Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 41 (7.10.1844)
- Date
- 1844-10-07
- Page
- Seite 578 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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578 fentlichen Steigerung ausgesctzte Acker bei dem am 10. August vorgenommenen Verkaufsversuche aus dem Grunde nicht verkauft werden konnte, weil eine so fluchwürdige Handlung eines Sohnes gegen seinen greisen Vater alle anwesenden Kaufsliedhaber mir Abscheu und Entrüstung erfüllte, so wird hiermit ein zweiter Verkaufsocrsuch auf Samstag den August mit dem Bemerken festgesetzt, daß der Zuschlag erfolgt, wenn auch nur ein einziges Gebot stattsinden sollte. Das Bürgermeisteramt. Raus. Man sieht, wie vier der Christ mit dem Staatsdiencr in Kollision gerarhen ist, und wie jener durch die Weise der Bekanntmachung seine Indignation und Enirüstung gegen die vorzunchmcnde Exekution a-rszt,sprechen sich gedrungen fühlt, während dieser doch, sie vvllstrcchen must. Ehatsachen ähnlicher Art, wenn auch nicht gerade so augenfällige, kommen ohne Zweifel häufig vor im Leben, und widerlegen um besten die Faseleien vorrr christlichen Staate. vr. Wss. Preußen. Betsim, 36. September. (Privatmitth.) Als ein Epoeye machendes Ereigniß wird es hier angesehen, daß beim seierlichen Empfang des Königs und der Königin die israelitischen Geistlichen mitten in dem feierlichen Aufzuge erschienen, in welchem sich die Dikasterien vom Äatyhause nach dem Schlosse begaben, und am Portale des Königs harrten, und dass der Rabbiner Oettinger zu der um 4 Uhr begonnenen, aus dreihundert Personen bestehenden Mitragstüsei vom Könige gezogen ward. Derselbe ward auch von Sr. Majestät befragt, wie alt er sei? wie lang,! bei der berliner Gemeinde angestellt? und wie er zufrieden sei? auf welche Fragen unser Rabbimnsvcrwalter nach seiner Weise antwortete.— Man uur.’: dies woi n\u Liecht als ein Ereigniß betracheao nicht ohne Folgen sein wird, da cs erstens ans die Bcamreuwcit in Bezug auf Behandlung jübi'cster Geistlichen einen vortheilhasten Eindruck ma- : i: auch, andrerseits in Zukunft bei ähnlichen Getcgw,wi;cu durch diesen Vorgang die jüdischen Geistticheu das Recht des Erscheinens haben, welches man ihnen bisweilen verkürzen wollte. — Nach den Feiertagen wird der Herr Dr. Sachs hier eiupregen. Creuznach, 16. September. (Privatmitth.) Mit wahrer Freude sehen wir heute wie unsere noch vor sieben Monaten im verfallenen Zustande befundene Synagoge durch neue Restauration sehr schön geordnet ist, und alles was zur Verschönerung und Zweckmäßigkeit derselben geschehen ist, läßt nichts mehr zu wünschen übrig. Dank dem neuen Vorstände für seine Regsamkeit, die er dabei gezeigt, und wünschenswcrth wäre cs, wenn der Gottesdienst recht bald eben so schön geregelt würde, wie es das freundlich schöne Verhaus geworden ist. So rasch auch die Arbeiten der Synagoge betrieben wurden, so konnte der Ausbau doch erst in der Woche vor n:«n «sn beendigt werden und zur Einweihung des ZiempelS worin nder Gottesdienst unumgänglich zu halten nöthig war, blieb keine andere Zeit als am Vorabende des fh nämlich Freitags vor nn:» pr. Mehrere Sänger und Musiker aus der israel. Gemeinde, mit ihnen an der Spitze der treffliche Vorsänger Herr Ochs erhielten von dem löblichen Vorstände die Erlaubniß, ein Chor zu bilden um die Einweihung durch Absingen einiger Psalmen mit Musikbegleitung;u verherrlichen. Als man sich mit der Anordnung dieser Fesiesbegehung beschäftigen wollte, kam das Verbot des Herrn Rabbiners „er rönne die Einweihung des Bempels durch Gesang mit Musirvczlntung am esp nicht erlauben," an. Daraufhin unterblieb jede Zeremonie einer Einweihung und die Synagoge wurde rn? zum Erstcnmale besucht um den Gottesdienst abzuhaltcn, was die Herzen vieler Gutgemeintcii wirklich betrübte. Man beruhigte sich zwar mit dem Verbot veS Rabbiners, weil er dasselbe doch ohne Grund nicht erlassen haben würde; da er einen solchen aber nicht namhaft gemacht hat, so dürfte es wvl nicht unangemessen sein,, denselben zu bitten „er möchte so gefällig sein und uns in der Zeitung des Judenthums gütigst anzeigcn, aus welcher Ursache es nicht erlaubt werden könnte, am ap? nnrc a-np n:tan cki eine Synagoge durch Gesang und Musikbegteirung euizuwci'M? Namens mehrerer Gemeindemitglieder X. Oesterreich. Preßburg, 19. September. (Privatmitth.)