Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-09-02 · Heft 36 (2.9.1844) · p. Seite 509

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 36 (2.9.1844)
Date
1844-09-02
Page
Seite 509 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225335-3225372--06289-3315096
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Eine andre Thatsache ist folgende. Auch in diesen Blättern ist bereits von verschiedenen Seiten, von der erfolgreichen Lehrmethode des hier privatisirenden jüdischen Taubstummenlehrers, Hrn. Moses Mauksch lobende Erwähnung geschehen, dessen Anstalt schon aus zwölf, aus den entferntesten Theilen des österreichischen Staates ihm zugeführten Zöglingen besteht. Es wurde nur in der gedachten Kongregation ein von der hohen königl. Statthalterei herabgelangtes' Schreiben verlesen, wodurch dem gedachten Mauksch seinen Unterricht fortzusetzen verboten ward, angeblich weil er seine Schüler — demoralisier. Aber hat nicht dasselbe Komitat früher über die im Komitatssaale abgehaltenen Prüfungen dem Herrn M. die besten Zeugnisse gegeben, und liefern nicht die Zöglinge die sprechendsten Beweise seiner Leistungen? Herr M. hat den Rekursweg eingeschlagen, indem er die hohe königl. Statthalterei ersuchte, seinen böswilligen Denunzianten zu nennen, der ihn so fälschlich angeklagt. Großbritannien. London, im August. (V. ofJac.) Am 18. Juli ist der Professor Heyman Hurwitz, in einem Alter von 74 Jahren, verstorben. Ein Pole von Geburt, und in alter Weise zum tüchtigen Talmudisten erzogen, kam er als Jüngling nach London, wo sein Vater seit einigen Jahren wohnte. Bald die Nothwendigkeit, die englische Sprache zu erlernen, einsehend, eignete er sich dieselbe durch eifriges Studium an. Er gab bald vielen jüdischen Kindern Religionsunterricht; als er durch einen christlichen Gentleman in eine Akademie eingeführt ward, wo er Gelegenheit hatte, eine Kenntniß der klassischen Sprachen zu erlangen, deren Studium er sich mit Eifer ergab. Durch sein umfassendes Wissen, seinen milden Charakter, seine edlen Sitten, gewann er sich viele Freunde, die ihn in der Errichtung einer Unterrichtsanstalt für die Jugend der jüdischen Gemeinde unterstützten, was 1789 unter dem Namen „Highgäte-Akademie" geschah. Dies verhinderte ihn aber nicht, in seinen Studien unermüdet fortzufahren, so daß er die Aufmerksamkeit immer mehr auf sich zog, und die Ehre seiner Glaubensgenossen ward. — 1806 veröffentlichte er eine „Einleitung in die hebräische Grammatik;" ferner „hebräische Erzählungen," eine Auswahl aus den Schriften der alten jüdischen Weisen, ausgezeichnet an Styl und Form, die in mehre Sprachen übersetzt worden. 1821 übergab er der Ocffentlichkeit sein großes Werk „Viudicia hebraica,“ welches durch Gelehrsamkeit, Witz und Eleganz einen hohen Rang in der Literatur einnahm. — Seine durch anstrengende Arbeiten geschwächte Gesundheit zwang ihn im Mai 1821 sich von dem Unterrichte zurückzuziehen, mit dem Ruhme, den bessern Unterricht der jüdischen Jugend in England begründet zu haben. Einige Jahre später, nachdem seine Kräfte sich wieder gesammelt hatten, wurde er zu dem Lehrstuhl der hebräischen Sprache an der Londoner Universität berufen, und hielt diesen bis zu seinem Tode mit Ruhm und Erfolg inne. Er wurde von seinen Kollegen und Schülern geehrt und geliebt. Später gab er noch seine hebräische Grammatik heraus, ein Denkmal seiner gelehrten und kritischen Kenntniß dieser Sprache. Hurwitz war religiös, ohne Bigotterie; wohlwollend ohne Prahlerei; gelehrt ohne Eigendünkel; er schmeichelte Niemandem; und war beredt. Sein ganzes Leben ward verwendet, Kenntniß auf Kenntniß zu häufen, und sie Anderen mitzutheilen, bis er am Donnerstag, dem 18. Juli, nach allmäliger Abnahme der Kräfte, im 74sten Lebensjahre verstarb. Erwarb am Sonntage mit allen ihm gebührenden Ehren begraben, eine große Zahl seiner Schüler und Freunde bezeugte ihm die letzte Ehre. Durch Herrn B. H. Ascher ward eine eindringliche Grabrede gehalten. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 22. August. sSchulbücher.j ■mra , Zelfoefening voor de Jeugd of een Duizendlal uitgezoclite Woorden ff. door A. 1). Lutomirski, Israelitische Hoofd-onderwijzer. Rotterdam, 1844. Eine angemessne Auswahl von hebräischen Haupt- und Zeitwörtern mit holländischer Übersetzung zum Auswendiglernen, und Tabelle der Flektion der hebräischen Haupt- und Zeitwörter.— rpüJ De Leesineester ff. door A. D. Lutomirski. Rotterdam, 1843. Eine gut angeordnete Lesesibel. — Konfirmanden - Büchlein für Israeliten beiderlei Geschlechts. Eine Mitgabe für's Leben von vr. H. Jolowicz, israel. Pred. in Marimwerder. Hamburg, 1844. Es ist dies eine kurzgefaßte Aufstellung des Inhalts der israelitischen Religion in gedrängten Lehrsätzen. Wenn wir von der einen Seite 36 *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.