Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-09-30 · Heft 40 (30.9.1844) · p. Seite 570

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 40 (30.9.1844)
Date
1844-09-30
Page
Seite 570 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3224737-3225335-3225376--06354-3315165
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

570 den; ebenso wurde Joseph selbst nach seinem Tode, und zwar nach der Erklärung des Midrasch Rabbah 1 B. M. 50 Vers 26 von seinen eignen Brüdern cinbalsamirt. Ohne Zweifel sind die Adgypter in den ältesten Zeiten die Erfinder der Kunst des Balsamirens gewesen. Geleitet von dem Wunsche, den eignen Körper, wie die Körper der Angehörigen nach dem Tode vor Verwesung zu schützen und in ihrer natürlichen Gestalt zu erhalten, erfanden sie geeignete Mittel, gewisse balsamische Stoffe, um damit frische Leichname anzufüllen.. Eine solche Einbalsamirung ist und war aber ohne vorhergcgangene Sektion, oder Zerlegung der Leichname ganz unmöglich: wie schon Abarbanel an der benannten Stelle bemerkt: V, , a-'-s i 21 ,N22N1 , 2^N1 ,71172N '«nsr: r- Vr^a V'n;; :: '->273 yi^n irram , rpasn; ppn;: tr; /'Wz •<: '73-3 -,-3 n-2i ^2-: '-^prr;:w2f7 ,Tbn -b ar baa , *p2£i , r>i5N rr 'Nibnb ,ir b” STSpl ,'22< JpÄo ,m&'& 2"72'> ‘pnm ibto nMin!-isn:n , ma-ws aaN •'irs '2273 ■,2-ix -:a i:aa tpmm sbi jrrao' ssbi , wrs.i' sbi -rN-a-a -a ,Ui‘a SJ3 isrvp wm ican nr aai ':21 125 '173L2M. Wenn demnach Einbalsamirung der Leichen gestattet war, so muß natürlich auch die dabei nothwendige Sektion gestattet gewesen sein. II. Biel später, erst lange nach der biblischen Zeit scheint die Idee der Ehrfurcht und der frommen Pietät gegen die Verstorbenen, welche allerdings eine der ältesten jüdischen Anschauungen ist, zu dem Begriff von Heiligkeit und Unverletzlichkeit jüdischer Leichen geführt zu haben, so daß die Schändung derselben als ein Sakrilegium angesehen ward. Daß im Talmud der jüdische Leichnam als ein Heiliges oder Geheiligtes betrachtet wird, läßt sich schon aus dem Umstande vermuthen, daß (rrrias ub rr-ü) die Regel ausgestellt wird: nrrana tick n«, und nicht allein der Leichnam selbst und was, mit Ausschluß des Haares, zu seinem Leibe gehört, sondern sogar das erbaute Grab sj'NN-a pa bw “op 'a’ti»), die Todtenkleider, sobald sie dem Todten geweiht, für jeden anderweiten Gebrauch verboten sind (io Die in Sanhcdrin 47 u. 48 diskutirte Frage: ob (snrn l-uarn) die bloße Bestimmung ohne Gebrauch schon hinlänglich sei, die Sache für jeden anderweitcn Gebrauch als verboten zu betrachten, noch mehr aber der Vergleich des Todten Tefillin, also eines wirklich Heiligen, muß uns in unserer Vcrmuthung nur bestärken. Daß aber der jüdische Leichnam als ein Gegenstand des ‘■na'N bezeichnet wird, leitet der Talmud s'a ll"a i-nr mas) von naias und dieses von tranpa n, 2' ro n-aa — avaap ab: es wird also der Leichnam mit hsvi» fr?;?, rcsp. mit a'-aap — einem selbstständigen Heiligthumc in eine Kategorie gebracht, also selbst als heiliger Gegenstand betrachtet, waS wol darin seinen Grund haben mag, weil der Verstorbene selbst als Opfer, und zwar als ein Sühnopfer seiner Sünden angesehen wird, ba nms — .nlssa Mn-’?: irib? msa» a-p'NL — daher die bekannte Erklärung: bai -p-ip aa-3 — a-ppi -o an«. Wenn sich daher gleich selbst im Talmud nirgends ein ausdrückliches Verbot gegen die Vornahme der Sektion einer israel. Leiche vorfindet, so finden wir aber doch, daß die Unzulässigkeit einer solchen aus dem Grunde vorausgesetzt wird, weil der Todte als ein heiliger, unverletzlicher Gegenstand zu betrachten ist, der durch eine derartige Zerlegung geschändet würde. So in Chullin I I, l). ':am narrn asm .ns aiina 'tn '-3N bna ai Dtjju' ierb Nb« rtin Nanu 'nb-H aiN'bi ''bap ern N'b iirparn N73'n 'Di aari -ina b'T ■p'-iHN-i Jbilm Np Ferner je* n"ap r>n Nana saa: nai ra» 'aara an«a paa 'raa in»»» nrp73 nyiaa rvr;;up “i7aab iwi NN2M3 aa iNai er anb ipnab ma na-’py 'a-i n« ibN-ai irrai ,(a""* 'o n'a-i 'o gan) —! ibaaeb a'N-an anN Hingegen aber ist aus den angeführten Stellen selbst bewiesen, daß wenn eine solche Sektion nicht in unedler, Todten schändender Ansicht, sondern im .Gegentheil lediglich zu dem Zwecke vorgenommen wird, um durch die aus der Sektion zu erlangenden Resultate zur Erhaltung und Rettung lebender Menschen beizukragen, dieselbe als vollkommen zulässig erscheint.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.