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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-09-09 · Heft 37 (9.9.1844) · p. Seite 521

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 37 (9.9.1844)
Date
1844-09-09
Page
Seite 521 (sequence 9)
Language
German
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521 ser unwillkürlichen Begegnung erblickt, sowol Angst über den Erfolg sich unserer bemeistern, als wir entgegengesetzt, diese sich hier kundgebende in diesen Kreisen sonst seltene Energie, zu welchen Resultaten sie sich immerhin entwickele, als ein gutes Zeichen begrüßen dürfen. — Es ist grade Pesther Messe; und diesen Samstag barg unsere Stadt so wie das benachbarte Altofen die berühmtesten und frömmsten Rabbinen Ungarns, die in ihrem heiligen Eifer aus den entferntesten Lheilen des Landes herangeströmt kamen, in ihren Mauern. Ein Dampfboot führte die Gaste nach Paks, einem Marktflecken an der Donau, acht Stunden von hier, der zum Versammlungs- und Berathungsorte der Synode auserwählt wurde. Von großer Bedeutung, und was ein eigenes Licht über die Sache wirft, ist, daß Schwab bei diesen Berathungen zugegen sein wird, was früher stark bezweifelt wurde, und das ganze Unternehmen als die unerquickliche Kraftanstrengung einer Gegenpartei erscheinen ließ; und wenn dies jetzt dem Scheine nach gehoben ist, so wird für die erlangten Resultate doch immer die Majorität der öffentlichen Meinung verantwortlich bleiben; — geben wir uns aber der Hoffnung hin, daß cs diesem eben so frommen als aufgeklärten klugen Manne gelingen wird, auf die Gemüther mancher sehr ehrenwerthen Mitglieder der Versammlung mit günstigem Erfolge einzuwirken, manche Unebenheiten auszugleichen und manche Monomanie zu besiegen. Schwab ist zum wiederholten Male durch ein Einladungsschreiben das Sonntag Abends 9 Uhr ankam, zur Theilnahme an den Verhandlungen aufgefordert worden, und war auch Montag früh 4 Uhr schon auf seiner Reise begriffen; dieses friedfertige Entgegenkommen von der einen wie die edle Zustimmung und Nachgiebigkeit von der andern Seite, hat allenthalben den besten Eindruck hervorgebracht. Man ist auf die weiteren Erfolge höchst neugierig und gespannt. Magdeburg, 2. September, (Privatmitth.) Nach Durchlesung des folgenden Schreibens wird unseren Lesern die Nothwendigkeit des Abdruckes einleuchten. Um in keine weitläufige und nutzlose Polemik, in derwir doch nicht Alles zu sagen vermöchten, was wir über den Gegenstand zu sagen hätten, zu gerathen, theilen wir das Schreiben wörtlich und ohne Bemerkungen mit. Die Redaktion. Hochwürdiger Herr! Berehrtester Herr Amtsbruder! Mit Staunen und Unwillen las ich in No. 31 Ihres geschätzten Blattes einen Artikel aus Pesth, in welchem, unter sonstigen lügenhaften Angaben, die zu berichtigen ich nicht berufen bin, einen Angriff auf meinen seit Jahren bewährten Freund Professor Dr. Bloch, zu dessen Widerlegung ich mich um so mehr aufgefordert fühle, als hier die Ehre eines allgemein geachteten Mannes, nicht durch Entstellung einer zu Grunde liegenden Wahrheit, sondern durch eine reine Erdichtung verunglimpft wird. Denn Erdichtung ist es zuvörderst, wie dies Ihnen, hochwürdiger Herr! aus Notzingen amtlich berichtet wurde, daß, Herr Or. Bloch von Missionaren oder auch nur auf Veranlassung von Missionaren getauft wurde; Erdichtung, reine Erdichtung ist es ferner, daß Herr i)e. Bloch sich um eine Stelle am hiesigen Gymnasio der evangelischen Konfession beworben und daß gegen ihn das Bedenken erhoben worden wäre, die Israeliten möchten sich weigern ihre Kinder in eine Lehranstalt zu schicken, wo deren religiöse Denkart (durch Herrn Bloch also?) gefährdet sein könnte. — Wäre eine Vakanz auf unserer Schule, so zweifle ich nicht, daß unsere Gemeinde die Gelegenheit benutzt haben würde, um einen Mann vonso bewährtem Namen, wie Herr vr. Bloch, zu berufen, ohne im Mindesten zu besorgen, daß die religiöse Denkart der jüdischen Schüler unter seiner Leitung im Geringsten mehr gefährdet wäre, als unter jedem andern Christen. Allein die Lehrerstellen an unserem Gymnasium sind sämmtlich besetzt, und wahrlich nicht gleichgültig war' es uns daß Herr vr. Bloch den ehrenvollen Ruf an eine andere Anstalt unseres Vaterlandes zum Professor der alten Sprachen angenommen hat. Und hiermit wäre die Berichtigung des in Rede stehenden Artikels zu Ende. — Allein es ist dies nicht das erste Mal, daß in Ihrem Blatte, auf ehrenrührige Weise von l)r. Bloch Erwähnung geschieht. Ueberhaupt hören wir, so oft ein Uebertritt geschieht, Saiten anschlagen, die — mit Wehmuth sag' ich es — einer gegenseitigen ruhigen Würdigung, nicht weniger als förderlich sein können. Wir sehen hierin die noch immer alle Welt verachtenden Ausschließlichkeit des Judenthums, dem gegenüber namentlich das Christenthum als so völlige Absurdität erscheint, daß ein Uebertritt zu demselben aus Ueberzeugung für 37«

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