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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-12-02 · Heft 49 (2.12.1844) · p. Seite 711

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 49 (2.12.1844)
Date
1844-12-02
Page
Seite 711 (sequence 11)
Language
German
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711 Großrabbine wollte die Orgel nicht zulaffen, so wollte das Konsistorium auch nicht den Chasan und .Chor zulaffen! Großbritannien. London, 16, November. Unter den neuernannten Sheriffs für die Grafschaften bemerkt man Meyer Amschel von Rothschild für Buckinghamshire und Sir Moses Montesiore für Kent. —. Die Klage des Herrn Salomons gegen seine Ausschließung vom Hof der Aldermen kam am 9ten zuerst vor einem der Höfe von Westminster (Bail- Court) vor. Der Advokat des Herrn Salomons hat bereits erreicht, daß der Hof von seiner Erklärung Akt nahm, daß Herr Salomons den verlangten Eid habe leisten wollen nur mit Ausschluß der Worte: „auf den wahrhaften Glauben eines Christen/' Portsmouth, I. November. (V. of Jac.) Unter den dem Könige der Franzosen vorgestellten Mitgliedern der Korporation, war auch Herr Emanuel, israelitischen Glaubens: er hatte eine lange Unterredung mit Herrn Guizot. Birmingham, 1. November. (V. ok Jac.) In der jüngsten Versammlung des Stadtraths, brachte der Alderman Herr Scholesield eine Motion ein, eine Petition an beide Häuser zu richten, Alles zu entfernen, was die Juden in bürgerlicher Beziehung benachtheiligt. Es wurde sehr tadelnd das Benehmen der londoner Aldermen in Abweisung des Herrn David Salomons erwähnt, und darauf hingewiesen, daß, wenn der Stadtrath von Birmingham eben so verfahren wäre, hätte er sich des kräftigsten Beistandes des Herrn David Barnett, Mitglied des Stadtraths, beraubt. Herr Barnctt ließ sich hierauf selbst vernehmen, indem er aus der Geschichte erwies, daß die Juden überall eifrige Bürger waren, wo man ihnen Raum gab, solche zu sein. Diese Rede wurde mit großem Beifall vernommen, und die Petitionen einstimmig angenommen. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 18. November, f Gesammelte Schriften.^ Wir freuen uns, von dem schnellen Fortgang der neuen, Brockhausischen Ausgabe von: Moses Mendelsfohn's gesammelte Schriften Nachricht geben zu können. Es liegt uns bereits der fünfte Band vor, der den Briefwechsel M. M.'s enthält. Es werden darin an 100 bisher noch ungedruckte Briefe M.'s an sehr interessante Personen mitgetheilt. Einige darunter nehmen auch unsre besondre Teilnahme in Anspruch. No. 34. an einen Unbekannten, worin es heißt: „In der That, wer sollte wol einen rabbinischen Kommentar kaufen in unsren weisen Zeiten, da jeder Schüler des Hebräischen den Text nach Wohlgefallen ändern darf? Will ysh ntfün finsb unverständlich sein? da ist gleich ein engländischer Textverbessrer zur Hand, der liest yz1! m’VsV, und da brauchen wir weiter keine rabbinische Künste, m tüN ist schwer zu erklären? Kleinigkeit! anstatt m lies tns, so ist alles deutlich. Ich weiß in der That nicht, wo es am Ende mit dieser Kühnheit hinaus will. Indessen muß man auch hierin der Mode ihr Spiel lassen, so lange sie den Reiz der Neuheit hat. Mit der Zeit verlieren die Menschen den Geschmack daran." Im folgenden Briefe spricht er sich in diesem Sinne über das Zusammenraffen der Ba-, rianten von Kennicott aus, und bedauert, daß Tychsen so viele Fehler in allen seinen talmud. Zitaten macht.— Einen tiefen Eindruck macht No. 49. Dieser Brief ist geschrieben von Hannover aus, wo M. einige Wochen war, den 19. November 1777 an den Geh. Kammerrath von Ferber zu Dresden, als mehre hundert Juden aus Dr. vertrieben werden sollten. M. schreibt aus so tiefer Herzensangst, weiß so schlagend und doch so schonend das Unrecht zu bezeichnen, und bittet so dringend, daß dieser Brief gewiß große Wirkung gethan. No. 74. Einiges über den Eid. No. 84. 85 und 86 ist ein eigener Briefwechsel. Ein Reichsfceiherr von Monster, scägt Mendelssohn um Rath: er habe ein kleines Landchen, das noch ganz unbebaut ist, dies wolle er zu gleichen Hälften an zweihundert jüdische und zweihundert christliche Familien mit vollkommen gleichen Rechten verpachten. M. antwortet ihm, er solle nur sofort zur Bekanntmachung schreiten, so würden sich Familien genug, namentlich aus Holland, einsinden, er sehe aber nicht ein, warum gerade die Zahl bestimmt sein solle, er solle aufnehmen, wer käme. Der Reichsfteiherr ant-

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