Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 33 (12.8.1844)
- Date
- 1844-08-12
- Page
- Seite 468 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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468 her der Gemeinden im Großherzogthum Posen mit allem Nachdruck auf, durch Anlegung jüdischer Schulen Diesem kräftigst entgegenzuwirken. Berlin, 1. August. (Privatmitth.) Seit einiger Zeit ist die große Synagoge bis zum nächsten Neujahrsfeste geschlossen, um darin eine großartige Kanzel für vr. Sachs zu bauen. Das Almemor wird zur heil. Lade vorgerückt. Dies will für Berlin gewiß viel sagen. Magdeburg, 6. August. (Privatmitth.) Die öffentlichen Blätter enthalten Berichte über die gottesdienstliche Dankfeier wegen der Rettung unsres Königs in vielen israelitischen Gemeinden, z.B. Frankfurt a. O., Grünberg, Münster ff. Oesterreich. Preßburg, im Juli. (Privatmitth. Schluß.) Was aber die alten Rabbinen Ungarns (zu denen auch so mancher junge Heuchler hält) besonders allarmirte, das war ein Gerücht, die Kreirung eines rabbinischen Seminars werde schon bei diesem Landtage zur Sprache kommen, und die allerdings nicht ungegründete Besorgniß, nun sei es um ihre Existenz geschehen, ihr Reich zu Ende, was auch Hausvätern, die für ihre Familien zittern, kaum zu verdenken ist. Es gehört übrigens all die Unerfahrenheit dieser armen Alten dazu, um einen so zähen Umschwung in den geistlichen Aemtern zu befürchten, da wol die durch Absterben Einzelner erledigten Stellen mit Zöglingen der projektirten Anstalt besetzt, die bereits fungirenden Rabbinen jedoch, wie sich von selbst versteht, in ihrem „Brode" belassen würden, wenn nicht etwa (was in Ungarn wahrlich nicht so nahe bevorsteht) nach Vorgang Württembergs, Weimars und Braunschweigs deren weiteres Wirken ("aans^ ns ns-?„) von der Annahme einer allgemeinen Agende abhängig gemacht würde Unter diesen Rabbinen Ungarns sind nun die folgenden „Häupter" der unglückseligen Reaktion: Pinchas Hurwitz, Rabbiner zu Papa,(Veszprimer Komitats) der sich an die Spitze stellt. Der Mann ist funzig Jahre alt, mittelmäßiger Talmudist, ein sehr eingebildeter aber erbärmlicher Darschan, dabei herrschsüchtig, schlau und da, wo es nöthig — eine Gewaltthat nicht scheuend, ganz das Holz, aus dem man Agitatoren schnitzt-möchte dabei gerne für einen gebildeten Rabbinen gelten, weil er — ein halbes Dutzend deutscher Bücher gelesen (Kotzebue, Kramer, höchstens — Eckartshausen) Renegat des Chassidismus, dem er in früher Jugend angehangen, ein Umstand, welcher das vor etlichen Monaten weit verbreitete Gerücht, gegründet auf die Aussage eines frommen, sonst glaubwürdigen Mannes, dieser Hochpriester des Rabbinismus habe sich am Sabbattage die Pfeife wohlschmecken lassen, als nicht so ganz unmöglich erscheinen läßt. — Wie es mit der theologischen Tiefe dieses Mannes bestellt sei, zeigt folgende Thatsache. Vor nicht langer Zeit starb sein Sohn; da ließ sich der fromme Lehrer am Grabe seines Kindes also vernehmen: „es unterliege keinem Zweifel, „daß der Knabe die eigene Schuld gebüßt und den „Ungehorsam gegen die arme, geplagte Mutter mit „dem Tode bezahlt, daß aber er selbst (der Redner) „dessen frühzeitigen Tod mitverschuldet habe, da er „den Neuerern nicht mit genug Eifer und heiligem „Zorne entgegengearbeitet habe." Wie sich eine solche Ansicht mit Vernunft und Bibel verträgt, urtheile der Leser.-Merkwürdig ist die Art, wie Pinchas Hurwitz auf eines der wichtigsten Rabbinate dieses Königreichs erhoben worden, eine Probe, wie hier zu Lande bei Besetzung solcher Stellen verfahren wird. Früher in Paksch, (Tolnaer Komitats) wurde er von dem Gutsbesitzer zu Papa, Karl Grafen Eszterhazy, den er in Paksch einmal ungarisch angeredet hatte, für den so wichtigen Posten empfohlen. In der That ist dieser Rabbine der ungarischen Konversationssprache einigermaßen mächtig, und hätte bei Fleiß und gutem Willen zur Verbreitung vaterländischen Sinnes als Vermittler viel beitragen können, entblödet sich aber dennoch nicht in öffentlichen Vortragen (vulgo "nw-n") das Verlangen nach Bürgerrecht als ein sträfliches zu bezeichnen ab» irnro enmn dbis vboa a^asn — — — Es ist sin niederschlagender Gedanke in solcher Menschen Hände sei das geistige Loos Tausender gelegt, sie die ihre Sendung so schnöde verkennen-tnpaa , ’n*o“j mto ab,,! ■onsps inii r ap*\ sirb vnaa ab — *jian p“ia ".ö-nar'H tä» pist lai 'n aa zu Rettern sind sie berufen, und sie — treten Saaten nieder, die unseren Kindern zu Gute kommen sollten! Wahrlich es