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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-06-24 · Heft 26 (24.6.1844) · p. Seite 355

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 26 (24.6.1844)
Date
1844-06-24
Page
Seite 355 (sequence 3)
Language
German
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355 rücksichtigung vorgebrachter Gründe sich für OeffentlLchkeit erklärt, ebenfalls dafür. Gerade unbedingte OeffentlLchkeit, meint Dr. Hirsch, den Gegnern gegenüber, wie den Gemeinden. Was ist's denn mit dem bösen Willen, meint er? Der mag dem Einzelnen böse Stunden machen, die Versammlung verachtet ihn. Wer hierher kommt, ist nicht destruktiv, nicht lau, er ist begeistert für das Judenthum. Wir haben nicht Oeffentlichkeit zu scheuen. Dr. Heß affentirt wiederholt vr. Hirsch wegen des Momentes Ln der Lsraet. Religion, das der Freiheit, die wir hier respektiren müssen. Wollen wir denn nicht auch den guten Willen berücksichtigen, meint Phitippson; der wird auch kräftig für uns sprechen, kräftiger als es der böse Wille gegen uns wird und mag. Rabb. Goldmann, Nein! Wir würden den Zweck unsrer Verhandlungen verfehlen, durch Mißdeutungen, die unseren Reden gegeben werden. Dr. Jolowicz.—Da wir Resultate veröffentlichen, so können wir auch Verhandlungen öffentlich halten. Br. Adler macht auf das Historische aufmerksam, daß ja die alten Sanhedrin öffentlich waren. Sollten wir hinter der Zeit Zurückbleiben? Sekretär vr. Fraukfurther meint: Für die geheime Sitzung spricht nur ein praktischer Moment, für dieOeffentlichkeit Theorie und Praxis, darum unbedingt öffentlich. Die Debatte wird als erschöpft deklarirt und die Frage: Sollen die Versawmlungen Ln der Regel öffentlich sein? mit 18 gegen 4 bejaht, womit die Bitte des Kand. Maier aus Hannover um Zulassung zur Versammlung, um die Verhandlungen anzuhören, erledigt ist. vr. Phitippson hat einen Entwurf der Statuten für unsere Versammlungen angefertigt. Soll dieser Entwurf sogleich entgegengenommen und zur Abstimmung gebracht, oder einer Kommission überwiesen werden? Mit 13 Stimmen gegen 6 wird beschlossen, das Statut sogleich Ln Berathung zu nehmen. vr. Adler aus Alzey stimmte nicht mit. Der Entwurf wird auf den Sekretärtrsch gelegt und von dem Sekretär zuerst vollständig verlesen, darauf wird jeder einzelne Paragraph wiederholt und diskutirt. Der Entwurf lautet: 1. Die Rabbinerversammlungen haben den Zweck, eine persönliche Annäherung der jüdischen Religionslehrer in Deutschland, zu bewerkstelligen, um in Gemeinsamkeit zur Erhaltung, Fortbildung und Belebung des Judeuthums zu wirken." Rach längeren Diskussionen, zu welchen besonders die Ausdrücke „eine persönliche Annäherung der jüdischen Religionslehrer Ln Deutschland," sowie „Erhaltung des Judenthums" Stoff gaben, gegen welchen erstern Ausdruck ein nur untergeordneter Zweck, gegen letztern, weit das Jndenthum Ln seinen ewigen Wahrheiten nicht unseres Zuthuns zu seiner Erhaltung bedürfe (dies machten besonders die Herren vr. Heß und Adler geltend): wogegen der Präs, replizirte, auch die Herren Bodenheimer und Schott, ward abgestimmt. Dieser Paragraph wurde angenommen Ln folgender vom Präsidenten vorgeschlagenen Form. §. 1. „Die Rabbinerversammlungen haben den Zweck, gemeinschaftlich sich über die Mittel zu berathen, wodurch die Erhaltung und Fortbildung des Judenthums und die Belebung des religiösen Sinnes bewirkt werden könne." „§. 2. An derselben hat das Recht Th eil zu nehmen, jeder Rabbiner, Vizerabbiner und jeder mit dem regelmäßigen Predigtamt Betraute." Dieser Paragraph ist unter Veränderung des Ausdrucks Vizerabbiner in Rabbinatsverweser Ln seiner ursprünglichen Fassung angenommen. Der Antrag des Herrn vr. Bodenheimer, Kandidaten der Theologie zuzulassen, wurde nach längerer Diskussion mit 18 Stimmen abgelehnt. Jngleichen konnte die Versammlung sich mit dem Anträge des Herrn vr. Heß literarische Kapazitäten innerhalb des Judenthums zu den Versammlungen einzuladen, mit 13 gegen 9 Stimmen, nicht einstimmig erklären. Zwei Herren stimmten nicht mit. Endlich wurde auch der Antrag des Herrn vr. Phitippson, solche Kapazitäten, wenn sie sich melden, zu den Versammlungen zuzulaffen, mit 15 Stimmen gegen 9 abgelehnt. Der Herr Präsident legte ein Schreiben des verehrt. Könnt« der ersten Rabbinerversammlung vor, worin angezcigt wird, daß die israelitische Gemeinde die Versammlung zu morgen, Donnerstag den 13. Juni, durch das Komite nach der Wolfenbüttler Bibliothek führen lassen wollte. Die Versammlung drückt für dieses neue Zeichen ganz besonderer Aufmerksamkeit der israel. Gemeinde und dem verehrt. Korrritö ihren Hank aus. Nun wird

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