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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-12-09 · Heft 50 (9.12.1844) · p. Seite 724

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 50 (9.12.1844)
Date
1844-12-09
Page
Seite 724 (sequence 8)
Language
German
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724 halt ihre „Pekische" abzulegen; zugegeben endlich, daß sogar in der Zukunft dem Juden durch seine Trachtgleichheit die Gesellschaften der Polen offner stehen werden, wo auch der Jude von einer andern Seite als von der seines Handelsgeistes erkannt, vielleicht vom Christen mehr gewürdigt werden wird — zugegeben dies alles; aber wozu denn diese Gewalt? — Ihr sagt, daß die Juden in ihrer starrsinnigen Jsolirung sich mit guten Worten nicht beugen lassen; — aber blättert in der Geschickte der alten und neuen Zeit und Eure Theorieen, die Ihr über die Juden ausstellt, zerstäuben wie der Dunst. Im Mittelalter und noch heute in den nordafrikaniscken Staaten, wo das Prinzip des Glaubens am vorherrschendesten war und ist, siehet man durchaus die Juden durch irgend ein Kriterium im Gewände erkennbar zu machen. In Spanien mußten die Juden ein gelbes Band, in Portugal einen gelben Hut zum Erkennzeichen tragen und das Schönste von Allem — die Juden stemmten sich mit aller Kraft dagegen. Ist hier auch Jsolirung? — Will man das Irrige der Behauptung einer „jüdischen Jsolirung in der neuesten Geschichte beweisen, so werfe man nur einen prüfenden Blick auf die Zustände Israels in Preußen und Polen. Dort bei jedem Israeliten das stolze Bewußtsein seines Staatsbürgenhums, jede Schmach die seine Mitbürger treffen sollte, so gut fühlend wie sie, im jeden Augenblicke bereit, für sein Vaterland die Waffen zu ergreifen und auf dem Platze der Ehre jede Beleidigung die seinem Lande angethan, zu rächen oder siegend zu sterben; — hier wiederum Gottes züchtigende Strafruthe stets über sich wähnend, die Christen nur als Werkzeuge des Strafgerichtes betrachtend. Man erinnere sich noch letztens der Ereignisse in unseren Tagen in jenen beiden Ländern; was für einen magnetischen Schlag allen preußischen Juden die Muthmaßung einer Nichtmilitärpflichtigkeit der Juden Preußens, versetzte, was da nicht Alles geschah um denselben rückgängig zu machen — und man beobachte den herzzerreißenden Jammer, den die Rekrulirung im russischen Polen unter den Juden anrichtet, so wird man schroffe Differenzen der Gesetzgebungen und deren Folgen deutlich genug sich Herausstellen sehen — und man spreche noch dann von „jüdischer Jsolirung!" — Nun so kommt man heute und sagt: ein Rock im französischen Schnitte sei ein christlicher, ein polnisches Gewand aber, ja ein polnisches — sei eine jüdische Tracht! Wie soll der einfache gläubige Jude, schon durch die Benennung verdächtig gemacht, selbst in diesem Spiel der Mode nicht einen Eingriff in sein Gewissen erblicken?! Mit Schonung muß eine Angelegenheit des Herzens gehandhabt werden und Gewalt kann eher Märtyrer"), als vorurtheilslose Menschen zu Tage fördern. *) Die Erklärung der krakauer Dajanim, daß W dem Zwange des KleiderwechselS der Israelit lieber sein Leben opfern muß, als einem solchen Verlangen Folge leisten, beruht zwar auf talmudischem Grunde, doch nach besserem Nachforschen in den früheren Talmudkommenlaren, erstehet man, daß diese Sache dis zu einem solchem Extrem nicht zu treiben sei. Ursprünglich im Talmud heißt es: (Sanhed. f. 74} nbp ms;: ib-28 -in 821 17:8? nbp mxia •w: , nom b8i 3irv Also 8npir *'">1:12b 12-28 21 -p:« pn^ wie von den meisten Kommentaren diese Stelle erklärt wird, foU selbst die Schuhriem.n zu verändern einen Martyrtod erheischen. Maimonides aber reduzirt diese Worte auf folgendem Ausdruck, indem er sagt: (Jad Hachs. Trakl. Jesode Hai. Y. 3.) mT:n nron b28 .ms73 I8O0 nn8 b? 12-D8 iw b8i 21m '121 Karo wunvert sich über Maim. Abweichung vom Talmud; aber wie es scheint, konnte Maimonides die Erklärung des Talmuds von "nbp man,, nicht genug einleuchten, und wollte bei so einem wichtigen Punkte einen bloßen Gebrauch nicht mit einem Verbote verwechseln. Ziehet man weiter die Worte Maim. auf eine anoere Stelle in Betrachtung, so ergiebt sich deutlich, daß dieser aufgeklärte Geist das Grelle eines solchen Ausspruches zu miloern suchte und nur eine willkürliche Tcachtgleichheit mit Nichtjuden als ein Schriftverbot und eine Verletzung jüdischer Sitten betrachtet. Im Traktate Akum wechukusehem XI, 1 sagt er: 8b anb 77:173 ■po Dinbn mpinn yobm 1">8 iDbn 8bi 'am pn 8L1-21 iminn 8bi irnnban 8bi '121 iDbn 8b ammpinm 173821 Dian mpinn 1128I mavas biv 8bi pb in van lömbaa 12 nb*1 Außerdem finden rnt eine /im 21281 1732 Linderung selbst einer willkürlichen Trachtgleichheit in rib oibip mima über die Stelle in Sifta: 822V "•:« £]8 *57:3183 y8XV1 b\811 172871 8212 'im 17:3183, so setzt derselbe hinzu, daß Maim. mit den Worten: pb in van 1213^7: einen ganz andern Sinn bezweckte: 121 nb?: 8b8 11282 imi 11121: 8212 ril^^L 211273 137373 2"b8l12''n 1121^21 212 1NV73N 112mm 1DV3 ^273 pb 17V71312 (132 81 ^2273 18 2^28112''N 2^12312123 78 ITlim'' 323 2^811231 inb invan i2inb?3 12^8122 bn8 pb nnan nsia

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