Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 35 (26.8.1844)
- Date
- 1844-08-26
- Page
- Seite 497 (sequence 9)
- Language
- German
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497 Beisätze imiö re-' erwähnte. — Das verleumderische Betrage» dieses Rabbiners gegen die Anstellung des Rabbiners. S. Sommer in Güssing, wurde auf eine eklatante Weise entlarvt. Nur zu! Krümmt und windet Euch, Ihr gehässigen Seelen und Ihr israelitische Gemeinden Ungarns, die Ihr dieses Alles gleichmüthig mit ansieht, hütet Euch, daß nicht ein zweiter Ben. Mayer eine cbronigue scandaleuse Eurer inneren Vorgänge herausgebe. —. In der Zeitschrift: Tarsulkodo vom 7. Juli (No. 54) ist ein Aufsatz betitelt: A’ magyar zsidok belsö, vagy szelleuii einaucipatioju, es azok valosagos ellensegel, szozat a inaga idejeben Feitel Moritztol; welcher die inneren Angelegenheiten der ungarischen Israeliten mit Wärme und Nachdruck bespricht. Preßburg, im August. (Privatmitth.) Am 20sten wird die Versammlung mehrer ungarischen Rabbinen vom obskurantesten Schlage statt finden. Die Israeliten Ungarns sehen diesen Vorgang sehr ungern. Der hiesige Oberrabbiner hat derselben seine Zustimmung nicht gegeben, und findet sie unangemessen. Jndeß zu fürchten haben wir sie nicht; da, sollten sie Unpassendes zu Tage fördern, die Reaktion der gebildeten israelitischen Ungarn nur desto reger werden wird. Eperies, im Juli. (Privatmitth.) Auch hier, an der äußersten Grenze Ungarns, ist seit fast einem Jahre deutsche Predigt und zum Theil Choralgesang eingesührt, und geben dem die Acltestgesinnten ihren Beifall. Rußland und Polen. Warschau, II. August. (Privatmitth.) Die Kultusreform, die der Direktor der Rabbinerschule, Herr Eisenbaum, eingeführt, hat bereits erfreuliche Nachahmung gefunden, indem sich bereits eine zweite Gemeinde gebildet, wo neuerer Gottesdienst mit Choralzesang und deutscher Predigt instituirt ist. Welch' mächtiger Bildungshebel in Polen darin beruht, brauche ich kaum zu bezeichnen. Italien. Frankfurt, 7. August. (Brem. Z.) Der Bankier Karl von Rothschild, der auf seiner letzten Reise von Neapel nach Frankfurt mehrere Tage in Rom verweilte, erfreute sich von Seiten des Papstes der ausgezeichnetsten Aufnahme und erhielt mannigfache Beweise der persönlichen Huld Sr. Heiligkeit. So gcruhete der heilige Vater (Andeutungen des Finanziers zufolge) in der Privataudienz, die er diesem bewilligte, mit eigener Hand den Sessel zu rücken, der ihm vom päpstlichem Leibdiener hingestellt worden, um sich desto gemächlicher mit ihm unterhalten zu können. Als thatsäcblichen Beweis so huldvoller Gesinnung des Oberhauptes der katholischen Kirche hat Herr von Rothschild vier päpstliche Bullen in italienischer Ausfertigung mitgebracht, die ihm auf Befehl Sr. Heiligkeit aus den päpstlichen Archiven verabfolgt wurden und die, zu verschiedenen Epochen erlassen, bis in das dreizehnte Jahrhundert zurück datiren. Sie betreffen die schon in jenen finsteren Zeiten jeweilig auskommenden Gerüchte wegen Vergießung von Christenblut durch die Juden, (dessen sie sich angeblich zu gewissen abergläubigen Zwecken bedienen sollten) gegen deren Verbreitung aber die strengsten Kirchenstrafen verhängt wurden, weil sie vollkommen ungegründet und nur erfunden seien, um Pöbelhaß gegen die Juden hervorzurufen und zu deren Verfolgung und Ermordung aufzustacheln. Wie man hört, wird des Herrn Karl von Rothschild dritter Sohn, Wilhelm, der bekanntlich mit großem Eifer dem Studium der talmudistischen Literatur obliegt, diese Bullen in deutsche Sprache übertragen und, mit einem historischen Kommentar versehen, durch die Druckerpresse veröffentliche». I» vorerwähnter Audienz soll der Papst auch dem israelitischen Bankier die beruhigendsten Versicherungen wegen der Stellung seiner Glaubensgenossen in den römischen, so wie denjenigen italienischen Staaten ertheilt haben, auf die der heilige Stuhl irgend Einfluß ausübe, und würde hiernach diese Stellung demnächst manche wesentliche Verbesserungen erfahren. Nord-Amerika. Philadelphia, im August. Das Juni- und Julihcst der Monatsschrift the Occident sind uns so eben zugekommen, und enthalten biefe wiederum recht tüchtige Artikel. „Die Mission Jsrael's," zwei Predigten: „das göttliche Reich" (Zach. 14, S) vom Herausgeber des Occ., „über die Erziehung" (aus 35*