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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-07-01 · Heft 27 (1.7.1844) · p. Seite 375

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 27 (1.7.1844)
Date
1844-07-01
Page
Seite 375 (sequence 7)
Language
German
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375 aufgehoben, so wie jenem öfter gestellten Verlangen, z. B. Ln den ungarischen Komitaten, die Juden sollten erst ein Glaubensbekenntnis; ablegen, gänzlich genügt, da es hierbei nicht um die Dogmen, sondern lediglich um das Verhältniß zur bürgerlichen Gesellschaft sich handelt. Die anderen Anträge, die noch zur Berathung kamen, konnten zu keinem bestimmten Resultate führen, da sie nur ans Niedersetzung von Kommissionen zur Vorbereitung der Fragen lauteten. Diese sind: 6) Antrag auf Niedersetzung einer Kommission zur Revision des j ü d i s ch e n Ehege - gesetzes. Die Wichtigkeit und Nothwendigkeit einer solchen Revision leuchtete Jedermann ein. Ter größere Theil des jüdischen Ehegesetzes ist durch die Landesgesetze und durch die Sitte außer Kraft gestellt, Scheidung und Chatizah sind mit den widersprechendsten Gebräuchen umgeben, eine Reform thut hier unumgänglich Roth,'um so näher liegt es, die Vorarbeiten dazu zu bewirken. 7) Antrag auf Niedersetzung einer Kommission zur Anfertigung von Vorarbeiten zu einer neuen Liturgie. Dieser, vom Kirchenrathe Mayer gestellte Antrag, war von ihm in specie dahin beschränkt, daß von der Kommission die.Beantwortung von sechs Fragen vorbereitet werde, nämlich: a) ob es nothwendig und rathsam sei, die hebräische Sprache beim Gottesdienste beizubehalten? b) ob das Dogma der Meffiaslehre in den Gebeten bei- - zubehalten? c) wie np (Vorlesung aus der Tora) entsprechender anzuordnen? 6) wie tsn (Schofarblasen) und Va (Lulabschütteln) dem bessern Geschmacks geeigneter zu formen fei? e) ob die Muffaphim beizubehalterr seien? k) ob die Orgel in den israelit. Gottesdienst einzuführen sei? Es wird ein Jeder einsehen, daß über diese Fragen die verschiedensten Ansichten geäußert wurden, wie wir in der folgenden Rubrik dieses Berichtes noch genauer angeben werden. Insofern aber diese Fragen bis jetzt nur Themata zu Kommissionsarbeiten waren, lagen sie an sich noch gar nicht zur Entscheidung vor, und man konnte in die Wahl der Kommission einstimmen. 8) Antrag auf Niedersetzung einer Kommission zur Vorbereitung der Frage: wie ist i Leberi und Lehre in Beziehung aus den Sabbat auszugteichen? Die Wichtigkeit auch dieser, vom Landrabb. Dr. S. Hirsch angeregten Frage mußte dem gewissenhaften und der obschwebenden Verhältnisse sich bewußten Theologen einleuchten, und die Niedersetzung einer Kommission konnte keinen Widerstand finden. Zn diesen drei, auf zukünftige Berathnngen verwiesenen Anträgen, kam noch 9) ein Antrag von 9r. med. Bergson in Berlin, daß dieRabbiuen Beschneidungslisten führen möchten, welcher angenommen wurde. Zur Charakterisirung der Versammlung gehört es, daß zwei Anträge gänzlich abgewiesen wurden, nämlich der des Rabb. Dr, Sam. M ayer zu Hechingen über Emanzipation der jüdischen Kirche, der ln No. 16 der Allg. Zeit, des Judeuth. abgedruckt war, so wie der des Landrabb. Dr. Heß auf eine Erklärung, „daß die Rabbiner-Versammlung zwar schmerzlich bebaute, daß einige Israeliten ihre Kinder der Beschneidung entzögen, daß sie aber Zwangs- und Ausschließnugsmaßregeln durchaus nicht billigen könne." Dieser Antrag wurde deshalb sofort abgelehnt, weil er zu sehr deu Leidenschaften des Tages angehört. Ties sind die Resultate der Berathnngen der ersten Rabbinerversammlung. Je mehr ein Jeder in denselben Befriedigung finden kann, desto mehr wird mau nachdem Detail begierig sein, nach der Entwickelung, die die angeregten Fragen in der Versammlung nahmen. Hier ist es, wo die Besonnenheit und Kritik Vieles zu wün scheu haben werden, und werden wir deshalb ausführlich in der folgenden Rubrik darüber uns auslassen. (Fortsetzung folgt.) Beilagen zu den Verhandlungen der erste» Rabbinervcrsammlnng. IV. Worte vor der Eröffnung vom Rabb. vr. Philippson gesprochen. Meine geehrten Amtsbrüder! Indem ich es unternehme, nach dem ehrwürdigen Amtsbruder, der so eben gesprochen, einige Worte zur

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