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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-08-19 · Heft 34 (19.8.1844) · p. Seite 482

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 34 (19.8.1844)
Date
1844-08-19
Page
Seite 482 (sequence 10)
Language
German
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482 Fragen wir nur, wie „Frankreich" in obige Gesellschaft kömmt? und ob es kein „Zwangsgesetz" ist, in einem verschlossenen Ghetto zu wohnen? Ist das auch „Freiheit und Recht," die die D. A. Z. als Motto an der Stirn tragt, Menschen-Knechtschaft zu vertheidigen? Genua, 25. Juli. (Arch. isr. de Fr.) Der König von Sardinien hat die Errichtung einer Wechselbank zu Genua dekretirt, mit dem Verbote, daß kein jüdischer Kaufmann an ihren Operationen Theil nehmen dürfe! Türkei. Smyrna, im Juni. Nach dem llmpartial ile Smyroe haben die Israeliten zu Ehren des Sultans bei seiner neulichen Reise feierlichen Gottesdienst und Prozession gehalten. Der Sultan hat der jüdischen - Schule, so wie den drei Schulen der andren Konfessionen, eine beträchtliche Summe geschenkt. Dasselbe Blatt vom 24. Juni macht auf den unverhältnißmäßigen Druck, den die jüdische Gemeinde auf die dortigen Armen ausübt, aufmerksam, daß z. B. die Juden das Fleisch mit 3 Piastern, Käse 7—8 ff. während Muselmänner und Christen das Fleisch mit 2 Piastern, Käse mit 3—4 Piastern bezahlen. Marokko. Paris, 4. August. Unter dem gegenwärtigen Personal der französischen Konsulate in Marokko befinden sich sechs General-Konsulats-Agenten, von denen drei eingeborne Juden sind, nämlich: zu El- Araisch: Haim BenTschimel, zu Sasi: Jonas Delevante, zu Tetuan: David BenTschimel. Außerdem noch zu Tanger, Herr David. Paris, 8. August. (Privatmitth.) Die Damasker Angelegenheiten waren insofern noch besonders eine traurige Begebenheit, als sie das Verhältniß, das sich in so vielen Theilen der Welt zwischen Juden und Frankcich gebildet, auf einige Zeit verrückt hatten. Der Jude sieht in allen minder zivilisirten Staaten in Frankreich eine Schutzmacht, die sich seiner möglichst annimmt. Daß er dafür dieser schützenden Gewalt günstig gesinnt ist, versteht sich von selbst. Als Frankreich Algier eroberte, siel ihm sofort die Sympathie der Juden zu; aber wo auch nur, und sei cs auf kurze Zeit, die Eingebornen in Algerien die Oberhand wieder gewinnen, da ist es um den Juden geschehen, und er erfährt die grausamste Verfolgung. Gleiches ist jetzt in Marokko der Fall. In Oudscha, in Tanger richtet sich die Volkswuth sofort gegen Christen und Juden, und beide sind von einem Schicksale bedroht. Es ist nicht mehr fraglich, daß in Marokko der „heilige Krieg" sich zu regen begonnen hat. Wer ist von diesem heil. Kriege eigentlich und wesentlich bedroht? Niemand anders, als die Tausende von Juden, die in Fez und Marokko leben. Die französischen Heere werden sich zu vertheidigen, ja zu siegen wissen, die Christen leben nur in den Seestädten, aber auf die Juden, die im größten Theile des Landes wohnen, wird sich die Wulh werfen, und ihnen auf lange Zeit traurige Nachwehen bereiten. So ist überall der Jude in Gefahr, wo die Zivilisation mit der Unkultur in Konflikt geräth. Denn da der Jude seiner Natur nach jener naher steht, als dieser, so wird die letztere ihn stets als die leicht gepackte Beute ihres Grimmes erachten und behandeln. Um wie viel mehr wäre es die Pflicht der zivilisirten Völker, den Juden zu schützen, zu entschädigen und vollends an sich zu ziehen!') Korrespondenz. Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Fortsetzung.) Im folgenden Jahre erneuert sich diese Prozedur und laust neben der noch immer fortdauernden vorjährigen parallel. Im dritten Jahre entstehet eine dreifache Plage, und so fort in gerader arithmetischer Progressionsreihe. *) Wer die Verfassung und Verhältnisse der Juden in Marokko naher kennen lernen will, der lese den Originalbericht, der uns in hebräischer Sprache zugekommen, und den wir übersetzt im Jahrg. 1839 d. Zeitung No. »9. 62. 64. 65. 69. 71. gaben. Redakt.

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