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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-08-26 · Heft 35 (26.8.1844) · p. Seite 495

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 35 (26.8.1844)
Date
1844-08-26
Page
Seite 495 (sequence 7)
Language
German
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4Ö5 ruhen, so hat man für Errichtung des beabsichtigten Denkmals diese Stadt im Auge, und giebt sich der Hoffnung hin, die Großherzoglich Sachsen-Weimarische Regierung werde ihre desfallsige Genehmigung gern ertheilen. Da der durch mehrere öffentliche Werke Ln München und an anderen Orten rühmlichsi bekannte Bildhauer Ludwig Schalter aus Wien vor kurzem das kleine Modell einer Statue Herder's ausgeführt hat, das nach dem übereinstimmenden Urtheil hiesiger Künstler und Kunstfreunde nicht nur neben den vorzüglichsten statuarischen Arbeiten der Neuzeit sicht, sondern auch, ohne allen Vergleich, den Anforderungen an eine Ehrenstatue Herder's vollkommen entspricht, so soll er mit der Ausführung der Statue beauftragt und wegen der Vollendung in Erzguß mit dem Vorsteher der Königlichen Erzgießerei in München in Unterhandlung getreten werden. Gegenwärtige Aufforderung bezweckt nun, an allen ^rten, wo das Andenken Herder's sich lebendig erhalten, insbesondere wo sein hundertjähriger Geburtstag gefeiert wird, seine Verehrer zu veranlassen, obiger vorläufigen Beschlußnahme beizutreten und in geeigneter Weise das angeregte schöne und volksthümliche Werk mit uns fördern zu helfen. Vertrauend auf die bereitwillige Zusage seiner hiesigen Freunde und auf deren thätige und einsichtige Unterstützung unternimmt es der Unterzeichnete, in seiner Umgebung und in seinem Wirkungskreise für diesen Zweck zu arbeiten, und erbietet sich zugleich zum Korrespondenten und Geschäftsführer in dieser Angelegenheit. Das Kunstblatt wird mit nächstem eine Abbildung des Entwurfs der Statue Herder's von Schaller geben, welche außerdem bei dem Künstler in München selbst bereits in Abgüssen zu haben ist. vr. Ernst Förster. Wir schließen uns dieser „Aufforderung" von ganzem Herzen an. Sie durfte nicht fehlen in der Allg. Zeit, des Indenthunrs, es darf unser Beistand, unsre Hülfe, unsre Anstrengung zu obigem Zwecke nicht fehlen. Wenn für wen, hat Herder für Juden und Judenthum Großes gethat. Denn einerseits war Herder ein Apostel der Humanität, der Toleranz, der Liebe. Er verkündete die Zeit, wo man in der bürgerlichen Gesellschaft nicht mehr fragen werde: bist Du Jude, bist Du Christ, um Rechte zn geben oder zu versagen. Andrerseits war es Herder, der die Klassizität unsrer heiligen Schriften, der den großen Schatz der hebräischen Poesie an das Licht des Tages hob, und eine Anschauung bildete, in der die Wahrheiten der heil. Schrift nur noch heller und strahlender hervorgingen. Deshalb feiern auch wir, und ganz besonders sein Andenken, deshalb müssen auch wir nach Kräften zu seinem Ehrendenkmal beisteuern. Sobald etwas Näheres darüber bekannt gemacht wird, werden auch wir nicht anstehen, diese Angelegenheit weiter zu verfolgen! Die Redaktion. Zeitungsnachrichten. Preußen. Berlin, im August. (Privatmitth.) Man will nun hier nicht bloß dem Rabbinate, sondern auch dem Vorsängerate einen Substituten schaffen, und deshalb chasonniren schon mehrere Sabbate hindurch verschiedene Subjekte aus Breslau ff. In der Synagoge hat man überall Bänke angebracht, da dieselbe nicht zur Hälfte die Gemeinde fassen kann. Was soll aber daraus am Neujahrsfeste ff. werden, da man doch nicht eine größere Quantität athmenbarer Luft herbeischaffen kann? Warum soll eine Gemeinde wie Berlin nicht lieber einen neuen großen Tempel Herstellen? Jndeß mit Zeit kömmt Rath. —. In Bublitz in Pommern wurde der Israelit Herr A. Aron, der bereits sechs Jahre Rathmann ist, als solcher wieder auf sechs Jahre gewählt und von der Regierung bestätigt. Krefeld, Jl. August. (Privatmitth.) Am 6ten wurde der Landrabbiner Bodenheimer zu Hildesheim zum Oberrabbiner des hiesigen Konsistorialsprengels gewählt, und hat er die Wahl angenommen. Königsberg, 9. August. Ueber den in No. 33 schon erwähnten Bekehrungssall zum Judenthum enthält die D. A. Z. Folgendes: Von Memel wurde unlängst eine Thatsache berichtet, welche von hier aus, wo wir das Phänomen in der Nähe zu beobachten Gelegenheit hatten, näher beleuchtet werden kann. Es war da von einem Christen die Rede, der in Jerusalem zum Judenthum übergetreten, einige Tage in seiner Vaterstadt Memel verweilte, um wieder nach der Hauptstadt Palästinas zurückzukehren. Wir hatten hier Gelegenheit, den Mann zu sehen und zu sprechen, und waren nicht wenig erstaunt, bei einem jungen, schönen, lebenskräftigen Seemanne

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