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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-09-23 · Heft 39 (23.9.1844) · p. Seite 546

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 39 (23.9.1844)
Date
1844-09-23
Page
Seite 546 (sequence 6)
Language
German
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546 Die Tüchtigkeit dieser Männer läßt uns das Beste für diese Anstalt hoffen. Was den Bau des deutsch-israelitischen Bethauses betnfft, so wird das Dach desselben mit Eisenblech gedeckt, und hoffen wir mit Zuversicht, daß im künftigen Jahre dieses Gebäude vollendet dastehen werde zur Ehre Gottes und zum Ruhme seiner Begründer^). Große Erwartungen hegen wir von dem h. Orts genehmigten Armeninstirute, welches der leider in Lemberg so überhand genommenen Bettelei ein Ziel setzen soll. Möge unsere Gemeinde dieses Werk nach ihrem bekannten Wohllhatigkeitssinne unterstützen, zur Verbesserung der Lage so vieler Tausende beitragen und sich nicht durch die Schwierigkeiten in der Ausführung dieses Institutes abschrecken lassen, da nur der Geist der Einheit und die, tdatige Liebe gegen seine Mitmenschen Resultate zu Tage fördern, die bisher in dem Reiche der Unmöglichkeit zu liegen schienen. Als Beweis, daß auch die anderen Schwestergenreinden Galiziens an den Bestrebungen de6 lemberger israelitischen Vorstandes lebhaften Antheil nehmen und sie zu würdigen vergehen, möge das Städtchen Bolecbow in stryer Kreise dienen. Dieses Städtchen zahlt nahe an 3000 Seelen, hat aber in ihrer Mitte eine gebildetere und strebsamere Judenschaft und ist geleitet von einem wackern Vorstände, der mit dem Plane umgeht auch daselbst eine, der lembergcr ähnliche, Schule zu errichten. Die zu diesem Zwecke bisher gesammelten Fonds belaufen sich auf mehr als 700 Fl. K. M. Wir wünschen dem Vorstände dieser Gemeinde einen günstigen Erfolg in seinen Bestrebungen, und würde hierdurch Bolechow den anderen kleineren Gemeinden Galiziens ein Beispiel der guten Gesinnung und würdigen Nachahmung geben"). Wir können nicht umhin, dem Oberleiter dieses Baues, ivmi F. Duds für seine Mühe und Unverdrossirwüc in d.r Führung dieses Baugeschäftes hiermit unjern Dank öffentlich abzUstalten, und hoffen wir von seinen'. Eifer, daß er sich ferner dieser Nationalsache arrnebmen und sich durch die Anfechtungen einiger Böswilligen in ninnu würdigen Bestreben nicht werde irre führen lassen. * ) Dieses Städtchen war es zuerst, welches in An- So geht denn nun in unserer Gemeinde Alles den Gang des Fortschrittes, nur bleibt uns zu wünschen, daß der Geist der Versöhnung und Eintracht alle Glieder unserer Kommune durchdringe, sie zur Erkenntniß des Guten führe und in ihnen das Streben erzeuge, sich von der Anhänglichkeit an blinden Wahn und eingealterte Vorurtheile immer mehr zu befreien, auf daß sie am Tage des Gerichts das Bewußtsein, nicht umsonst hienieden gelebt zu haben, tröste und beglücke! — PreHburg, 6. August. (Privatmittb.) Um die Art und Weise kennen zu lernen, wie die diesjährigen Stande die Verhältnisse der Israeliten ansehen, übersende 'ich Ihnen die Verhandlungen vom 3. August, wo die Judenfrage auf der Tagesordnung stand. Besser als alle Zeitungsreferate zeichnen jene die Gesinnung dieser Gesetzgeber. Am 3. August wurde in der Zirkularsitzung der ungar. Stände ein Nunzium in Betreff des Besitz-, Wohn- und Aufenthaltsrechts in den königlichen Bergstadten verlesen. — Da bekanntlich die Juden sich in der Umgebung der Bergstädte nicht aufhalten dürfen, wurde in dem Nunzium erwähnt „mit Ausnahme des 29sten Paragraphs vom Jahre 1840," welcher Artikel den Juden das Habitationsrecht nicht gestattet. — Der Deputirte vom sohler Komitat, in welchen mehre Bergstabte sind, machte folgende Bemerkung: „Der betreffende Gesetzvorschlag verbietet den Juden den Aufenthalt in den Bergstädten, da es aber von jeher der Gebrauch war, daß die Juden die Markte in diesen Städten besuchten, neuerer Zeit aber von den Behörden daran gehindert wurden, wäre es sein inniger Wunsch, sowie auch der Wunsch seiner Komittenten, daß in das Nunzium eine Klausel eingeschaltet werde, nach welcher den Juden gestattet sei, die Märkte zu'besuchen. — Hierauf antworteten ihm Mehrere. Die Judensache soll heute ohnehin als Gegenstand der Berathung vorgenommen werden, möge der ehrenwerthe Deputirte seine etwaigen Bemerkungen später mittheilen. Mit dieser Erklärung nahm der erwähnte Deputirte beerkennung der Verdienste des (emberger Vorstandes um die Zivilisation ihrer Glaubensgenossen, demselben eine Dankadresse votirte.

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