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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-08-12 · Heft 33 (12.8.1844) · p. Seite 469

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 33 (12.8.1844)
Date
1844-08-12
Page
Seite 469 (sequence 9)
Language
German
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469 ist ein demüthigender Gedanken, auch sie' habe Gott gesandt — ".Vsrt rv*naa vana ^a:«i„ Der Zweite von den Ersten ist Meir Gyarmath, Rabbiner zu Unghwar, Schüler des verstorbenen Rabb. Moses Sopher zu Preßburg, der mit der Schülerschaft eines Mannes, den er selbst ‘iitwsn a-in varn nannte, gegen alle Welt ostentirte; ein tüchtiger Talmudist, dabei van, der mit Tesillin angethan talmudische Vorlesungen hält, in früheren Zeiten seine Diszipel wol auch die Zuchtruthe oder vielmehr den Zuchtstock npan voba (das vp stelle ich dem geneigten Leser anheim) hat fühlen lassen. Der Charakter dieses Mannes, dem eine gewisse Derbheit, etwas von rauher Strenge sehr wohl anstcht, ist durchaus unbescholten; dessen Einsicht in Sache und Zeit zwar unter Null: gleichwol wäre dieser Mann ijetzt ungefähr 70 Jahr alt) bei deutscher Bildung und der kräftigen Natur, die ihn durchaus konsequent bleiben läßt, eine Stütze und eine Zierde der Glaubensgemeinde geworden. „Der dritte im Bunde" ist Moses Pereles, Rabbine zu Bonyhüd, ehedem ein tüchtiger Pilpulist aus der polnischen Schule des berühmten R. Joske aus Posen; der Mann ist sehr auffahrend und roh und hat bei der Nachricht von der projcktirren Gründung eines Seminars für Rabbinen einen allgemeinen Fasttag angeordnet. R. Menhel von S. Georgen verdiente kaum genannt zu werden; doch darf man ihn schon deßhalb nicht mit Stillschweigen übergehen, weil er sich als t ommi8-Vo)'nxe»r des preßburger Vorstandes resp. der bereits belobten Pappenheime brauchen läßt, die Korrespondenz der obskuranten Rabbinen besorgt, um ein gemeinschaftliches Hervvrtrcten derselben vorzubereiten. Schließlich verdient es noch erwähnt zu werden, daß der Rabbine Jakob Salom. Freyer zu Raab (der sich schon vor zwei Jahren Komitats- und Oberrabbiner nannte, ohne dazu befugt gewesen zu sein) ein Mann, der mit beiden Parteien koquettirt und selbst gerne für aufgeklärt gelten möchte, auch „deutsche" Predigten drucken läßt — daß dieser Mann des Friedens ein Gutachten im reaktionären Sinne abgegeben und sich dadurch im Schooße seiner eigenen Gemeinde nicht wenig Unannehmlichkeiten bereitet hat. Ist schon die Art, wie derselbe in's Amt gekommen (ein Seitenstückchen zum bekannten Rakendorfer „Rabbinenhandel") merkwürdig, indem die „Wahl" der Gemeinde von Papa der des Raaber Vorstandes gegenüber fleckenrcin erscheint — — und war der Kredit dieses Mannes schon vor drei Jahren mehr als zweifelhaft (und diese Herren, die immer von nabn sprechen, sollten doch wissen, wie ein Volkslehrer oder auch nur ein Vorbeter, der die Majorität der Gemeinde gegen sich hat, gar nicht fungiren darf) so dürfte es überraschen, zu vernehmen, daß dieser aufgeklärte Rabbine eigentlich nur darauf losgeht, das Kontingent jener ungar. Rabbinen der alten Partei, die deutsch lesen können, um Eins zu verstärken und so vielleicht für sich ein Rabbinat zweiten Ranges id est von fetterm Einkommen zu fischen. Von ihm und einem Dutzend pfäffisch-kluger Proletarier heißt es nach den Worten den Saccajs: ö’i'asn ■ja 2'LiiLN;a man "o’üvsb avaniö Möge das Märtyrerthum für eine solche Sache, bei solcher Gesinnung dem feinen Manne wohlbekommen! das Publikum aber aus diesem einen Beispiel die Schädlichkeit aller halbgebildeten Rabbinen ersehen, die eben durch Gesinnungslosigkeit noch viel nachtheiliger wirken, als die Stockalten selbst, die wenn sie es nur ehrlich meinen, dem, Lehrstande doch wenigstens keine Schande machen. Mögen die Gemeinden von Raab, Szegedin, Rendeg u. a. m. diese Erfahrung nicht zu theuer erkaufen! Preßburg aber, die Gemeinde Preßburg, deren frühere Gleichgültigkeit gegen den Fortschritt im Sinne der Jungen wie der Alten (denn Rückschritt ist nirgends Fortschritt) diese schmähliche Hingebung des Vorstandes an Privatzwecke eigentlich hervorgerufen oder wenigstens hat überwuchern lassen — Preßburg trägt den schwerlich neidenswcrthen Ruhm davon, dem gesammten Judenthum einen schlechten Dienst geleistet zu haben, selbst dann wenn die in Rede stehende Petition und die Erhebung in Masse Seitens der „Bergpartei" avn "va'iaa ans anb; aVisn-arvnV« wirkungslos vorübergehen sollte; die Gegner haben nun einmal wieder in unserer Mitte Zerwürfniß, Parteiung und gemeine Selbstsucht ihr Wesen treiben sehen, den Schrei der Verketzerung unter uns gehört, die sich anmaßt, das Verdammungsurtheil über Vorschläge auszusprechen, in denen die größten Lehrer unseres Bundes Zeichen eines nahen Freiheitsmorgens begrüßt und als die Zeit der 33 *

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