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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-11-25 · Heft 48 (25.11.1844) · p. Seite 697

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 48 (25.11.1844)
Date
1844-11-25
Page
Seite 697 (sequence 17)
Language
German
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697 Lade gestellt war, wurden alle Anwesenden zu einem Mahle geladen, das der festgebende Schuster zur Freude seines Ehrentages und als Remuneration für die erhaltenen Geschenke veranstaltet hatte. So wurden die Tage der -Buße von ihnen begonnen, und mit diesen frommen Gefühlen versammelten sie sich jeden Morgen um zwei Uhr zum Sclichothgebete. — Diese Feier des Hb ara ist nur eine Miniatur gegen eine ähnliche Feier, der ich in Riga beigewohnt. Die Soldaten, die dort in Garnison standen, hatten eine nv schreiben lassen, um sie an maia sn inver einzuweihen. — Der Kommandant der Festung hatte ihnen die Erlaubniß ertheilr, die Feier so prächtig, als sie nur immer könnten, zu veranstalten. Nachdem am rik um 10 Uhr der Nacht der Rabbiner und der Prediger die angesehensten Mitglieder der Gemeinde und die vornehmsten jüdischen Kaufleute aus Westrußland, die in Riga waren, die einzelne Buchstaben geschrieben und die Sepher- Tora beendigt halten, begann der Zug in die Synagoge. Voran eine Reihe Fackelträger, dann ein Chor türkischer Musik, bestehend fast ganz aus jüdischen Soldaten; dann ein Baldachin mit der rib, der von Fackelträgern fast ganz umschlossen war, dem die obigen Theilnehmer sich anreihten. Unter Liedern, Hallelujah, Mischeberach, die die Soldaten selbst sangen, kamen sie um II Uhr des Nachts in die reich erleuchtete Synagoge, wo unter Musik und Gesang die min in die Lade gebracht, und zuletzt das Gebet für den Kaiser und die kaiserliche Familie in hebräischer und russischer Sprache vorgetragen wurde. — Am darauf folgenden rnwma nnia sollte gepredigt werden; allein die Predigt wurde abgesagt, da die Soldaten alle in die Synagoge gekommen waren, um zu ihrer nb gerufen zu werden, und man ihre Freude nicht stören wollte. Doch zurück zu unsern Petersburgern. — Für die Neujahrstage waren zwei Soldaten, von denen man voraussetzt, daß sie verstehen, was sie beten, und nach den hiesigen Begriffen, nicht ohne Stimme sind, mit mehr als 200 RB. als Chasonim rngagirt, und sie versahen das Vorbeter - Amt auch zur allgemeinen Zufriedenheit, so wie die tmnn rnw überhaupt mit aller Andacht gefeiert wurden. Die Kantonisten, d. h. jüdische Kinder, die noch nicht volljährig sind, um in den aktiven Militärdienst einzutreten, und die in den Kantonistenschulen erzogen, an Feiertagen aber in Städte, wo Juden oder jüdische Soldaten sind, abgesendet werden, solche Kinder waren von den verheiratheten Soldaten unter sich vertheilt und über die Feiertage auf eigene Kosten verpflegt worden. In den naien nr suchte man den Bau des Zaunes um den jüdischen Begräbnißort zn beendigen, damit man am nisa av am ihn besuchen könne. Da man die Baufälligkeit schon früher bemerkt hatte, hatten die Soldaten zum Zwecke der Reparatur allmälig 200 R. zusammengesteuert. Und Dank den Spenden der hier wohnenden jüdischen Zahnärzte, der HH. Wegenheim und Wallerstein wurde die nöthige Summe zusammengebracht und in den Mußetagen der Bau beendigt. Am vHb sammelten sie vor ■ms ba unter sich Spenden für alle ihre Vereine, wie , Nttmp man ic. re. a^bin np'a und begingen den Tag selbst wieder mit aller Andacht. — Für maia hatte man sich die a\ivwK aus den jüdischen Städten verschrieben, die abib nahm man aus den botanischen Gärten um 12—15 R.B., und in der Kaserne wurde eine kleine, hübsche naiv ausgestellt, in der die Verheirathetcn der Reihe nach aßen. Sie sehen aus dieser kurzen Skizze, welch frommer Geist aus allen diesen weht, wie fest man am Glauben hält, welchen Trost, welche Freude man in den religiösen Zeremonien findet. Dieses patriarchalische Aeußere beobachten sie auch bei allen anderen feierlichen Akten des Lebens. So ward ich zu einer Hochzeit in eine Kaserne geladen. Die Paare finden sich entweder zusammen, indem die Soldaten in jüdischen Städten in Garnison stehen, und da der Wahl ihres Herzens folgen, oder, wenn sie im Urlaub sind, sich ein Liebchen suchen, oder die Väter bringen ihre Töchter, oder letztere kommen allein auf gut Glück, und da nach der Meinung jenes alten frommen Rabbi der liebe Gott sehr viel mit dem Weben und Zusammenbringen liebender Paare beschäftigt ist, so verläßt er auch diese Mädchen, die ihm vertrauen, nicht, und jedes Heimchen findet sein Häuschen. Ucberdieß haben diese künftigen Amazonen selbst viel Muth. So steht hier ein Soldat, der in dem großen Lager bei Kalisch war. Dort sah ihn ein jüdisches Mädchen, und er gefiel ihr. Sie frug ihn ob er sie heirathen wolle, 48"

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