Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 46 (11.11.1844)
- Date
- 1844-11-11
- Page
- Seite 660 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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660 nen Rechtsstreit einlassen könnten, wo ein weitläufiges Besprechen von Thaten und Vorfällen die unfern gerechtesten Ekel erregen unvermeidlich sein würde. — Wir wollen rein bleiben, von jeder Berührung rein bleiben. — Und welches beleidigende Wort auch Herr Dr. Sz. gegen die Korrespondenten der „AUg. Zeit, des Judenth." gebraucht, so kann sie dies um so weniger treffen, als sie bis jetzt nur als die Organe der öffentlichen Meinung gegen elende Umtriebe gemeinster Art, wie sie nur die Menschheit brandmarken, und die aller Welt bekannt sind', in edelster Entrüstung aufgetreten sind und dagegen geeifert haben. Der Herr Dr. Sz. hat aber eben weil er mehr offensiv als defensiv auftrat diesen Standpunkt nicht verrückt; wir bleiben daselbst stehen. — Nun aber gewiß Niemand uns zumuthen wird, den Artikel dort zu begegnen, wo er von der eigentlichen Sache abweicht und auf ein fast judenfeindliches Gebiet hinüderstrcift; wo wir all' die Satze anklingen hören denen schon so oftmal ist gründlich und unwiedcrlegbar von den vortrefflichsten Männern opponirt worden; wir anderseits auch die Lust in uns unterdrücken gegen gewisse Vokabeln, Perioden und Redeweisen in einer losen Polemik hier weiter zu Felde zu ziehen, wollen und müssen wir hier nur noch auf einen Punkt zurückkommen. Wenn der Dr. Sz. sich nämlich einen Angriff auf den Korresp. aus Pesth in No. 31 dieser Zeitung erlaubt, und meint, es befänden sich da „lügenhafte Angaben" („die zu berichtigen er nicht berufen") so ist hiermit wieder— weil alle Beweise ausbleiben — nichts weiter g ethan als durch grobe Beleidigung sich gegen einen Nebenmenschen versündiget; wir legen daher mit ernstem Gemüthe die Sache dem Herrn Geistlichen ernst und feierlich an's Herz und empfehlen ihm aufrichtige Reue an; grob könnten wir auch sein wenn wir wollten, aber das wollen wir nicht; — uns stehen, wenn's Noth thut, bessere und ehrenvollere Waffen zu Gebote. Ist man von der Unrichtigkeit einer Zeitungsnachricht vollkommen überzeugt, so steht Jedem das Recht frei und ist Jeder im Berufe die Sache mit ruhigem Geiste zu berichtigen, und die Quelle des Berichterstatters als trübe zu bezeichnen; glaubt man sich aber in viesem Recht und Berufe nicht, so ist man es auch nicht dahin Jemand geradeweg der Lüge zeihen zu dürfen. Wir sprechen nur ruhig und gelassen aus was recht, und ereifern uns gar nicht, obwol wir in unserer reinen Ueberzeugung das Recht dazu hätten. Es scheint uns dies die einzig vernünftige Handlungsweise, um aus einem Ehrenkampfe der auf dem Papier verfochten wird, unbescholten hervorzugehn. Nur soviel möchten wir wol anmerken, daß wenn der vr. Sz. an den Herrn Redakteur dieser Blätter, dem jedes Geschehniß im Judenthume zu Ohren kömmt, die Worte richtet: „Allein Sie scheinen über die Stimmung der Oeffentlichlichkeit in Beziehung auf meinen Freund überhaupt in starkem Jrrthum zu sein" er dadurch immerhin die Vermuthung aufkvmmen laßt, daß er gar keine Wissenschaft davon hat, in welchem Tone auf einem gewissen Landtage von einem gewissen Menschen geredet wurde, und dadurch nur Jedermann berechtiget, steif behaupten zu dürfen, es wäre wol im Reiche der Möglichkeit, daß etwas — wenn auch nicht in so großer Ocffentlichkeit — sich zutrage, wovon der Herr vr. nun eben nichts wissen müsse. — Wenn ferner die Bewerbung des M. B. an dem Gymnasium der augsb. Konf., auf der Behauptung gestützt, bestritten wird, daß keine Vakanz auf diesem Institute stattgefunden, so erwiedern wir schlagend und kurz und nehmen ganz Pesth zu Zeugen, daß, sobald vr. Tarbner nach Italien abging, und noch lange später bis erst kurz, mehrere Schwankungen und Veränderungen in der Kreirung der Herren Professoren sich wirklich ereignet haben, und jene Notiz also, die zu Ehren der cvangel. Gemeinde herangebracht wurde, keinesweges als aufgehoben betrachtet werden kann. Aber bevor wir von dieser gar so wichtig gewordenen Gelegenheit scheiden, fühlen wir uns gedrungen noch Folgendes auszusprechen: Man sieht, wir benehmen uns hier im Ganzen mehr ablehnend als anpreisend, und diese Taktik kömmt uns freilich unseren Gegner gegenüber, der eben bloß angriff anstatt er nur hätte abzulehnen gehabt — können wir nur unsere Besonnenheit behalten — einzig und allein zu; sollte man uns jedoch abermals herausfordern und wir wieder diese Arena betreten, dann werden wir erst unsere Parala cornua zeigen; dann wollen wir wenn die Saat des Bösen noch weiter fortwuchert, und mehr überhand nimmt, alle Skrupel die uns jetzt davon abziehen, Niederschlagen, und indem wir sprechen wie uns der Schnabel gewachsen ist, soll man auch in den der Sache entfernteren Kreisen