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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-11-25 · Heft 48 (25.11.1844) · p. Seite 696

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 48 (25.11.1844)
Date
1844-11-25
Page
Seite 696 (sequence 16)
Language
German
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696 eine Kommission von Rabbinen. und anderen Kennern der hebräischen Sprache, ernannt durch das Zenttalkonsistorium und unter dem Vorsitze des Großrabbinen, durchgesehen werden, um auszumerzen, was in unseren Tagen nicht mehr rezitirt werden kann. 3. Der Gottesdienst muß abgekürzt und eindrucksvoller durch Alles, was seinen Glanz wieder Herstellen kann und mit unserm Glauben vereinbar ist, gemacht werden. Die Predigt muß immer mehr verbreitet werden. 4. Das Elsaß, Sitz der größten Zahl der Israeliten Frankreichs, muß von Seiten des Großrabbinen der Gegenstand ganz besonderer Aufmerksamkeit sein. Ein Konsistorium, das nicht nach den Ansichten des Zentralkonsistoriums handeln, das thörichte und fanatische Delegirte unterstützen würde, muß aufgelöst werden. Toulon, im Oktober. (Arch. isr. de Fr.) Es ist gewiß zu erfahren, daß die berühmte Schlacht am Jsly, siegreich geschlagen vom Marschall Bugeaud gegen die Marokkaner, auch unter unseren Glaubensgenossen ein bedeutendes Opfer gekostet hat. Robi n Hirsch, Oberchirurg (chirurgieii-major) im neunten Chasseurregimente verstarb am 13. Oktober in Toulon, im 42sten Jahre. Während der Schlacht am Jsly, ganz den Bemühungen um die Verwundeten hingegeben, fühlte er nicht, daß sein Hut vom Kopfe gefallen; er wurde vom Sonnenstich getroffen, durch welchen eine Gehirnkrankheit bewirkt ward. Zurückgebracht in diesem Zustande, begleitet von seiner Gattin, die ihm die zärtlichste Fürsorge widmete, verschied er daselbst, lebhaft von der Armee und Allen bedauert, die seinen Eifer und seine seltene Bescheidenheit kannten. Im Jahre 1830 hat der Verstorbene mitten im Feuer und Kugelregen die Verwundeten verbunden. 1832, Oberhülfschirurg bei der Garnison in Valenciennes, als die Cholera dort mit großer Wuth herrschte, hat er so uneigennützig und großmüthig gewirkt, daß der Stadtrath ihm eine Dankadresse votirte, worin es unter Anderm heißt: „Ein Jeder erinnert sich mit gerührtem Herzen des erprobten Muthes, der Eigennutzlosigkeit, der Menschenliebe, die Sie seit vier Monaten gezeigt, da Sie, sich gänzlich der Erleichterung der Armen hingebend, gratis die Kranken besuchten, zu jeder Stunde des Tages und der Nacht, die Kosten der Behandlung oft aus Ihrem eigenen Beutel trugen, mit eigener Hand die von der Cholera Jnsizirten frottirten ff." „Die Stadt Valenciennes verdankt Ihnen die Erhaltung einer großen Zahl von Bürgern und Familienvätern ff." Die Behörden von Valenciennes erbaten vom Könige selbst die Dekoration für Hirsch, und Se. Maj. schmückten denselben mit eigener Hand. Bei den Ueberschwemmungen 1843 erprobte er dieselbe Hingebung, und erhielt vom Maire von Carcassonne ein gleiches Dankschreiben. Rußland. St. Petersburg, 31. Oktober. (Privatmitth. Schluß.) Die jüdischen Feiertage wurden am ersten Selicholhtage mit der Einweihung einer min *ibo begonnen. Ein Soldat, der vom Handwerke ein Schuster ist, und damit seit seinem sechzenjährigen Dienste sich ein Vermögen von mehreren hundert Rubeln erworben hat, und der früher selbst dieses Bethauses gewesen war, hatte dieselbe in Sklow schreiben und auf den ersten Selichothtag hierherbringen lassen. Ein anderer jüdischer Soldat, der bei einem Deutschen das Drechslerhandwerk erlernt hat, hatte die itti y* dazu gearbeitet, und mit jüdischen Buchstaben, die theils aus Elfenbein geschnitten, theils in Perlenmutter gravirt sind, verziert. Da in Petersburg selbst die Soldaten aus ihrer Mitte keinen Rabbiner gewählt haben, so wurde der Rabbiner aus Kronstadt verschrieben. Dieser ist zwar selbst Soldat, darf aber im Körte, im jüdischen Kaftane und der Pelzmütze gehen, und ist von jedem andern Dienste, dl dem, den das Amt des Rabbiners erfordert, befreit. Er kam am Sonntag Nachmittags an, und brachte den Chasan mit seinen Gehülfen mit. Da bei der Ostsee-Flotte in Kronstadt viele Juden stehen, so ist in Kronstadt alles in größerem Maaßstabe eingerichtet. Des Abends war die Synagoge reich erleuchtet, und die Sepher-Tora lag auf. Ein jeder Soldat, und die jüdischen Kaufleute, die zufällig sich in Petersburg befanden und geladen waren, schrieben in den letzten Zeilen der Sepher- Thora, die noch nicht geschrieben waren, einen Buchstaben und reichten dem Festgeber dafür ein Geschenk. Nachdem die Sepher-Thora beendigt und unter wahrer Gesetzesfreude, unter Gebet und Liedern in die

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