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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-08-26 · Heft 35 (26.8.1844) · p. Seite 492

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 35 (26.8.1844)
Date
1844-08-26
Page
Seite 492 (sequence 4)
Language
German
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492 'MNP co tn L12 wa ‘-hön trnaii bis »a*»i Inb« 'n ö? Ertb Ticaa iJech. 36, 20) *). Sie selbst, Herr Red., geben doch zu, daß-die mehrgenannten Worte schon oft mißbraucht worden sind; daß schon gar Mancher mittelst derselben den Umsturz alles Positiven einzuschmuggeln versucht hat; und ich sage, daß diese Schmuggelei noch tagtäglich getrieben wird; daß sie bei gar Bielen auf der Tagesordnung steht; daß eine Alles zersetzende Kritik mit dem Heiligenschein der Fortbildungs-Absicht dem positiven Judenthum stets den Krieg ankündigt und statt dessen den Rationalismus, wenn nicht gar den gemeinsten Materialismus auf den Thron zu erheben strebt; (bie Belege zu dieser Behauptung sind nicht schwer zu finden; man darf bisweilen nur ein Blatt einer Schrift umwendcn, und sie liegen klar da —). Und doch sollte man vor dem mehrerwähnten Ausdrucke nicht zurückschaudern? Und doch sollte eine Versammlung der Gottesgelehrtheit Bcstissenen diesen Ausdruck an die Spitze ihrer Statuten setzen, ohne ibn vorerst gewogen, gemessen, gezählt zu haben? eine Versammlung, welche als Repräsentant der Judenheit sich darsiellt, hätte nicht unabweielich darauf bedacht sein sotten, zum bessern Lcrständniß des Ausdrucks Fortb. d. Jud. wenigstens eure Diskussion stattfinden zu lassen? Ist doch bei einem andern, weit minder wichtigen Gegenstände der Berathung das Motiv geltend gemacht worden, man solle das Vertrauen, das die Versammlung nicht nur verlangt, sondern auch weil ste sich dessen würdig machen will, rechtfertigen; und bei einem schon so oft zum beabsichtigten „Umstürze alles Positiven" gebrauchten Ausdrucke, in einem Paragraphen der den Zweck des Instituts festsctzt, der die Umrisse zeichnen will, innerhalb welcher die Rabbinerversammluug sich zu bewegen bat: da sollte aller Grund zum Mißtrauen unbesouncnerwcise zugelassen werden? da sollte das ■nmr; üvz^n ganz unbeachtet bleiben? — Das heißt wahrlich, den Gleichmuth Andersgesinnter auf eine harte Probe setzen! „Für die Lauterkeit der Absicht"— nämlich des Korpus der ersicn Rabbiner- und Prediger-Versammlung, indem ich die Absicht Einzelner nicht angreifen könnte und möchte — giebt dieses Schweigen durchaus kein Zeugniß. Der unverdrehbare Wortsinn, der entweder im Worte Fortbildung, oder im Worte Judenthum seinen *) Vor allen diesen Schreckbildern haben wir uns schon in unserm vor. Art. verwahrt. Red. Dolch verbirgt, giebt ein andres, weit offenbareres Zeugniß. — Sie sagen ferner, Herr Red., „die allgemeinen Worte eines Staruts erbalten erst von der Ausführung im Speziellen ihren bestimmten Inhalt." Wie sind aber die Worte F d. I. von der ersten Rabbiner- und Prediger- Versammlung speziell ausgefübrt worden? Was waren die Resultate? Haben Sie nicht selbst in Ihrem Zei, tungsblatte No. die meisten derselben als Werke der Kritik, der Zerstörung gebrandmarkl? Hat nicht die überwiegende Mehrheit der versammelt gewesenen Mitglieder — gegen Ihre eigene Erwartung, Herr Red. — ein Streben mehr zum Niederreißen, als zum Aufbauen offenbar an den Tag gelegt? Geht daraus nicht deutlich hervor, daß die überwiegend gewesene „reformistische Partei" Das, was wir Judenthum nennen, keineswegs zu erhalten, viclwcniger den Sinn dafür zu beleben trachteten; daß sie nur etwa einige Grundzüge des Judenrhums erhalten, das Ucbrige aber fort-bilden, d. h. so lange daran herumbilden wollen, bis es endlich fort sein wild?") Diese Männer haben freilich „die Idee der positiven Religion im Auge gehabt;" aber ist die Idee nicht ein Jenseits, nach welchem zwar gesegelt werden soll, ohne es jedoch derart zu uns bringen zu können, daß ein „neues Positive" darauf zu errichten wäre? Oder sollen sich alle Juden mit den Schwingen der Idee vom Boden der Wirklichkeit erheben, um als pure Engel eine Lnflreise in die Gcisterwelt anzutreten? — Bei solcher Ausführung im Speziellen müssen die allgemeinen Worte eines Statuts — hatten sie auch eine noch mehr als wächserne Nase, wie bei den fraglichen der Fall nicht i\t — notl> wendig Mißtrauen, Furcht und Schreck erregen. Das Ziel einer Handlung verräth am Deutlichsten den Beweggrund, von welchem die handelnde Person sich leiten ließ. Tie Beschlüsse der ersten Rabbiner- und Predigerversammlung sind die richtigsten Kommentare ihres Statuts. So sehr ich aber auch hinsichtlich des Prinzips mit Ihnen, Herr Red., einig bin; so sehr wir vollkommen darin übereinstimmen, daß Anlage, Element und Organisation d. Jud. nicht fortgebildet werden können, und daß nur die Textur desselben einer Fortbildung fähig ist und eine solche haben müsse; betrifft auch unsre Meinungsverschiedenheit blos das Wortverstandniß; wollte ich in *) Würde dies Alles aber nicht stattgefunden haben, wenn das Statut auch anders gelautet hätte? Red.

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