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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-07-22 · Heft 30 (22.7.1844) · p. Seite 425

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 30 (22.7.1844)
Date
1844-07-22
Page
Seite 425 (sequence 9)
Language
German
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425 der nächsten Versammlung in Frankfurt am Main viele französischen, Rabbinen beiwohnen werden, daß er und der Rabb. Nordmann in Hagenau schon der diesjährigen beigewohnt hätten, wenn sie die betreffende Nummer der Allg. Zeit. d. Jud. zur bequemen Zeit gehabt hätten, und daß er die Rabbinen Frankreichs zu einer ähnlichen Versammlung in einer, unter der Presse befindlichen Broschüre über die Benutzung der heilsamen Elemente in der königl. Ordonnanz vom 25. Mai, auffordere. Gewiß wird auch dieser Schritt zur wesentlichen Förderung unsrer heiligen Sache gereichen. Paris, im Juni. (Privatmitth.) Am zweiten Schebuothfeste wurde vom Rabb. zu Phalsbourg, Herrn M. Isidor, im Konsistorialtempel von Paris eine Predigt gehalten, die auf den Wunsch des israelitischen Konsistoriums der Seine gedruckt worden. .Weil dies die erste derartige Erscheinung ist, so ist ein Bericht über dieselbe gewiß an seinem Platze. Nach einer Erinnerung an den Glanz des .Tempels zu Jerusalem, die Leiden des Exils und einem Lobspruch auf Frankreich, nach der Schilderung der Offenbarung auf Sinai kommt er zum Thema: daß die Zivilisation und Religion sich gegenseitig nicht negiren, daß sie vielmehr beide, in ihrer wahren Gestalt sich ergänzen und stützen. Wenn jetzt Irreligiosität unter den Israeliten sich verbreitet, so ist es nicht die Zivilisation, die dessen Ursache. Nur eine falsche, irrige Aufklärung bringt Unglaube zuwege. Die richtig geleitete Vernunft begründet wahrhaft die israelitische Religion. Nur muß es nicht jene trockne, dürre Vernunft sein, die Alles zersetzen will, als ob sie in den Werken der Natur sich überall Ursache und Wirkung in's Bewußtsein zu bringen vermag! Um dies zu erhärten, wirst der Redner einen Einblick in unsre Religion, erwägt deren Lehre vom Dasein Gottes, von der göttlichen Ebenbildlichkeit des Menschen, von der Barmherzigkeit Gottes und der Nächstenliebe, Humanität und Unsterblichkeit, um mit einer beredten Aufforderung, zu dieser Religion zurückzukehren, zu schließen. Die ganze Rede ist von großem Fervor, mit einer glücklichen Weredtsamkeit abgefaßt, obschon mit noch zu vieler Phraseologie. Und wenn auch der Grundgedanke richtig ist, so ist doch auf Folgendes aufmerksam zu machen. Unsre Prediger begehen oft einen sehr tiefen Fehler. Sie klagen über den Verfall der Religiosität, sprechen die Religion als Ursache davon frei, indem sie die obersten Lehren dieser als herrlich und göttlich aufstellen, und fordern dann zur Rückkehr auf. Ja, mein Gott, wenn das Judenlhum nichts weiter wäre, als jene obersten Lehren: dann könnte der Herr Rabdine von Pfalzburg auch nicht über Verfall der Religiosität klagen, jene obersten Lehren haben ihre Anhänger in — allen Juden. Denn sobald diese über gedachte Lehren anders oder gar nicht denken, bleiben sie nicht im Judenthum. Aber Judenthum ist doch noch mehr, hat Beschneidung, Gottesdienst, Sabbat, Versöhnungstag, Peßach ff. ff. und da ist es, wo der religiöse Verfall statt findet. Aber dann heraus mit der Sprache, dann nicht Versteck gespielt und bloß Phrasen gedreht. Den Konflikt des Lebens und der Religion lösen die obersten Grundsätze unsrer Religion nicht, denn bis dahin reicht der Streit nicht hinauf. Großbritannien. Birmingham, im Juni. (Privatmitth.) Birmingham eine sehr große Fabrikstadr mir einer Bevölkerung von 140,088 Seelen, zahlt 110 Familien Israeliten, und ist die erste Stadl in England, die einen Juden zum Stabtrath (Towii councillor) gewählt hat. Die Gemeinde, obgleich nicht reich, ist wohlhabend und macht guten Gebrauch von ihrem Wohlstand. Nicht nur ist sie nebst Liverpool die einzige, welche einen Prediger besoldet und wo Sabbat für Sabbat Vorträge in englischer Sprache gehalten werden, sondern sie hat auch eine Schule höherer Art gegründet, bis jetzt die Einzige öffentliche Schule unter Juden in England wo a? mm -naVn yiN "pn verbunden werden, und wo etwa 50 Knaben und 30 Mädchen von zwei jüdischen und einem christlichen Lehrer, erstere in Latein, Algebra, Französisch rc. eben so wie in ffrn, hebräischer Sprachkunde und sogar in den besten d^-ists, letztere zwei Mal die Woche in Religion Unterricht genießen. Am 9. Aug. u. p. wurde von Sic Moses Montefiore der Grundstein zu einem neuen geräumigen Schulgebäude gelegt, bei welcher Gelegenheit 230 der angesehensten Männer der Stadt und Umgegend unter dem Präsidium des Oberbürgermeisters (ülnvors) sich 30 *

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