Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 37 (9.9.1844)
- Date
- 1844-09-09
- Page
- Seite 522 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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522 rein unmöglich erachtet wird. In der That, wenn eine solche Voraussetzung nicht vorhanden wäre, was dürste Sie berechtigen, an Heuchelei zu denken, wo innere sowol als äußere Gründe auf das Gegentheil schließen lassen? was dürste Sie berechtigen, einen Mann über dessen Sittenreinheit bei Feind und Freund, im In- und Auslande eine Stimme herrscht und herrschen muß, der Verunglimpfung Preis zu geben? Ich trete hier auf ein Gebiet, wo Verdächtigung, in Folge unseliger Verhältnisse, schwer zu vermeiden ist; ich sehe mich daher veranlaßt, Sie zu erinnern, daß ich zu einer Zeit, wo die Anregung der Judenfrage in Ungarn noch kaum im Entstehen war, meine Stimme für Israel von heiliger Stätte öfters erhoben hatte (und so Gott will, noch öfters erheben werde) wie auch in Ihrem geschätzten Blatte darüber, wie ich höre ausführlich berichtet wurde. Aber eben weil ich das Heil der Juden aufrichtig wünsche und hoffe, wünschte ich auch daß derlei gemeine, allen Grund entbehrende Verdächtigungen und Ausfälle gegen Männer, die wir in jeder Beziehung als schätzenswerth kennen gelernt haben, in Ihren öffentlichen Blättern, nicht Vorkommen würden. Allein Sie scheinen über die Stimmung der Oeffentlichkeit in Beziehung auf meinen Freund überhaupt in starkem Jrrthum zu sein. Wenn den Politikern, die in Bloch einen begeisterten Vermittler nationaler Gesinnung, mit einer Menschenrasse, die sie in die Schranken der Nationalität zu ziehen wünschen, das Abtreten desselben von dem Schauplatze ungewünscht gekommen sein mag; so sah doch jeder Vernünftige seinen Schritt als nothwendige Konsequenz der ganzen Richtung seine Geistesbildung, und Niemand konnte es in den Sinn kommen, daß Bloch, dem, als Jude die glänzendste Bahn, welche einzig in ihrer Art alle Ansprüche jugendlicher Wünsche befriedigen mußte, gemeiner Interessen zu zeihen, indem er diese Bahn verlassend sich in eine Gemeinschaft begeben hat, wo seine zeitlichen Interessen, nichts weniger als gefördert wurden. Glauben Sie mir, Verdächtigungen von der Art, wie sie mehrere Artikel Ihres Blattes enthielten, schaden den Juden mehr, als viele Deklarationen so mancher Judenfeinde. Blochs Charakter steht zu rein und makellos da, seine Verdienste sind zu mannigfach und bekannt, als daß derlei Machinationen ein anderes Gefühl als das des Unwillens, in jedem Leser erregen sollten. Wir, die wir alle wissen, mit welcher Begeisterung Ihr den Mann, so lange er Jude war erhoben und gepriesen habt, was sollen wir denken, wenn wir seinen Namen jetzt von Euch in der Koch schleifen sehen, während Ihr doch keine andere Schuld gegen ihn aufzubringen wißt, — als daß er Christ geworden ist. Wie sollen wir Euere religiösen Institutionen von der Politik trennen, was doch gewiß der einzige Weg wäre, die Befreiung Israels einmal zu Stande zu bringen, wenn Ihr selbst diese Trennung in Wort und That abweist und Jeden, der in Thesi Euere Gesinnung nicht theilen kann für Eueren Feind in Praxi ausschreit. — Indem ich Sie nun im festen Vertrauen auf jene Stellung, die Sie im Leben sammt mir als Verkündiger des Wortes Gottes cinnchmen, und von welcher die Förderung jeglicher Wahrheit und Vertheidigung jeglicher Unschuld unzertrennlich ist, amtsbrüderlich und herzlich bitte, diese meine Apologie in ihrer ganzen Ausdehnung, in Ihr Blatt, wo der Angriff geschah, aufzunehmen, und mich über den Empfang meines Aufsatzes mit ein paar Zeilen zu beehren, die Güte haben möchten, habe ich die Ehre mit den Gesinnungen einer wahren Hochachtung zu sein Euer Hochwürden - ergebenster Pesth den 23. Aug. vr. Jos. Szöh-icy, 1844. evangel. Prediger ju Pesth, Redakteur der Protest. Kirchenzeitung. Deutschland. Braunschweig, im August. (Privatmitth. Schluß.) Waren dies die allgemeinen Institute der Gemeinde, so existiren nicht minder in ihrem Schooße Vereine, welche wohlthätige Zwecke verfolgen. 1) Der Kranken- und Sterbeverein, der, aus einem alten Vereine hervorgegangen, 1836 seine Umgestaltung erhielt. Seine Funktionen sind: schwere Kranke zu besuchen, und'die Beerdigung; bei letzterer werden fungirende Mitglieder, welche die religiösen Verrichtungen bei und nach dem Tode übernehmen, und solche unterschieden, die nur zur Leichenfolge verpflichtet sind. Musterhaft ist die Ordnung bei der Beerdigung. 2)Ez chajim, seit 1820,umgestaltet 1834. Zweck ist: Unterstützung a) der Ar-