Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 48 (25.11.1844)
- Date
- 1844-11-25
- Page
- Seite 688 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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688 kungen miffielen. Aber ich vertraue Ihrer Wahrheitsliebe, und darum gestatte ich mir getrost auch die folgenden Aeußerungen Ihrer Apologie mit meinen unmaßgeblichen Bemerkungen zn begleiten. Sie fabren nämlich fort: „Wenn den Politikern, die in Bloch einen begeisterten Vermittler nationaler Gesinnung, mit einer Menschenrasse, die sie in die Schranken der Nationalität zu ziehen wünschen, das Abtreten desselben von dem Schauplatze ungewünscht gekommen sein mag; so sah doch jeder Vernünftige seinen Schritt als notwendige Konsequenz der ganzen Richtung seiner Geistesbildung." „Ten Politikern war Bloch's Uebertritt unerwünscht, aber jeder Vernünftige sah dessen Nothwcndigkeit ein"! Ist also jenen Politikern schlechterdings die Vernunft abzusprechen, .sind sie Unvernünftige? Ich — das gestehe ich offenherzig — bin weit entfernt, jenen Männern, welche Sie mit dem Namen „Politiker" bezeichnen, die Vernünftigkeit abzusprechen, ja ich habe sogar Ursache, dieselben wegen Lbrer Weisheit und ihres Patriotismus doch zu achten. Diese „Kinder der Welt," die freilich nicht immer und nicht Ln allen Stücken mit uns Theologen übereinsiimmen, argnmentrrcn ungefähr wie felgt: Blech konnte einsehen, daß er, seiner ewigen Seligkeit unbeschadet, Jude bleiben durfte. Nun war er aber vermöge der Auszeichnung, die ihm von Seiten der gelebrten Gesellschaft geworden, gerade als Jude am Geeignetsten, die so wünschenswerthe Nationalisirung der Juden zu fordern, und dem Dalerlande einen nicht unwichtigen Dienst zn leisten. Durch seinen Eintritt in die lutherische Kircke hat er sich alles Einflusses auf die Juden beraubt, und also das, was er dem Varerlande zu leisten vcrpsilchtet war, nicht geleistet. Er batte doch denken sollen an die Lcbre unseres unsterblichen Kclcsey: Negy szdeskat iizemek. vesd jdi kebeledbe, s Fia.lnak Kau yd üiijkü 1 ha ki huny sz: a li a z a »linden e J ö 11! * ) Ob ein solches Raisonnement christlich sei, kann und darf ich nicht entscheiden; daß es nicht unvernünftig sei, wird, glaub ich, Niemand bestreiten. Wol aber wird sich mancher Vernünftige zum Wiederspruche geneigt fühlen, wenn Sic behaupten, „daß jeder Vernünftige in Blocks Schritt nur norhwcndigc Konsequenz der ganzen ) Vier Worte nenne ich, nimm sie zu Gemülb' und dem Sohne Laß sie jtun Erb' wenn du stirbst: Vor Allem das Vaterland! Richtung seiner Geistesbildung" sehen mußte. Freilich hatten Sie bei diesen Worten wol nur christlich Vernünftige im Sinne, und ick, der ich mich zu diesen nicht zählen kann, hätte demnach kein Recht gegen Ihre Behauptung Einsprache zu thun. Aber folgende Aeusserung eines christlichen Theologen dürste nicht ungeeignet sein, Ihnen darznthun, daß auch nicht alle christlich Vernünftige geneigt waren, in Ihr Urthteil einzustimmen. „Es bleibt immer merkwürdig, — so lautet diese „Aeußerung — daß unter allen Völkern von einiger Be- „deutung die Juden das Einzige geblieben sind, welches „von dem reinen Deismus nicht weichen, nur den Einen „Gott anbeten wollte. Allerlei Gottheiten wurden ibnen „aufgedrnngen; aber sie haben dieselben alle wieder ver- „lassen. In der Zerstreuung unter assyrische Volker haben „sie manches Fremde in ihren Glauben ausgenommen, „haben sie sich mit der Lehre von Engeln und Teufeln „befreundet; aber nur dem Einen Gott brachten sie ihre „Opfer und widmeten sie ihr Gebet: und wenn sie auch „ihre Schutzengel haben wollten, so haben sie dieselben „doch nicht angcrufen: Gott blieb ihnen Alles in Allem. „Späterhin, unter Griechen und Römer zerstreut, sahen „sie den prächtigen Götterdienst, und doch gelüsteten sie „nicht nach den Altären der Heiden, noch schassten sie „sich Ueber- und Untergötter: fester hielten sie an der „reinem Religjouslehre als Manche unserer evangelischen „Christen, welche in den Tempeln zu Rom sich berauchern „lassen. Wae ehrwürdig würden die Juden durch diesen „reinen Deismus sein, wenn sie weiter Nichts als diesen „von ihren Stammvätern und späteren Vorfahren ererbt „und bewahrt, wenn sie ihre abgeschmackten Gebräuche, „ihr mangelhaftes Gesetz und ihren jüdischen Sinn auf „gegeben hätten. Verargen dürfen wir es ibnen nicht, „daß sie auf jenen unter allen Gefahren bewachten „Schatz stolz sind, und, weit sie den reinen Deismus in „keiner andern Religionsart wieder zu finden glauben, „alle nähere Gemeinschaft mit anderen Völkern vermeiden. „Wenn nicht ganz besondere Umstände eintreten, die Gott „nur vorhersehen kann, so wird das jüdische Volk im- „merdar vom Christenthume fern bleiben. Einzelne, de- „nen die Religion überhaupt gleichgültig ist, treten „über, mehr zur Christenheit, um davon bürgerliche Vor-! „theile zu genießen, als zur christlichen Religionsart, „und die Versuche der Judenbekehrung, welche hier und „da gemacht werden, können das gewünschte Resultat „nicht gewähren. Eben so wenig erwarte man in dieser „Rücksicht von der großem Aufklärung und Ausbildung