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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-11-25 · Heft 48 (25.11.1844) · p. Seite 692

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 48 (25.11.1844)
Date
1844-11-25
Page
Seite 692 (sequence 12)
Language
German
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692 zeugt, letztere hätte Korrekturen dieser Art in seinen eigenen Worten gern Jedem von uns erlaubt; blieben doch während der Dauer unserer Versammlung die Protokolle im Sitzungssaale offen liegen, und Jeder von uns konnte, unbeaufsichtigt, seine Vota berichtigen, hatte er nur immer die Zeit dazu gehabt. Ich, gewissermaßen der allgemeine Wirth der geehrten Herren, hatte gar keine Zeit hierzu. — Wenn Herr Dr. Aronheim sagt, er hätte es gegen sein Gewissen gehalten, mir zu solchem Behuse die Protokolle zu überantworten, auch wenn der Herr Zusender ihm solches ausdrücklich erlaubt hatte, so bestätigt dies nur den alten Erfahrungssatz, daß in der Regel die Kommittirten ihre Kommission für wichtiger halten, als sie den Kommittenten erscheint. Mit Obigem ist auch seine dritte Frage, beantwortet, ob ich jedem der hier versammelt gewesenen Herren dieselbe Berechtigung, seine Vota zu korrigiren, zugestanden hätte. Ich hätte sie Allen zugestanden, Jeder hatte sie ihnen zugestanden, und das habe ich ebenfalls zehnmal Herrn vr. Aronheim früher gesagt; er ignorirt es jetzt. Schließlich erkläre ich, daß es mich sehr befremdet, von ihm in der Zeitung Fragen gegen mich erhoben zu sehen, die er viel kürzer beantwortet haben konnte, da wir nur einige Straßen von einander entfernt wohnen; und wie es mich herzlich betrübt, daß dieser achtungswerthe junge Mann in solchem Tone von seinem Geistlichen spricht. vr. Herzseld. Preußen. Stettin, 22. Oktober. (Privatmitth.) Wenn manche jüdische Gemeinden sich darüber beklagen, daß die Behörden sich der Einmischung in die Angelegenheiten der Juden enthalten, und solche nur da anwenden wo polizeiliche Maßregeln dies erheischen; so hat sich unsere Gemeinde des kräftigsten Schutzes der hiesigen königl. Regierung zu erfreuen, indem diese hohe Behörde Alles anwendet, um die Ordnung in unserer Gemeinde zu erhalten und zu befestigen. — So hat die genannte hohe Behörde im Lause dieses Jahres „die Ergänzungen des Statuts" für hiesige jüdische Gemeinde bestätigt, so wie deren „Synagogenordnung" — welche zum Theil der braunschweigschen entlehnt ist,— genehmigt, und erlaube ich mir von jedem ein Exemplar beizulegen. — Breslau, ö. November. Ein für die Richtung, welche die preußische Regierung in jüdischen Kultussachen einschlägt, sehr wichtiger Bescheid ist eingetroffen. In der nächsten Nummer das Nähere, heute nur das, was die Bresl. Zeit, darüber meldet: Gestern ist der Ministerialbescheid, der die Verhältnisse der hiesigen Judengemeinde ordnet, unterzeichnet von den Ministern des Innern und des Kultus, Herrn Grafen von Arnim und Herrn Eichhorn, an das Obervorsteherkollegium der Gemeinde eingegangen. Die Verfügung bestätigt die Wahl des vr. Geiger als ersten Rabbiners von Breslau, und bezeichnet die Wahl des Herrn Tiktin als illegal, da dieselbe nicht vom Obervorsteheramt, welches die einzig kompetente Behörde ist, ausgegangen sei. Ferner ist das Obervorsteheramt, bei der Nothwendigkeit eines zweiten Rabbiners, ermächtigt worden, eine neue Wahl vorzunehmen. Ein anderer Punkt der Verfügung sagt, daß die Statuten, welche die Mitglieder der Gemeinde unterschreiben, um die Mitgliedschaft zu erlangen, für Alle bindende Kraft hätten, und zwar so lange, bis das neue Judenreglement, welches dem Staatsrathe jetzt vorliege, die bestehenden Verhältnisse geordnet habe. Auch von der Anklage, die von einer gewissen Seite bei den hohen Ministerien erhoben ist, daß die Vorsteher einen neuen Kultus im großen Te.mpel eingeführt haben, sind dieselben als in ihrem Rechte befreit worden, da man keinen Juden zwinge, einen bestimmten Tempel zu besuchen. Oesterreich. Lemberg, 30. Oktober. (Privatmitth. Schluß.) Im Dienste dieser Partei stehet der Religionsweiser der Stadt (Ttf» tum) — in der indeß weit weniger Juden wohnen als im zweiten und dritten Viertel der Vorstadt — Herr Isaak Juer Horowitz. Ein feiner Kopf! der einiges weltliches Wissen, aber weit mehr List als Gelehrsamkeit besitzt, und ziemlich geschickt Fanatismus zu affektiren verstehet. Dieser hat vom Anfang gegen jedes Unternehmen des Vorstandes protestirt. Der weit gelehrtere und wahrhaft fromme Religionsweiser der Vorstädte Herr

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