Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 38 (16.9.1844)
- Date
- 1844-09-16
- Page
- Seite 533 (sequence 5)
- Language
- German
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533 Ivvste Psalm, komponirt von C. Cobelli, vom Chore allein gesungen, während des Präludiums fand der Einzug mit den Gesetzesrollen statt. Es folgte die Predigt, die Dr. Salomon hielt, das Gebet für die Obrigkeit, der Segen, ein deutscher Gesang der Gemeinde. Es folgte der Abendgottesdienst, Jigdal und Adon olam vom Vorbeter und der Gemeinde abwechselnd gesungen, endlich der 24ste Psalm (deutsch), komponirt von F. Schneider, vom Chore allein gesungen. —. Die Predigt ist bereits im Druck erschienen. Sie ist über Haggai 2, 9. „Größer wird sein die Herrlichkeit des letzten Tempels denn die des ersten, so wie in demselben die geeignetste Anstalt finden: 1) zur Veranschaulichung des göttlichen Schutzes, 2) zur Rettung der göttlichen Wahrheit, 3) zur Abbildung eines göttlichen Lebens und Strebend). Der Tag der Weihe ist gekommen: O jauchzet, jauchzet seinen Ruhm! Triumpbgesang erschalle laut: Wir hadm Gott ein Haus gebaut! 2. Hier soll das Herz für Dich nur schlagen. Und Dich nur rühmen soll der Mund; Gen Himmel soll der Geist uns tragen. Und fester werde stets der Bund: Du bleibst, der Vater treuer Gott, Auch uns im Leben und im Tod. 3. Hier rinne stets der Wahrheit Quelle, Dein Wort, o Gott, das ewig fleußt, Und Deine Lehre, rein und helle. Sie labe hier den durst'gen Geist, Daß Alle, welche Dir vertrau'n, In Deinem Lichte Licht nur schau'n. 4. O, weiche nicht aus diesen Hallen, Bei Deinen Kindern weile hier! O, sieh' uns betend niederfallm: Sei unser Schutzfels für und für! Laß Keinen leer von dannen gch'n, Erhöre unser brünstig Fleh'n! 5. Und wenn in späten, späten Tagen Sich dieses heil'ge Fest erneut, Muß ein Geschlecht dem andern sagen: Dies ist die Frucht der Frömmigkeit; Denn, was die Vater einst gewciht, Es grünt und blüht in Ewigkeit. *) Wir geben hier das schöne Weihgebct! Und in dieser Zuversicht weihe ich im Namen des einigeinzigen Gottes diese Stätte hier zur heili- Hamburg, 6. September. (Privatmitth.) Gestern Abend fand die Einweihung unseres neuen gen Wohnung des Herrn. Sein Auge stehe offen über diesem Hause Nacht und Tag, um zu hören auf die Gebete und Gesänge, so hier gen Himmel steigen. Es schütze und schrrme dich vor Gefahr und Entweihung der starke Gott Jako d'v, der Hirte Israels. Und nächst der himmlischen Aufsicht befehle ich dich der obrigkeitlichen Obhut unserer von Gott eingesetzten Behörde, der frommen Huld der ehrwürdigen Vater dieser Stadt, daß dir ihr Wohlwollen, ihnen aber die Ueberzeugung werde, daß gottesfürchtige Israeliten und treu wirkende Bürger in deinen Mauern gebildet werden. — Wer arm hierher kommt, fromme Statte! müsse reich dich verlassen; wer gebeugt hier erscheint, müsse aufgerichtet zurück kehren; wer mit Kummer beladenem Herzen dir nahet, müsse erleichtert im Innern deinen Segen empfinden; das von Zweifeln beunruhigte Gemüth finde hier Glauben und Frieden) wer reuig seine Sünden hier bekennt, finde Erbarmen und Vergebung; wer um dm Verlust geliebter Eltern — geliebter Kinder und anderer theuecn Seelen hier seufzet und weint: in dessen Thranen spiegele sich der Himmel ab mit feiner Hoffnung und seinem Wiedersehen. — So werde jedes aufrichtige, inbrünstige Flehen erhört und vergolten. Lehre des lebendigen Gottes, vielfach aufbewahcet in dieser heiligen Bundeslade— sei und bleibe, als Israels größter Schatz auf Erden, dem Dienste der Wahrheit geweihet. So oft du hier entrollet und gelesen wirst, müsse der Geist, der in der Lehre wohnt, die unö Mose geboten, in das Gemüth der Hörer dringen, damit die Augen erleuchtet und die Seelen erquickt und die Herzen erfreuet werden. ^Unb das sei deine Weihe, des Hauses Rede- Hätte,*) von welcher herab die Lehre Gottes verkündet wild der Gemeinde des Herrn: Es werde an diesem Orte in der Schrift gefocschet ohne Buchstabelei und ohne Deutelei; die Wahrheit, die Gottes ist, werde ohne Zagen und ohne Furcht vor menschlichem Ansehen, in ihrer Reinheit und Lauterkeit, in ihren Höhen und Tiefen hier gepredigt von allen, die diese Kanzel jetzt und jemals betreten und für den Gott Israels zeugen wollen! — Kunstreiches Tontverk, das fromme Gemüther zur Andacht stimmt und himmelwärts die Andächtigen trägt — Gefühle und Worte begleitend und verständigend — ich weihe auch dich im Namen meines Gottes zu dessen Dienste und Verherrlichung. Deine Töne und Klänge, die nur zu l^nge aus Unverstand *) rPart “vai Vergl. 1 Kön. 8, 35, 6. Der entsprechendste Ausdruck für Kanzel.