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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-08-12 · Heft 33 (12.8.1844) · p. Seite 467

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 33 (12.8.1844)
Date
1844-08-12
Page
Seite 467 (sequence 7)
Language
German
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467 rigen Jahre bei Störung der Baptistensekte, den Muthwillen des Volks zu ungestümen Ausbrüchen hatte veranlassen können, erregte in diesen Tagen hier allgemeines..Aufsehen. Ein hiesiger Bürger evangel. Konfession, Sohn einer hier noch lebendengeachteten Familie, von Kindheit an geneigt zur Schwärmerei, die von seiner Umgebung vielleicht aus übertriebenem Eifer gegen Mystizismus und Pietismus unrichtig bekämpft worden und späterhin auch seine Ehescheidung zur Folge gehabt haben mag, kehrte nach etwa zweijähriger Abwesenheit als beschnittener Jude, langbärtig und in jüdischem Kostüm aus Jerusalem zurück, wo er sechzehn Monate von dem dortigen Oberrabbiner unterrichtet worden sein soll. Er trat hier als streng gläubiger Israelit ungescheut auf, hielt auch Vorlesungen in der hiesigen Judenschule, erachtete es aber dann, von immer stärker wachsendem Wolkshaufen umringt, für angemessen, nach dreitägigem Aufenthalt die Vaterstadt wieder zu verlassen. Eltern, Geschwister, die abgeschiedene Gattin mit ihrem Kinde, Verwandte rc. bezeugten natürlich keine Gleichgültigkeit bei dieser Erscheinung, wiewol er selbst sie auch nicht besuchte und nur versichern ließ, daß allein die wahre Ueberzeugung, „der Jade allein sei noch ein Verehrer Gottes, die Christen kümmerten sich um Gott nicht mehr," ihn zum Uebertritt bewogen habe. Er reiste unter dem Namen Jakob Immanuel nach Frankfurt am Main ab, wohin erauch sein Kind Nachkommen zu lassen gedenkt." Magdeburg, 5. August. (Privatmitth.) Herr Kammergerichtsrath Focke zu Berlin, Sekretär der Berliner Gesellschaft zur Beförderung des Christenthums unter den Juden, sendet uns so eben den Listen Bericht der Gesellschaft, über das Jahr 1843, mit einem verbindlichen Schreiben zu, und wir können nicht umhin, von dieser Einsendung folgende Notiz zu nehmen. In dem Schreiben erklärt Herr KGR. Focke — wol im Namen der Gesellschaft — seinen Unwillen und tiefen Schmerz über die neuesten Anfeindungen gegen die Juden und Juden-Verfolgungen, und alle Theilnehmer daran für des Namens Christen unwürdig. — Der gedruckte Bericht zeigt vor Allem die Unbedeutendheit des Umfangs der Gesellschaft, also der . geringen Theilnahme, die sie findet, da sie im Jahre 1843 auS der ganzen Monarchie nur 599 Lhlr. 22 Sgr. 9 Pf. empfing, von her königlichen Familie aber 700 Thlr. (Se. Majestät der König 400 Thlr. Ihre Majestät die Königin 50 Lhlr. Der Pr. v. Preußen 100 Thlr. Pr. Karl 100 Thlr. Pr. Albrecht 30 Thlr. Die Fürstin Liegnitz 20 Thlr), so daß die Gesellschaft mehr auf königliche Kosten als vermittelst der Beiträge besteht. Noch geringer ist aber die Wirksamkeit der Gesellschaft. Diese beschränkt sich darauf zwei Missionäre in Breslau für 1050 Thlr. jährlich zu erhalten, die dort predigen, und bisweilen kleine Reisen machen. Von Gesprächen, die diese Mifsioyäre gehalten, wird viel gesprochen, aber von wirklich vollzogenen Taufen haben sie keinen einzigen Fall zu berichten. Aus dem ganzen Berichte, der sehr matt abgefaßt ist, können wir nur eine Stelle hervorheben, wo die Rede ist von den Schulen, welche mit Hülfe der Londoner Bekehrungsgeseüschaft im Großherzogthum Posen von den Missionären gehalten werden. Es heißt: „Es sind jetzt deren bereits zehn, welche die Gesellschaft in verschiedenen Städten des Großherzogthums unterhält, und eine eilste Schule ist im Entstehen. Gegen 420 Judenkinder haben im verflossenen Jahre in diesen Schulen Unterricht erhalten, und an einzelnen Orten, an denen die Juden keine Judenschule haben errichten können, ist die Missionsschule von der sämmtlichen jüdischen schulpflichtigen Jugend besucht worden. Wir bescheiden uns gerne, auch hier nicht sogleich die Früchte des ausgestreuten Saamens sehen zu können, und es genügt uns, die freudige Aufnahme des Wortes von Seiten der Kinder, welche sich weder durch die eingesogenen Vorurtheile, noch durch die Anfeindungen der Verwandten abhalten lassen, die Schulen regelmäßig zu besuchen. Der Eifer und Fleiß dieser Kinder und ihre selbst von den jüdischen Verwandten bezeugte sittliche Veränderung lassen uns mit Recht annehmen, daß der ihnen ertheiltc Unterricht nicht vergeblich ist. Und die heftige Opposition, welche diese Schulen noch immer von den Juden zu erfahren haben, ist gewiß auch ein kräftiges Zeugniß für ihren segensreichen Einfluß auf die Jugend. Die Kosten zweier von diesen Schulen werden von Freunden Israels in Schottland bestritten, während fast alle übrigen Schulen durch die Unterstützung der Londoner Gesellschaft erhalten werden." Wir machen hierauf immer von Neuem aufmerksam, und fordern die Rabbinen, Lehrer und Borste-

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