohammed's beleuchtet worden sind. Jndeß ist seine Auffassung des Islam seicht und oberflächlich, und er verstand es nicht ihm seine rechte welthistorische Stellung zu geben. Kindisch möchten wir daher den Schluß des Werkes nennen, wo er dem Islam und Judenthume eine Auflösung in's Christenthum — durch den christlichen Rationalismus prophezeit! ja meint, man brauche nur den Türken und Juden zu sagen, daß sie gar nicht brauchten an die Trinität, an die Erbsünde, an die Gottheit Christi, an die Vermittelung ff. zu glauben, um Christen zu sein — so würden sie Alle Christen (???) werden. Ist das nicht jämmerlich? nicht eine Blasphemie aus die religiösen Bedürfnisse unsrer Jetztmänner?! Aber noch mehr, Herr Weil empfiehlt ernstlich den Nichtrationalisten und Katholiken auf diese Weise Türken und Juden bekehren zu wollen. Dies ist noch mehr, das ist Falschheit und Betrug! Oie Lehrer einer Religion sollen die Lehren ihrer Religion verschweigen, ja verleugnen, um Andre zu ihrer Religion zu bekehren! Ein wahrer Hohn. — Wien, im Dezember. (Pcivatmitth.) Demnächst wird bei v. Schmid und Busch eine wahre neue Folge der Bikkure haithiin als jüdischer Almanach unter Redaktion des Herrn Isaak Reggio in Görz erscheinen. Magdeburg, im Dezember. (Liturgie.) Das Deutsche in der Liturgie der Braunschweiger Synagoge, von vr. Herzfeld, Landesrabb. Braunschweig, 1844. Das Werk enthalt: „A Kurze Betrachtungen für alle Sabbathe des Jahres", die nach der Haphtorah gesprochen werden, uyd sich auf Sidrah oder Haphtorah beziehen. Es sind immer zwei Betrachtungen zu jeder Sidrah, eine jede 8—12 Zeilen lang. Diese Bemerkungen, wie wir sie lieber nennen möchten, sind oft treffend und gut gewählt *— aber doch gar zu kurz. Rezensent hat seit 5 Jahren bereits denselben Gebrauch

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