Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 33 (12.8.1844)
- Date
- 1844-08-12
- Page
- Seite 470 (sequence 10)
- Language
- German
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470 Verheißung laut gesegnet haben würden. — Geht hin, ihr polnisch-ungarischen und ihr frömmelnden Rabbinen alle, und lernt von den levantinischen, sfardischen und italienischen Rabbinen, denen die Caro, Ghirondi (n^an i-im Aldo, Recanati und so viele andere rabb. Zelebritäten angehörten , wie man den wissenschaftlichen Fortschritt allerorts zu würdigen habe. Bei diesen ist das Verhältniß umgekehrt, und ihre edelsten Absichten scheitern oft an gänzlichem Mangel der Theilnahme bei ihrem südlich-sinnlichen Publikum; und dennoch verfährt der bigotteste Rabbine jener Gegenden als Lehrer (denn dort haben die Rabbinen ex officio an dem Jugendunterrichte ihr gutes Theil) so bornirt er übrigens sei, tausendmal systematischer und mit sichrerem Erfolg«, als Euere radebrechende Schaar, die anstatt mit Bernunftgründen zu widerlegen, das feindselige ^»ntllema e8to stets aus den Lippen haben und der schon so vielfach verkannten Glaubensgemeinde tiefe Wundem schlagen— "arna«: am« rrass,,: eines „Freundes" Hiebe schmerzen tiefer, indem sie die halbwegs gute Meinung Einzelner irre machen und unfern Verfolgern das Schwert, des Judenhasses, die giftigen Pfeile der Verläumdung in die Hände geben rnb-urm r« örmi«att -uas,, "ara a-m. Auch für sie kommt ein Tag des Erwachens und des Wiedererkennens — aber welch' ein Erwachen! Die Folgen dieses unseligen Versuches werden bis dahin längst verschwunden sein, die Schande jedoch wird währen, so lange Israel für das überstandene Leid und die verzweifelten Kämpfe um ein besseres, gerechteres Loos im Gedächtniß haben wird. Uri den Zewi. Wien, 18. Juli. Die Aach. Zeit, enthält folgenden Artikel von hier: Bei den traurigen Exzessen, die jetzt, wie es scheint, an allen Ecken Deutschlands gegen die Juden.verübt werden, diese ewigen Ableiter, auf die sich immer der unruhige Geist des deutschen Volkes, wenn er ja einmal unruhig wird, zu werfen gewohnt ist, kann es nicht Wunder nehmen, wenn auch in Ungarn dergleichen vorkäme. Man urtheilt aber sehr falsch, wenn man glaubt, die neulich bei Anwesenheit Rothschilds in Pesth vorgefallenen Szenen seien aus Judenhaß erfolgt. Die Sache ist anders, als sie hier und da geschildert wird, und liegt tiefer. Daß der Tumult sich gegen Rothschild gerichtet, ist durchaus zufällig; jedem andern Bankier in derselben Lage wäre dasselbe begegnet. Es herrscht in Ungarn eine allgemeine Abneigung gegen die Bankiers, eine Folge des Umstandes, daß mehre große j Grundbesitzer, um aus pekuniärer Verlegenheit zu! kommen, ihre Güter der Verwaltung der Bankiers überlassen haben. Diese Administration, die zwar für die Besitzer vortheilhaft sein mag, ist es wenigstens für den Augenblick nicht für die Unterthanen, oder verletzt doch manche eingewurzelte Gewohnheiten, die namentlich in Ungarn ihre große Macht ausüben. Die Mißstimmung - gegen die Bankiers war schon vorhanden, die nationalen Gefühle waren verletzt, als es plötzlich hieß, Fürst Esterhazy, der größte aller Grundbesitzer, der vornehmste Ungar, wolle seine Güter an Rothschild verpachten. Der Letztere suchte zwar diesem Uebelwollen zu begegnen, indem er ankündigte, er werde mehre Fabriken auf jenen Gütern anlegen. So sehr abxr auch die Fabriken dort gewünscht werden, so reichte dies doch nicht hin, eine bessere Stimmung hervorzurufen. Die Aufregung beschränkte sich nicht auf die niedere Klasse, sie war dieselbe in allen politischen Kreisen. Man fürchtete den Einfluß einer fremden Macht, das mit Recht oder Unrecht gekränkte Nationalgefühl ließ sich durch keine wohlthätige Spenden bestechen und die Folge war eben jene Demonstration, die, so gehässig sie erscheint, doch immer noch .eine bessere Grundlage hat, als die ekelhaften Tumulte anderen Orts, wo man die Juden verfolgt, eben weil es widerstandlose Juden sind. Pesth, 23. Juli. Die Emanzipation der Juden kommt, die künftige Woche wieder zur Erörterung. Der Erfolg ist sehr zweifelhaft. Algerien. Paris, 22. Juli. Der Mouiteur nlgerien vom 9. Juli veröffentlicht eine Königl. Ordonnanz, wodurch die Stadt Constantine in zwei Viertel, in ein einheimisches und in ein europäisches Viertel getheilt werden soll, deren Grenzen durch einen der Ordonnanz beigefügtcn Plan sestgestellt sind. Das europäische Viertel wird nach den in den übrigen, der Zivil-Autorität unterworfenen Orten Algeriens bestehenden .Gesetzen verwaltet werden. In diesem Bier-