Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 35 (26.8.1844)
- Date
- 1844-08-26
- Page
- Seite 498 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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498 dem Siloah des Red. d. Zeit.), „die Emanzipation der englischen Inden" von Macaulay, „die Nothwendigkeit der Einigkeit," Gedichte, Berichte, Korrespondenzen k. füllen die genannten Hefte aus. Neuigkeiten berichten sie diesmal weniger. Wir heben Folgendes hervor. — Die Gemeinde in Kingston auf Jamaika sucht, da der eine Geistliche, Herr Jssachar, gestorben, der andere, Herr Nathan, resignirte, zwei geeignete Männer, zu einem Gehalte von 1250 Dollars, freier Wohnung ff. — Auch in New-Orlöans hat sich eine 'ivn '5 '-ort gebildet. — In Charleston hat sich eine 'niub man bjnss1» nun aus — Damen gebildet, die eine Religionsschule mit sechzig Schülern eröffnet haben. Es sind bereits die nöthigen Fonds zusammen. — Literarische Nachrichten. Halberstadt, im August. Die „religiöse Wochenschrift für gottgläubige Gemüther alter Konfessionen^ von Dr. Ludw. Philippson, enthalt in den Nummern des zweiten Quartals, die bis jetzt erschienen sind (13 — 21 j, folgende Artikel: Des Freundes Rath, Gedicht. Die drei Quellen der Erkenntnis. Die Elternliebe, Erzählung. Das Leben, Gedicht. Der Laubgang, Gedicht. Die Liebe, Gedicht. Die älteste Fabel (Nicht. 9, 7—15). Das Gebet eines Glücklichen. Vom Frieden. Das Ich, Lehrgedicht (Schluß von 2. Das Ich an sich). Das Lebewohl. Von der Lektüre. Das Gleichniß vom Weinberge, Jesaias 5. Gedichte eines zu ewiger Gefangenschaft Verurtheilten 1—3. Miszellen, Winke der Vorsehung, Parabeln und Gleichniffe. — Der Reichthum des Inhalts empfiehlt diese Wochenschrift allseitig, besonders machen wir Lehrer darauf aufmerksam, um daraus in Schuten bisweilen voczulesen. Wer an dem, in der Jetztzeit wieder vorherrschenden konfessionellen Streitwesen sich Ueberdruß geholt hat, und vor Allem nach einer Erfrischung des Gemüthes in echter religiöser Empfindung sich sehnet, wird wol die Blätter dieser Wochenschrift nicht ohne Befriedigung aus der Hand legen. Magdeburg, 20. August. sHomiletik.) Antrittsrede, gehalten in der großen Vorstadt-Synagoge zu Lemberg, von A. Kohn, Pred, der das. ist. Gem. Lemberg, 1844. Der treffliche, vom Geiste der Liebe und achter Religiosität beseelte Redner gehört zu denen, die Einfachheit und Bestimmtheit in ihren Vorträgen anstreben, und den Schmuck der Rede seltner anwenden. Nach Mal. 2, 6 $etd)net ec „bk Lehrwekse, den Lebenswandel und das Wirkungsziel des achten Priesters." Er unterläßt nicht die verschiedenen Zwecke und Bedürfnisse der früheren und jetzigen Religionsvorträge zu schildern, und bezeichnet die von ihm einzunehmende Stellung genau. Herr A. Kohn .(früher Rabb. zu Hohenems,) hat in Lemberg und überhaupt Galizien ein großes Feld der Wirksamkeit vor sich: mag ihm Gott Kraft und Segen verleihen! — Die Befreiung durch unfern Glauben! Gottesdienstlicher Vortrag üdec Jes. 44, 23 im Tempel der Ist. zu Eperies gehalten von Schiller, Rabbinen. Kaschau, 1844. Gerade im Gegensatz zu dem vorigen Redner, gefällt sich dieser in der pathetischen Rede, im schmuck- und bilderreichen Ausdruck. Allerdings spricht sich darin eine hohe Begeistrung, eine völlige Hingebung an den Gegenstand aus: indeß ist in dieser Redeweise das Zuviel gefährlich, und wie bei der Einfachheit die Granzlinie der Platitude, so bei dem Pathos die Granzlinie des Schwulstes zu vermeiden. Der Redner hat große Fülle des Wortes, eine gute, oft überraschende Auslegung der Bilder der h. Schrift, und eine nngeheuchelte, alle Fasern feines Lebens durchströmende Liebe zu seiner Aufgabe. — Das tröstende Bewußtsein, die Leitung Gottes angenommen zu haben. Predigt zur Dankfeiec für die glückliche Errettung Sr. Majestät des Königs ff. von Dr. H. Jolowicz, israel. Pred. Marienwerder, 1844. Eine Mitte zwischen den beiden, oben gezeichneten Vortragsweisen ist bei dem H. Dr. I. nicht zu verkennen. Es ist eine schöne, edele, gebildete Sprache, aber weniger Abwechselung und Schattirung, ein Fortgespinst der Betrachtung, der etwas mehr Lebendigkeit zu wünschen. Magdeburg, 21.August. (Homiletik.) Blätter der Erinnerung. Letzte Kanzelvorträge im neuen israelitischen Tempel, von Dr. gbucivb Kley. Hamburg, 1844. Der Herr Dr. Kley schied im Mai 1840 aus seinem Amte als Prediger am Hamburger Tempel. Die vorliegenden Predigten sind die letzten, die er von ttS bis zu seinem Abschiede hielt, die letzten vollständigen, die er veröffentlichen will. Es ist ein Hauch der Wehmuth über sie ausgegossen, der uns tief ergreift, ein Geist der Resignation, der aber durch Beharrlichkeit in seinem einmal gewonnenen Jdeenkreise sich einen festen