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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-10-07 · Heft 41 (7.10.1844) · p. Seite 575

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 41 (7.10.1844)
Date
1844-10-07
Page
Seite 575 (sequence 3)
Language
German
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575 Soll Lndeß doch etwas darüber gesagt werden, so müsse es vor der Hand noch (tat Gegensätze zur Aeußerung Holdheims) als unentschieden angesehen werden, ob nicht die Erziehung der Kinder Ln oer israelitischen Religion die Gültigkeit der Eheschließung bedinge. Er sucht dies zu rnotiviren. Auch Kahn spricht sich in letzterer Beziehung mit Adler übereinstimmend aus. Schott (gegen Holdheim): Wenn auch die Zeremonien bei der Trauung wegblerben können, so darf doch ridr nicht fehlen, worin die Heiligkeit der Ehe schon ausgesprochen liegt. Präs, fragt: Soll der Antrag der Kommission in der Fassung: Ehen zwischen Juden und Christen, Ehen mit Monotheisten überhaupt sind nicht verboten," angenommen werden? Tie Majorität: Nein! Nun stellt Philipp so u den Antrag in folgender Fassung: „Die Ehe eines Juden mit einer C h risti u, die Ehe mit Angehörigen m o n o t h e i st i s ch e r R e - ligiouen überhaupt ist nicht verboten, wenn den Eltern von den Staatsgesetzen gestattet ist, die aus solcher Ehe erzielten Kinder auch in der israelitischen Religion zu erziehen." Die Majorität nimmt diese Fassung an! Jolowicz verwahrt sich gegen diese Fassung der Antwort zu Protokoll, weil dieselbe gegen den Ausspruch der pariser Sanhedrin, so wie gegen die Bestimmung des, Talmuds über diesen Punkt, die noch nicht aufgehoben ist, läuft. Eben so Beu Israel. Dr. Klein ) I)r. Herxheimer f enthalten sich der Abstim- I)r. Herzfeld / muug. Di. A. Adler Frage 4 lautet: Sind Ln den Augen der Juden die Franzosen ihre Brüder oder Fremde? Antwort: Die französischen Juden sind Brüder der Franzosen. Vorschlag der Kommission. Der Jude nennt die Mitglieder des Volkes, unter dem er lebt, seine Brüder. Adler: Er will, daß nicht bloß gesagt werde, daß die Juden in den Mitgliedern der Völker, mit denen.sie leben, Brüder erblicken, sondern in alten Menschen. Nach dem Spruche des Propheten: Haben wir nicht alle Einen Vater re. Frankfurter: Die Sache ist ganz richtig. Allein die Frage ist nicht die ethische, sondern die staatliche. So frei und kosmopolitisch im Judenthume der Grundsatz der Anerkennung der Menschenwürde und der Liebe ist, so möchte ich doch nicht, daß die Liebe zum Volke und den Angehörigen desselben nicht besonders hervorgehoben werde. Wir lieben als Menschen alle Menschen, aber als Deutsche die Deutschen als Kinder des Vaterlandes. Wir sind und sollen Patrioten und nicht bloß Kosmopoliten sein. S a l o m o n: „Liebe Gott von ganze m H e r z e n un d ganzer Seele und m 11 a l l c n deine n K r ä f - t e n und deinen R eb e n m e n sch e n liebe w i e T i cb selb st" das ist — Judenthum. — „Liebe Gott über alles und Deinen Nächsten wie Dich selbst" das ist — Christenthum. Wer dagegen handelt, ist rein Jude, ist kein Christ! Wie sollte denn der Christ demnach den Juden anders betrachten als seinen Bruder! Wenn indeß in der Vormittags-Sitzung von einem der verehrten Redner behauptet wurde, daß der Christ in seiner Liebe gegen den Juden viel zu wünschen übrig ließe, sowie er das Gesetz der Nächstenliebe nicht so übe, wie er solle, so sind hierbei zwei Begriffe konfundirt worden; man hat im Fluß der. Rede das,.was vom Christen als Bürger gilt, auf den Christen als Menschen angewendet. Dem ist aber nicht also. Freilich die politischen Konflikte werfen gar oft e>A neu Schatten auf die christliche Menschenliebe, aber dieser Schatten hüllt nur den Bürger ein, nicht aber den Menschen. Der steht über dem Bürger, und wir haben allesammt die Aufgabe, dahin zu wirken, daß dieser Grundsatz recht erkannt und für das Leben anerkannt werde, 'daß der Mensch höher stehe als der Bürger, oder—biblisch zu reden — daß Mensch und Bürger sich begegnen und küssen. So wird cs auch wol heule Vormittag gemeint gewesen sein. Hirsch nnterscheidet auch Vaterlandsliebe und Menschenliebe und ist für die Fassung der Antwort analog der des pariser Sanhedrinmö. Hold heim: Er findet das Gebot der Anenenuuug und der Liebe gegen den Vaterlandsgmossen schon in den Geboten des Pentateuchs, der, wenn er von der Liebe des Israeliten zu dem Israeliten spricht, nicht den Glaubens-, sondern den Volksgenossen speziell meint. Wew dun Israeliten einst in Beziehung auf den JsraAiteu

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