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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-08-05 · Heft 32 (5.8.1844) · p. Seite 455

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 32 (5.8.1844)
Date
1844-08-05
Page
Seite 455 (sequence 11)
Language
German
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455 zug-estellt, aus welcher Folgendes hervorgeht. Viktor Darmont, spanischer Vize-Konsul in Masagan, war jüdischer Religion und 1814 in Marseille geboren. Vor neun Jahren ließ er sich als Handelsmann in den marokkanischen Staaten nieder, gab seine Eigenschaft als Franzose auf und wurde spanischer Vize-Konsul in Masagan. Der Statthalter von Asanor, Hadschi Musa, zu dessen Bezirke Masagan gehört, ließ ihn, wie es scheint, auf ungerechte Weise in's Gefängniß werfen; der Kaiser verbannte ihn alsdann nach Mogador, und es wurde ihm nur eine kurze Frist gestattet, um in Masagan seine Geschäfte zu ordnen. Als im letzten Januar der Statthalter Hadschi Musa in jene Gegend kam, ritt Darmont mit einem Diener ihm entgegen; bald bemerkte er, daß einige arabische Reiter ihm folgten, und als er unter ihnen den Gouverneur von Masagan erkannte, befragte er ihn um die Ursache dieser Verfolgung. Auf die Antwort, daß man seine Flucht verhindern wolle, erklärte er, daß er sich ja gerade zu dem Statthalter der Provinz und in das Innere des Landes begebe. Während nun der Gouverneur dem Anschein nach beruhigt weiter mit ihm ritt, eilten zwei der arabischen Reiter so nahe an Darmont vorbei, daß sie ihn vom Pferde rissen. Ein Araber, der Letzterem eine Flinte, die er, an einem Riemen befestigt, trug, zu entreißen suchte, vcrwickelie sich mit derselben in seinen Burnus; der Schuß ging los, und der Araber siel verwundet zu Boden. Nun sielen die übrigen Araber über Darmont her, richteten ihn schrecklich zu, plünderten ihn rein aus und ließen den Vorfall dem Hadschi Musa anzeigen, welcher den Arabern befahl, nach Masagan zurückzukehren und Darmont frei zu lassen. Dieser richtete an die dort befindlichen fremden Konsuln ein Rundschreiben, um sie von dem Ereigniß in Kenntniß zu setzen. Der Gouverneur berichtete seinerseits an den Kaiser, indem er Darmont in dem ungünstigsten Lichte darstellte, und erklärte dann den Konsuln, er sehe sich genöthigt, den Bize-Konsul Darmont zu verhaften. Sammtliche Konsuln protestirten gegen ein solches die Traktaten verletzendes Verfahren, allein Hadschi Musa ließ Darmont aus dem Hause des sardinischen Vize-Konsuls, in das er sich geflüchtet hatte, gewaltsam fortführen und, mit Ketten belastet, in's Gefängniß werfen. Wenige Tage darauf ging ein schriftlicher Befehl des Kaisers ein, den Darmont hinzurichten. Der Gouverneur erschrak, berief die Konsuln zusammen und versprach, dem Kaiser vorzustellen, daß die Strafe zu hart sei und gegen einen Konsular-Agenten nicht angewendet werden könne. Der Kaiser, vielleicht voraussetzend, der Gouverneur sei bestochen, erwiederte, er habe sehr wohl gewußt, daß Darmont Konsular-Agent wäre, allein de» Gouverneur müsse blindlings gehorchen, selbst wenn es dem Kaiser einsiele, den spanischen General-Konsul hinrichten zu lassen. Zugleich befahl der Kaiser, Darmont ohne weitere Einmischung des Gouverneurs hinzurichten, was durch einen Neger der Kaiserlichen Leibwache an demselben Orte geschah, wo das Blut des Arabers vergossen worden war. Der Leichnam wurde unbeerdigt den Raubvögeln preisgegeben. Der Kaiser berief sich auf eine von ihm früherhin erlassene und den Konsuln in Tanger mitgetheilte Verfügung, in welcher er anzrigte, daß marokkanische Unterthanen mosaischer Religion, die mit konsularischen Befugnissen versehen wären, keinerlei Immunität genössen. Die christlichen Mächte erhoben zwar gegen diese Verfügung keinen Einspruch, allein ihr selbst war die Klausel deigefügt, daß jeder andere Ausländer oder Israelit, der nicht marokkanischer Unterthan wäre und als Konsular-Agent irgend eine fremde Macht vertrete, der Immunität und Vorrechte der Konsuln genießen solle. Darmont war aber, so behauptet die spanische Regierung, Europäer. Spanien ließ die Vermittelung Englands zu. Trotz dieser ertheilte der Kaiser eine beleidigende Antwort auf die eingereichten Vorstellungen. Literarische Nachrichten. Leipzig, im Juli. (Pcivatmitth.) sNotizen über Allerlei. Schluß.^ Hier angekommen, lernen sie viele, ihnen sonst fremde Genüsse kennen; um sich solche zu verschaffen, wird auf irgend eine Nebeneinnahme gesonnen. Solche ist bald da. Bei der Menge der hier erscheinenden Zeitungen und Blatter wird es leicht, mit einer pikanten Notiz, oder gar mit einem größern Aussatze Aufnahme zu finden; je pikanter, desto besser. Die Sucht, §ls Schriftsteller in größern Kreisen zu glänzen, wie nach dem, von vielgetesenen Blattern zu erlangenden bedeutenden

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