Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-12-02 · Heft 49 (2.12.1844) · p. Seite 712

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 49 (2.12.1844)
Date
1844-12-02
Page
Seite 712 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3224737-3225335-3225385--06505-3315325
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

wertet noch einmal, er müsse es noch geheim halten, legt das Einzelne dar, und —somit verblieb die Sache. — Unter den Briefen M.'s an H. Homberg sind ebenfalls einige ungedruckte. Von vielen, bereits gedruckten sind Verbesserungen gegeben. ZRagdebrrrg, 19. November. INachbiblische Sprache und Literatur.^ Lehr- und. Lesebuch zur Sprache der Mischnah. Von vr. Abr. Geiger, Rabb. Breslau, 1845. Erste Abtheilung Lehrbuch (54 S.) Der Verf. sagt, in der Vorrede: „Der höhere Zweck der fol--. genden Blätter (!) ist der Versuch, die nachbibtische jüdische Literatur, zunächst die Mischnah, in den Kreis wissenschaftlicher Behandlung einzuführen." „Es soll, durch ihn eine Lektüre der Mischnah mit sicherem sprachlichen Verständnisse möglich gemacht werden." Dieses Lehrbuch soll nun die Grammatik vorstellen, der ein Lesebuch folgt, später will der Verf. ein Wörterbuch und eine Einleitung in die Mischnah folgen lassen. Wir müssen allerdings dem Verf. für diesen Versuch dankbar sein, indem er den Gegenstand zu einer liefern, ausführlichem Behandlung anregt und vorbereitet. Im Ganzen erscheint aber die Arbeit zu eilig abgefaßt, indem wir keine tief eingehende, ausführliche Grammatik, sondern nur eine Reihe von Beobachtungen über die Veränderungen der biblischen Sprache in der Mischnahsprache nach einem zu genau abgezirkelten Schema (H. 4. S. 17) erhalten, die weder ein sichres Bild, noch eine genaue Kenntniß der Sprache verschaffen. Daß hier an keine erschöpfende Behandlung des Gegenstandes zu denken ist, ersieht man schon daraus, daß die ganze Sache auf 37 großgedruckten Oktavseiten abgemacht wird, und vom der Syntax kaum eine Spur ist. Zwar wird dies S. VIII. der Vorr. entschuldigt, indem das Syntaktische gleich bei der Form behandelt werde, allein außer einigen kleinen Bemerkungen finden wir Nichts der Art. Die vorliegende Arbeit ist durchaus keine verfehlte, aber eine unvollständige. Die Ausstattung ist gut, der Preis sehr hoch (für 4 Bogen 15 Ngr.) — Die ersten Makamen aus dem Tachkemoni oder Divan des Eharisi nebst dessen Vorrede. Nach einem authentischen Manuskript aus dem Jahre 1281 herausgegeben, vokalisirt, interpungirt und m’6 Deutsche übertragen, wie auch sprachlich und sachlich erläutert und mit einer umfassenden Einleitung versehen von I)r. S. I. Ka mps. Berlin, 1845. Eine schöne, gründliche und geschmackvolle Arbeit, bei der nichts zu bedauern, als daß sie nur zwei Pforten des unsterblichen Gedichtes bringt! In der Einleitung wird über das Leben Chariss'S, Makamen-Dichtung, Verhältniß des Tachkemoni zu den Makamen Hariri's, die arabische und hebräische Metrik, und den Reim gesprochen, es folgt der korrekte Text mit sprachlichen und sachlichen Anmerkungen und eine metrische Uebersetzung der Vorrede und der ersten zwei Pforten. Die Ausstattung ist vorzüglich. Zu wünschen wäre es, daß Herr Kämpf wenigstens den hebräischen Text nach seinem Manuskripte bald möglichst edirte. Wir haben Jahrg. 1837. No. 81. 86. 1838. No. 7. die erste Pforte in Krafft's Uebersetzung gegeben; um unseren Lesern einen Begriff von der Uebersetzungsweise des Herrn Kampf zu schaffen, theilen wir hier das erste Kapitel der Vorrede mit, bemerkend, da^k wir die Verse durch Gedankenstriche (der Raumersparniß wegen) abtheilen. Kapitel I. Die Weisheit giebt dem Weisen Kraft, — ist sein Begleiter auf des Lebens Wanderschaft; — sie macht von Ungemach ihn frei, — an seinem Lager wacht sie treu, — und unterhält ihn, wenn er wacht. — Sie ist's, die uns aufmerksam macht, — daß unsrer Rede erster Klang —„ dem Schöpfer sei ein Lobgesang, — und unser erstes Wort — ein Dank an unfern Hort, — der die Himmel erschaffen — ohn' Erschlaffen, — und ohne Lippenlaut — so fest sie aufgebaut: — Daß stets im Gleichgewicht sie bleiben, — gleich einer Mühl' im Kreise treiben. — Ec gebot ■— sie entstunden, — er rief— sie wurden gefunden. — Er schuf die Ehajjot*) vor dem Wagen, — daß seinen Thron sie tragen, — daß sie das heilige Amt verwalten, — zum Dienst bereit die Schulter halten. — Ec ist allgegenwärtig — und kein Auge kann ihn sehen, — er ist unsichtbar — und wer ihn sucht, kann ihn erspähen; — er ist so nah — und Niemand droben weiß Ihn thronen, — er ist so fern — und in dem Herzen ist Sein Wohnen. — Er ließ das Firmament entstehen, — das wie gegossnes Erz ist anzusehen; —' 'es tragt den Thron der Ehre, — verhüllt die Pracht, die hehre. — Dort ist der Platz der Seraphim **), — der Ort der Tarsisim^); — dort wohnen die Geister, — und preisen den Meister; — dort ist der Seelen Sitz und der Mysterien °) Name einer Klasse von Engeln. — **) u. °**j Namen gewisser Klaffen von Engeln.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.