Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 44 (28.10.1844)
- Date
- 1844-10-28
- Page
- Seite 624 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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624 sam bekannt sind, daß das Konnte ihre Namen von selbst auf die Kandidatenliste stellen könnte." Frankreich. Paris, 10. Oktober. Der durch die Judenverfolgung zu Damaskus berüchtigte Graf Ratti- Menton, zuletzt französischer Konsul zu Kanton in China, hat dort so viel Unheil angerichtct, daß die Chinesen mit den Franzosen Nichts zu thun haben wollen. S. eine Korresp. in der Allg. Preuß. Zeit. No. 2SS vom 16. Oktober. Paris, im September. (rUniv. isr.) In Folge seines Beschlusses in Betreff der Unterdrückung der Mczizah bei der Beschneibung, hat das israelitische Konsistorium von Paris den Beschneidern der Hauptstadt die Verbindlichkeit auferlegt, sich eidlich zu verpflichten, dieser Maßregel sich zu unterziehen. Zwei Mohclim haben deshalb der Ausübung dieser Funktion entsagt. In der Gemeinde soll die Aufregung deshalb nicht unbedeutend sein. Paris, 2'i. September. (l'L'niv. isr.) Der Aufruf, den wir an die durch das Gesetz vom 2b. Mai neu geschaffnen Notabcln gerichtet haben (s. No. 39), hat Anklang gefunden. Eine große Anzahl ehrenwerkher Glaubensgenossen fordert uns auf, von Seiten der Notabeln vorbereitende Versammlungen vor dem Tage der Konsistvrialwahlen zu bewirken. Jedermann wird die Wichtigkeit dieses Projektes würdigen, der einen großen Theil der Erfolge in sich faßt, den man vom neuen organischen Reglement erwartet. Denn wenn die gegenwärtigen Notabeln ihre Mission zu erfüllen gedenken, indem sie den Traditionen der früheren Notabeln folgen, und den zukünftigen Notabeln dieselbe Verehrung für die Geldrücksichten und dieselbe Gleichgültigkeit für die religiösen Eigenschaften vermachen, so werden wir im Schooße unsrer Konsistorien immer Männer sehen, die Israeliten nur dem Namen und der Geburt nach sind. Die religiöse Gleichgültigkeit, welche man den Franzosen mosaischen Glaubens vorwirst, hat schon einen ärgerlichen Einfluß auf die bürgerliche und politische Stellung unsrer fremden Glaubensgenossen ausgeübt, denn überall geben die Gegner der Emanzipation vor, daß den Juden die bürgerliche Freiheit geben, nichts anders heißt, als Bürger ohne Glauben und ohne, Moral machen. Was können wix antworten, wenn wir die Leitung unsrer Religion Männern anvertrauen, die ganz chrenwerth sind, aber seit langer Zeit aufgchört haben dem Judenthume anzugehören? In den vorbereitenden Versammlungen, die wir Vorschlägen, müssen die Notabeln die Konsistorialkandidaten nicht allein über ihre religiöse Prinzipien befragen, sondern auch und besonders über den Theil, den sie an der Uebung unsres Kultus nehmen wollen: derjenige, der unsre Tempel nicht besucht, muß nicht in denselben kommandiren°). Deutschland. Brcrunschweig, 12. Oktober. (Erklärung.) La in einem Artikel der No. 41 Ihres geschätzten Blattes, datirt Magdeburg den 30. September. Herr Landrabbiner Dr. Herzfeld zu Braunschweig durch Sie, verehrter Herr Redakteur, erklären läßt, daß er die mir von Herrn Dr. Frankfurter in Hamburg zum Zwecke der Beförderung zum Drucke zugesandten Fragmente der Protokolle der ersten Rabbinerversammlung sich widerholentlich von mir zur Einsicht ausgeberen habe, aber stets vergeblich; fo c) So richtig der letztere Satz ist: so scheinen uns doch solche vorbereitende Versammlungen bei Wahlen in einen geistlichen Körper sehr sonderbar. Daß den Mitgliedern des Konsistoriums die Verpflichtung obliegen muß, von Zeit zu Zeit den Gottesdienst zu besuchen, theils um ihr Jntereffe an den geistlichen Dingen zu bewahren, theils um in Kennrniß der Beschaffenheit und der Bedürfnisse zu bleiben: aber Interpellationen über ihre religiösen Prinzipien an die Bewerber zu richten: was hältst Du von der Unsterblichkeit der Seeles oder was hältst Du vom Talmud;' was meinst Du über den Sabbat? oder was meinst Du über die Piutim? ff. ff. sich einem solchen Examen in religiösen Dingen unterwerfen, wird wot kein Ehrenmann wollen, und irren wir uns nicht, so ist auch der Ehrgeiz um die fraglichen Stellen nicht so groß; was könnten da für Skandale und öffentliche Zankereien entstehen! Nein! anders polilica, anders reiigiosa. Untersucht das Leben eines Mannes, da sehet nach seiner Würdigkeit, da liegen seine Prinzipien in Thaten, nicht bloß in Worten da! Redakt.