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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-09-16 · Heft 38 (16.9.1844) · p. Seite 535

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 38 (16.9.1844)
Date
1844-09-16
Page
Seite 535 (sequence 7)
Language
German
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535 durch eine deutlichere und langsamere Aussprache allmälig geben. Als noch eine nützliche Neuerung ist zu bemerken, daß auf den schwarzen Brettchen neben den Gesangversen auch die Vorlesung aus der Tora — nach unserer dreijährigen Eintheilung — jedesmal bezeichnet wird. Die Festpredigt schicke ich Ihnen hierbei zur Berichterstattung und bedaure nur, daß dessen meisterhaftes Schlußgebet in seiner ersten Hälfte dem Gebete Salomons (des Königs) nachgebildet, ich weiß nicht warum, nicht mit abgedruckt ist. Eine Abbildung des Innern und des Aeußern des Gebäudes wird die „Jllustrirte Zeitung" nächstens geben. Als einen angenehmen Umstand erfährt man, daß der alte Tempel nicht profanirt wird, sondern der portugiesischen Gemeinde zu ihrem Gottesdienste vermiethet ist. Weitläufige Reden zu führen wo Fakta sprechen, ist wol die überflüssigste aller Bemühungen. Ich berichte daher auch nur das Faktum, daß nach 27 Jahren diese ansehnliche und aus den heterogensten Gliedern gemischte Gemeinde dasteht in ihrem vollen jüdischen Bewußtsein und in dem Bewußtsein ihrer Kraft, die sie nicht aus Lheoriecn sondern aus dem Leben und aus dem zu Tage liegenden Drange des eigenen Herzens schöpft, eine Gemeinde die trotz aller Insinuationen, trotz allen „Zeitfragen" die ihr einen allzu geringen Fortschritt vvrwerfen, noch immer die einzige in Deutschland ist, die eine Orgel, eine wesentlich reformirte Liturgie, einen abgekürzten Perikopen-Cyklus besitzt, die wirklich-deutsche Gebete in Verbindung mit hebräischen durchweg unter allgemeinem Anklang eingesührt und endlich, die es verstanden hat selbst bei langwierigen Ritendie Langeweile fern zu halten. Und so wie über dem Eingang dieses Gotteshauses die Jahrzahl in der Ueberschrift cnaa Nnrt "pm pab jeden Eintretenden begrüßt, so reicht der Tempel allen treuen Israeliten jeder Gesinnung, sie mögen zu den Fortgeschrittenen sich zählen oder sich einbilden, der Zeit zum Trotz stehen geblieben zu sein; allen braven Leuten, die weder zu den Egoisten, noch zu den Hierokraten, noch zu den Heuchlern, noch zu den Trägen gehören, kurz Allen auf die die neue Jahrzahl pab aw ört naiöNa -o anwendbar ist, die Bruderhand, und wünschet ihnen Heil und Segen zu dem neuen Jahren mit dem Worte und der Gesinnung tsviis ■o pab ihn:«! Preußen. Laufersweiler (Kreis Simmern), 22. Aug. (Privatmitth.) Bei dem im Jahre 1839 statt gehabten großen Brande zu Laufersweiler, traf auch die israelilische Gemeinde daselbst das Mißgeschick, ihre Synagoge in Folge der verheerenden Flammen zu verlieren. Obgleich nun die israelitischen Einwohner dieser Gemeinde nicht zu der wohlhabendem Klasse gehören, so gelang es ihnen doch aus reiner Liebe zu ihrem Glauben, den Wiederaufbau ihrer eingeascherten Synagoge, zu welchem ihnen auf den Antrag des Gemeinderaths der Bürgermeisterei Kirchberg, ein Beitrag aus Gemeindemitteln noch zuzewendet werden soll, zu bewirken. Am 16. und 17. d. M. fand die feierliche Einweihung dieser Synagoge durch den Herrn Konsistorial-Oberrabbiner 0r. Auerbach von Bonn statt. Magdeburg, 8. September. (Privatmitth.) Aus besonderer Quelle erfahren wir, daß eine ältere Kabinetsordre, welche den christlichen Geistlichen verbietet, Synagogen während des Gottesdienstes zu besuchen, neuerdings wieder den Betreffenden eingeschärft, und auf sämmtliche Lehrer christlichen Glaubens ausgedehnt worden ist. Das Motiv der srühern Kabinetsordre soll die Klage Seitens einer jüdischen Gemeinde über den Besuch ihrer Synagoge von einem Missionär gewesen sein. Welches diesmal? Aus Qberschlesien, 3. September. (Eingesandte Entgegnung.) Ein Anonymus hat sich berufen gefühlt, in No. 32 dieser Zeitung den oberschlesischen Rabbinern recht derb den Text zu lesen und ihnen den Weg zu zeigen, den sie wandeln müßten. Wir wären jenem Herrn für seine gefällige Zurechtweisung zum Dank verpflichtet, wenn nicht Alles, was er vorbringt, ein Nachbeten längst abgedroschener Phrasen wäre. Dessenungeachtet wollen wir den Gegenstand in möglichster Kürze einigermaßen zu beleuchten suchen. Anonymus verlangt

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