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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-09-16 · Heft 38 (16.9.1844) · p. Seite 534

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 38 (16.9.1844)
Date
1844-09-16
Page
Seite 534 (sequence 6)
Language
German
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534 Tempels statt. Da die sämnttlichen Sitzplätze vermiethct sind und jeder Inhaber für diesen Abend nur Eine Karte erhielt, auf die er höchstens seine kleineren Kinder mitbringen konnte, so war die Nachfrage nach Karten für Stehplätze so bedeutend, daß Nachmittags mehrfach 2, 3 und 4 Lhlr. (zum Besten der Armen vergeblich für eine solche angeboten wurde. Obgleich daher das HauS vrini ba br-' angcsüüt, so war dennoch jeder Unordnung vorge- und Unkundc in Zions Mauern verstummen mußten, sollen uns zu heiligen Psalmen begeistern, daß wir singen und preisen den Gott der Heerschaaren, der da Wohlgefallen findcl an den Lobliedern seiner Menschenkinder, wie an dem dreimal Heilig der Seraphim "). Deine Weihe, du bescheidenes ISer-tliaillid, besiehe darin, daß der Bedeutung deines sinnigen Namens cnrsprochcn werde innerhalb und außerhalb dieses Hauses: „Immer Licht!" Beständig leuchte das Licht in unserm Heiligthum! Nie und nimmer komme in unsrer Mitte der Gedanke auf, als wolle Gott, daß wir ibm mit verbundenen Augen dienen. Gott wohnt im Lichte und hat Wohlgefallen am Licht. Und darum ]¥cr-tl)ainid! Immer und ewig gehe unser Bestreben dahin, daß die Wahrheit herrsche über den Wahn, der Glaube siege über den Aberglauben, »ud die Finstcrniß schwinde vor dem Lichte. Dir, geliebte Gemeinde zum Schluffe den Gruß der Wclhe! Die Weihe selbst hast du von deinem Gott und Herrn schon vor dreitausend Jahren empfangen, als er dich am Sinai berief zu einern Reich von Priestern und einem heiligen Volke'"). Bleibe es und bewähre cs hier in diesem Zion. Dann werden feine Gaben dir gespendet werden in reicher Fülle, dir und deinen Kindern und Kindeskindern. O walle mit ihnen noch lange, lange Jahre an Gottes Altar zur Anbetung, daß deine Freuden an Gottes Vaterherzen geheiligt und verklärt, deine Leiden an Gottes Vaterheczcn gelindert und geheilt werden! Sv fei und bleibe dieses Haus „Unsre Krone, unser Rcichthum" ""') unser Nepri rra zum inbrünstigen Gebet; unser 'An-no rrs zum Erforschen der Wahrheit; unser 'C~~j2 rra zur Heiligung des Sinnes und Wandels, und Euer Leben und mein Leben bilde sich hier zu einem eizigen Hallelujah, und zu diesem Hallelujah werde einst der Tod — ec komme früh oder spat —1 das nie verklingende Amen. •) Jes. 0. SS. 5. °°) 2 Mos. 19. (5. *0') Lied IIS in dem Israel. Gesangbuch, dritte Aufl., von Herrn M. M. H. beugt. Die Versammlung war etwa 1600 Personen stark, und es hatte sich auch eine ansehnliche Zahl von .Senatoren, Richtern, Oberalten, ferner der Vorsteher beider israelitischen Gemeinden eingefunden. Ich bemerkte viele christliche Gelehrte aber keinen einzigen lutherischen Pastor, was vielleicht durch die neulichen Streitigkeiten bei der Petrikirchen-Grundsteinlegung veranlaßt ist. Indem sich mir Vorbehalte, eine architektonische Beschreibung des Gebäudes nachzuliefern, bemerke ich, daß der innere Raum desselben fast Quadrat ist, und die Thür dem Schreine gerade gegenüber liegt. Als eigcnthümlich zeigt sich die Einrichtung, daß der östliche Theil der ganzen Breite des Tempels etwa 20 Fuß vor dem Schreine um 8 Stufen erhöht liegt und das Almemor nebst zwei Gehegen, rechts für die Sitze der Direktoren und links für die der Prediger enthält. An der Westseite über dem Frauenlektor befindet sich die pompöse Orgel, deren metallene Pfeifen sichtbar sind, die jedoch erst um Ostern fertig wird und an deren Stelle bis dahin die kleine Orgel aus dem alten Tempel dienen muß. Die Einweihungsfeier begleitete bloß Orchestermusik und sie bestand außer dem gewöhnlichen Abcndgottesdienst, Jigdal und Adon olam in dem bekannten 2tsten Psalm von Schneider und dem IVOsten Psalm in hebräischer Sprache von unserm Cobelli komponirt. Während der Introduktion zum Letzteren, mit welchem die Feier eröffnet ward, wurden die Torarvllen durch den Chasan, die Prediger, Herrn Dr. Kley und drei Direktoren in den Tempel und auf das Almemor gebracht; während der sehr energischen Einleitung zur zweiten Hälfte des Psalms (Lou schearaiv betoila) unter Posaunen- und Paukenschall in den Schrein gesetzt. Exekutirt wurden diese beiden sehr kunstreich ausgcarbeiteten Gesangpieyen sehr exakt von den besten Dilettanten und Dilettantinnen Hamburgs aus allen Religionen, etwa sechszig an der Zahl, und begleitet wurden sie von einem vorzüglichen Orchester aus 36 Instrumenten. Mit der Beleuchtung sowol als der Akustik können wir wol zufrieden sein: von der Predigt des Herrn Dr. Salomon ging auch in den entferntesten Winkeln nichts verloren, und wenn die Stimme des Vorbetenden, zumal bei den deutschen Gebeten, schwächer erscheint als sonst, weil derselbe dem größten Theil der Ver- : sammlung den Rücken zuwendet, so wird sich dies"

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