Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 48 (25.11.1844)
- Date
- 1844-11-25
- Page
- Seite 690 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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690 ner? dazu fehlten ihm die allernöthiZsten Kenntnisse, und die Geduld, sich diese zu erwerben. Prediger? dazu fehlten ihm ebenfalls die Kenntnisse; denn kann man sich wirklich des Lachens nicht entwehren, wenn man sich Bloch, der in seiner deutschen und ungarischen Sprechweise den Hegyalja-Juden zur Schau trägt, als öffentlichen Redner denkt. Unbefriedigte Eitelkeit war es also, die ihn allem Anscheine nach zum Schüler Lutheri machte. Tenn als Lutheraner hat er doch den Professortitel erobert! Aber merkwürdigerweise hat Vajda in ihrer Kirchen- und Schulzeitung den Ruhm der szarvaser Gemeinde verkündet, daß dieselbe bei der Wahl Blochs „über alles religiöse Borurtheil" erhaben war!! Armer, bedauernswcrther Bloch! Achten wir auf Dein Verfahren, auf Dein Benehmen, auf Der ne judenfeindlichen Aeußerungen; so will es uns fast scheinen, das Wasser, womit Du getauft wurdest, sei aus dem Lethestrome geschöpft gewesen, und Du habest dadurch Dein ehemaliges Judernhum ganz vergessen. Aber Deinen nunmehrigen Glaubensgenossen laffen's Dich nicht vergessen, sie bekennen es laut, daß sie gegen Dich, den ehemaligen Juden, doch noch immer ein Vorurtheil zu überwinden haben! Und nun, hochwürdiger Herr, bin ich mit meinen Bemerkungen zu Ente. Manches, glauben Sie es mir, hätte rch gerne unterdrückt, hatten Sie cs nicht auf eine ziemlich verständliche Weise angedeutet, daß höhere Bildung den Juden zur Untreue gegen seinen Glauben führen müsse. Dagegen protestiren wir mir allem Nachdruck. Nein, keine Bildung kann uns an dem Glauben unserer Väter irre machen. Je gebildeter wir sind, desto heiliger sind uns die Grundsätze der Wahrheit und der Ehre, desto theurcr ist uns unser väterlicher Glaube. Manche geschichtlich gewordenen Formen des Judenihums wollen wir der Geschichte anheim fallen, lassen; aber die Wahrheiten, die uns Moses und unsere Propheten gelehrt, und die unsere Psalmisten zu so herrlichen Liedern begeistert, diese Wahrheiten wollen wir uns bewahren und erhalten, als das NOU plus uhra aller religiösen Ertenntniß; wir wollen wachen über unser Heiligthum mit der Standhaftigkeit, mit der Beharrlichkeit, die wir durch Jahrtausende bewährt haben. Manchen Gebrauch, manche Zeremonie lassen wir fahren, die Läuterung und Veredlung unseres Gottesdienstes ist uns eine heilig wichtige Angelegenheit: aber der inhaltsschwere Gottesruf „Du sollst den Namen -es Ewigen, deines Gottes, nicht vergeblich aussprechen" hallt um so gewaltiger wieder in den Tiefen unserer Seele, und stößt uns ein Grauen ein vor einem Gottesbekenntniß, an dem das Herz keinen Theil hat. Genehmigen Sie, hochwürdiger Herr, die Versicherung meiner aufrichtigen Hochachtung, mit welcher ich die Ehre habe, zu zeichnen Leopold Löw, Oberrabbiner. Zeitungsnachrichten. ' Deutschland. Kreuznach, 24. Oktober. (Eingesandt.) Auf die Anfrage einiger Mitglieder meiner Gemeinde in No. 41 d. Bl., kann ich Ihnen schriftlich nur dieselbe Antwort ertheilen, die ich auch mündlich gegeben. Ich hielt es nämlich aus religiösen Gründen, gestützt auf die Stelle im Trakt.!-h fol. 32 b. Für unstatthaft, am Borabende des rn, am Tage des göttlichen Gerichtes über Leben und Tod,' vor dem allmächtigen Weltenrichter 'mit Musik zu erscheinen. Auch m"s> ist ein Fast-, Buß - und Bettag. ^— Lieb, sehr lieb wäre es mir daher gewesen, wenn man nach meinem Wunsche die Einweihung am Tage vor abgehaltcn hatte, und noch lieber — wenn das bescheidene X statt schriftlich mich mündlich um meine Meinung ersucht hätte, obgleich ich das Licht der Oeffentlichkeit nicht scheue. Joseph Hirsch, Rabbiner. Aus Kurhesferr, 6. November. (Eingesandt.) Weder die Allgemeine Zeitung des Jud^nthums noch die Protokolle der Rabbinerversammlung zu Braunschweig haben bis jetzt nähern Aufschluß darüber gegeben, ob cs die Absicht der Rabbinerversammlung zu Braunschweig war, mit dem it» Gebet auch den unmittelbar darauf folgenden Vers bab nböM m» abzuschaffen. Nun lesen wir aber in No. 41 dieser Blätter einen Artikel aus Braunschweig, wo es heißt: „Auch hier wurde das Kol Nidre-Gebet hinweggelaffen, und gleich mit nböii angefangen." Wir finden es daher für nöthig, auf diesen offenbaren Jrrthum aufmerksam zu machen. Der Vers nb22i ist (nach: mnan , ab» tp &'-nj nsöin L^'Sn ''v H'n öiabi lediglich als der Schlußsatz des ba-Gebets zu betrachten, und es versteht sich von selbst, daß, wenn das ^12 ba-