Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 33 (12.8.1844)
- Date
- 1844-08-12
- Page
- Seite 464 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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464 Synagogenordnung für Mittelfranken geradezu entgegen ist, so sieht sich die unterfertigte Stelle veranlaßt, auf die genaue Einhaltung jener Bestimmungen aufmerksam zu machen, und die Polizeibehörden aufzufordern, den Vollzug derselben genauestens zu überwachen und allsallsige Kontraventionen geeignet zu bestrafen. Ansbach, den 20. Juli 1844. Königliche Regierung von Mittelfranken, Kammer des Innern, I. 33. d. k. St. Pr. Hussel, Direktor." Sesselmann. Aschaffenburg, I. August. (Privatmitth.) Das nachfolgende frappante Seitenstück zu der Fürther Rabbinergeschichte bildet hier gegenwärtig das Tagesgespräch. Der seitherige hiesige Distriktsrabbiner Neuburger war vor fast zwölf Jahren, durch ein Dekret der Vorgesetzten k. Kreisregierung, als Rabbiner für den Rabbinatsdistrikt Aschaffenburg ernannt worden, ohne daß eine Wahl desselben durch die betreffenden Gemeindeglieder vorausgegangen wäre. Letztere hatten übrigens keinerlei Einwendungen gegen diese unmittelbare Ernennung gemacht, der neu ernannte Rabbiner war feierlich installirt und in die Temporalien eingewicsen worden, und hatte sogar im Jahre 1837 eine vom k. Ministerium des Innern bestätigte Gehaltszulage erhalten. Inzwischen ergaben sich häufige Reibungen zwischen diesem Rabbiner und den Israeliten hiesiger Stadt, welche letztere jedoch, beiläufig gesagt, noch lange nicht den zehnten Theil der gesammten Distriktsgemeinde ausmachen. Die Gegner kamen, endlich auf den Einfall, die beregte Anstellungsweife ihres Rabbiners bei dem k. Ministerium des Innern anzufechten, und von dieser höchsten Stelle ist nun wirklich die Erledigung des fraglichen Rabbinats und die Anordnung einer Rabbinerwahl ausgesprochen worden. Es wurde aber auch verfügt, daß für Neuburger, wenn er nicht gewählt werden sollte, ein Sustentationsbeitrag Seitens der israelitischen Distriktsgemeinde zu erwirken fein. Wir vernehmen, daß Neuburger weitern Rekurs ergriffen habe und im äußersten Falle mit einer Schadensersatzklage austreten wolle. Am wünschenswerthesten wäre jedoch die baldige Bestätigung der allgemeinen Annahme, daß Neuburger, der verheirathet und Vater einer zahlreichen Familie ist, in der entschiedenen Anhänglichkeit der Landgemeinden eine sichere Bürgschaft seiner Erwählung finden könne." Randegg, (Großherzogthum Baden), 22. Juli. (Privatmitth.) Herr Rabbiner Schott von Randegg, der schon so viel Gutes bei uns wirkte und der bekannt ist durch seine tiefe Kenntniß, war bei der Versammlung deutscher Rabbiner in Braunschweig. Aus die Kunde seiner Heimkehr beeiferte sich Jedermann in der Israeliten-Gemeinde hier ihn festlich zu empfangen. Die Herrn Synagogen-Vorsteher, sowie viele Familienväter und sämmtliche erwachsene junge Leute männlichen Geschlechts begrüßten ihn zum Empfange in Stockach, wohin er mit dem Eilwagen kam. Seine Ankunft erfreute Alle auf's Innigste; jeder glaubte seinen lang abwesenden Vater zu begrüßen. In Gottmadingen wurde er von Herrn Oberlehrer Moos mit sämmtlicher, hiesiger israelitischen Schuljugend ebenso auf's Freudigste und Herzlichste empfangen. Diese Empfangsfeierlichkeiten wurden geschlossen durch ein Abendessen in der Krone hier, wobei die größte Herzlichkeit und Verehrung für unfern geistlichen Vorstand sich kund gab. Der Herr Rabb. Schott brachte dabei folgenden Toast aus: „Nach dem Toaste, welchen so eben unser Herr Vorsteher mir ausgebracht hat, kann ich nicht länger verschweigen, was jetzt mein Herz erfüllt. Nach einer vierwöchentlichen Abwesenheit in Ihre Mitte zurückkehrend, wäre mir schon das Wiedersehen all der so lange verlassenen theueren Personen ein unbeschreiblich hoher Seelengenuß gewesen; wie viel höher und freudenvoller wurde mir aber derselbe durch die überaus freundliche Theilnahme und den höchst ehrenvollen Empfang, womit Sie, m. v. F.! mich heute so liebevoll überrascht haben. Denn in diesem schönen Entgegenkommen darf ich ja sogar nicht nur die Gesinnung derer, welche hier anwesend sind, sondern auch die unserer ganzen werthen Gemeinde 'ausgedrückt finden, da sich in Ihrer Mitte unser geehrter Herr Vorsteher und noch ein weiteres verehrliches Mitglied des Synagogenrathes befinden. Dieses alles, m. th. F.! überzeugt mich aber recht lebhaft, daß ich nicht nur diesen heutigen schönen, mir gewiß ewig unvergeßlichen Tag, Ihrer Freundschaft verdanke, sondern auch alle die noch weit höheren und edleren Empfindungen, welche durch