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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-09-23 · Heft 39 (23.9.1844) · p. Seite 543

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 39 (23.9.1844)
Date
1844-09-23
Page
Seite 543 (sequence 3)
Language
German
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543 tung. WaS beschäftigte Esra und 'Ne hem La bei Israels Rückkehr aus der siebzigjährigen Gefangenschaft am Angelegentlichsten? Der öffentliche Gottesdienst! Was will ich damit sagen? Daß Gebet, Gottesdienst nicht bloß für die Kinder, für die Jugend, für die Menge, sondern für den Kern des Volkes, für Männer, für erleuchtete Männer sein müsse. — Ja, wichtiger ist nichts für das Volk, als die Sorge für den öffentlichen Gottesdienst. praa aan y» iros sage ich. Wie ist es jetzt z. B. in meiner Gemeinde gegenüber von früher! Wie so ist's besser worden? Durch unser Gotteshaus ist bei Hunderten eine religiöse Wiedergeburt bewirkt worden! Viele Familien, die früher wankten und schwankten, stehen jetzt fest in dem Gotte Jftaclö. Bodenheimcr will ein Buch für die Andacht des Volkes — wohl! Nur recht bald) Jede Stunde früher ist ein Gewinn. Aber was der ehreuwerthe Redner von dem Werthe der hebräischen Buchstaben sage, dem muffe er widerspreche«; B uchstab engötzendieust ist auch G ö tz e n d i e u st! Darum: Ein Andachtöbuch für öffentliche und häusliche Andacht! Dann geht auch Bodeuheimer viel zu weit, wenn er meint, er hätte' noch nichts für die Jugend und für das Volk. Formstecher hat ein Büchlein geschrieben, zwar nur für Kinder, aber 72 mcr a^pm a-'Vpir ^12. Ich nenne auch die Selima! und es giebt noch andere Bücher für die häusliche Andacht. Endlich: Auch gegen die Austcht, daß die hebräische Sprache allein heilig sei, daß dieses irgend eine Sprache sei, trete ich fest und kräftig auf. Wehe unö, wenn es kein anderes Band gebe für Israel als die Sprache. Das Band wäre langst zerrissen worden. Wir haben ein anderes Band, das uns bindet, zu einem Ganzen verbindet! Es ist die von Gott geoffenbarte Lehre, die uns an ihn und Israel kettet; es ist die große Aufgabe, die uns in dieser Lehre geworden, die uns an Gott, an Israel und an die Menschheit kettet; es ist die Aussicht in eine hellere und wärmere Zukunft, die uns vereinigt. Der Buchstabe tödtet, der Geist macht lebendig! Klein: Nach dem, was Dr. Frankfurter und Dr. Saloüron gesprochen, habe er wenig zu sagen. Ja, die Sprache, eine Sprache ist nicht das Band, das die J>- raeliten verbindet. Dazu — die Integrität des ganzen Siddnr! Als ob dieser ein Ganzes wäre? Ist z. B. itYp« und vieles andere ursprünglich, wesentlich im Gebet? Ist für den Antrag in seiner ganzen Fassung. Herzfeld: In der Debatte, die ich hier höre, Hab ich die Ausdrücke: Großvater, Vater und Sohn (den Präs, in seinem Anträge gebraucht) gleichsam durchlebt. Als ich den Antrag hörte, war's die Empfindung des Großvaters, der sich durch einen solchen Antrag schmerzlich berührt fühlte, da er glaubte, daß Alles, was ein Geist, durch Frömmigkeit geläutert, beanspruche, am Ende realifirt werden müsse, also auch die alte, in das Gemüth verwachsene Liturgik im Begriff stehe zusammen zu stürzen. — Als ich den Antrag in seinen Einzelnheiten vernahm, war's schon die Empfindung des erwachsenen Mannes, der sich freuete, daß dasjenige, was beabsichtigt werde, ruhige und gründliche Prüfung vor Allem suche. Als ich vollends die Worte des ersten Redners nach dem Antragsteller vernahm, da war ich glücklich in dem Gedanken an das kommende Geschlecht und beruhigt, so daß ich dem Anträge mit freudiger Ueberzeugung zustimme. Die Rothweudigkeit der hebräischen Sprache beim Gebet werde wol von Niemand im Ernste geltend gemacht werden. Er verkenne keineswegs die Innigkeit der hebräischen Sprache im Gebet, und er selbst, für seine Person, so oft ihm das Bedürfuiß zu beten entstehe, bete hebräisch; aber die Zeit, welche er auf Erlernung dieser Sprache verwenden konnte, stehe nicht Allen zu Gebote; ja bei dem jetzigen Standpunkte des Unterrichts werde es fast zur Unmöglichkeit, die hebräische Sprache so wie früher beizubehalten.— Dann aber werde in israelitischen Gotteshäusern nicht nur Deutsch, sondern auch Französisch und Englisch rc. gebetet werden? Das finde er auch ganz recht! Er fährt fort: Das Dogma des Messias anlangend, glaube er, daß die Kommission sich auszusprechen habe, ob dasselbe im Gebet überhaupt zu elwahnen sei? Dann noch könne dieses Dogma näher festgefiellt werden, so daß der desfallfige Antrag Bodenheimers, der sehr schwer zu reaüsiren sei, noch aus sich beruhen könne. — In Betreff der Ä) (18 Beucdiktionen), die er keineswegs verworfen habe, und in denen er nur Stellen, welche nicht mehr paßten, modisizirt haben möchte, wie ,7^212) na^irn , a^ropapi, so hätten auch hier die Anträge foufcqucnt weiter gehen müssen. Denn es könne B. "irrp* nnnm unmöglich von den pro** herrührcn. Aber wenn dies auch der Fall wäre, so dürfe selbst den rlrraa das Recht nicht zuerkannt werden, uns Ge-

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