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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-06-24 · Heft 26 (24.6.1844) · p. Seite 354

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 26 (24.6.1844)
Date
1844-06-24
Page
Seite 354 (sequence 2)
Language
German
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854 Braunschweig, den 12.Juni 1844, Vormittags 9 Uhr. Anwesend die Herren: Kirchenrath vr. Mayer, Landrabb. vr. Holdheim, Rabb. vr. Klein, Pred. vr. Salomon, Landrabb. vr. Heß, Rabb. vr. Sobernbeim, Pred. vr. Jolowicz, Kreisrabb. Goldmann, Pred. Ben-Israel, Rabb. vr. Philippson, Rabb. Schott, Oberrabb. vr. Form siecher, Pred. vr. Fran kfurther, Pred. vr. Sachs, Landrabb. vr. Herxheimer, Kreisrabb. vr. Adler, Pred. vr. Adler, Rabb. Hoffmann, Pred. Heidenheim, Landrabb. vr.Herzfeld, Landrabb. Bodenheimer, Landrabb. vr. Hirsch, Pred. Edler. Eröffnung der Versammlung. Nachdem der Lokalrabbiner Herr vr. Herzfeld die Versammlung durch eine paffende und zweckmäßige Anrede begrüßt hatte, Herr vr. Philippson ein Gleiches gethan, wurde zur Wahl eines Vorsitzenden geschritten, welche von 22 Stimmen mit 16 auf Kirchenrath vr. Maier aus Stuttgart fiel. Derselbe besteigt die Tribüne und erklärt unter Dank für die mit so großer Majorität auf ihn gefallene Wahl, die Annahme derselben. Er bringt zuerst dem Rabb. vr. Philippson den Dank für seine Anregung und Bemühungen zu dieser Versammlung um das Zustandebringen derselben. Jngleichen spricht er dem verehrlichen Konnte der ersten Versammlung, resp. der würdigen israel. Gemeinde zu Braunschweig den tiefgefühlten Dank der Versammlung für die ganz außerordentlich freundliche Aufnahme und die zweckmäßigen Vorkehrungen aus. Sodann macht er auf die Wichtigkeit unsrer Aufgabe, die er in wenigen Worten, aber scharf bezeichnend andeutet, aufmerksam, und bittet um gegenseitiges Vertrauen der verschiedenen Fraktionen, die ja Alle beseelt sind von dem besten Geiste für die heilige Sache, die wir vertreten; bittet, das Leben im Auge zu behalten, das dringende Forderungen an uns stellt, und die Versammlung desto erfolgreicher zu machen, daß man strenge bei den Fragen des Tages flehen bleibe. Zugleich bittet er um die Unterstützung der ganzen Versammlung in der Leitung der Verhandlungen. Die Frage, ob ein Vizepräsident gewählt werden sollte, wurde durch Aufstehen und Sitzenbleiben bejahend entschieden, und die Wahl fiel mit sechs Stimmen per majora auf vr. Holdheim. Hierauf schritt die Versammlung zur Wahl eines Sekretärs, welche mit sieben Stimmen auf vr. Frankfurther aus Hamburg ficl. Durch Aufstehen und Sitzenbleiben wurde die Frage, ob ein zweiter Sekretär gewählt werden sollte, bejahend entschieden, eben so ob derjenige, welcher nach vr. Frankfurther die meisten Stimmen in der ersten Abstimmung erhalten hat, als gewählter Sekretär zu betrachten sei, worauf Herr vr. Hirsch aus Luxemburg als zweiter Sekretär erklärt wurde. Die Frage, ob die Sitzungen öffentlich oder geheim sein sollen? kommt zur Abstimmung, angeregt zunächst durch den Wunsch des Canci. theol. Maier aus Hannover, der obschon nicht im Amte, bei den Sitzungen anwesend zu sein wünscht, worüber Meinungsverschiedenheit herrscht. Sotten die Sitzungen öffentlich sein? Es entspinnt sich eine Diskussion, wobei hierher gehörige Fragen zur Sprache kommen, an der vr. Bodenheimer, vr. Salomon, vr. Heß und vr. Philippson Theil nahmen, wie über den Druck der Verhandlungen und Aehnliches, aber mau kommt doch wieder aus die Hauptfrage zurück, und es stimmen: vr. Herzfeld motivirt Nein. vr. Holdheim, unbedingt öffentlich, um verdächtigenden Gründen entgegen zu wirken, was am ehesten dadurch geschehe, daß Jedermann es hören und sich von der Reinheit der Absichten und Gesinnungen der Versammlung überzeugen könne. vr. Formstecher: Nein, denn die Diskussion bringe unreife Ideen zur Sprache, die immer für das Gesammtpublikum sich nicht eignen, dagegen Resultate veröffentlicht werden mögen. Ihn sucht Holdheim zu widerlegen, weil ja Böswillige ohnehin unsre Versammlung zu verdächtigen suchen. vr. Philippson stimmt ganz mit vr. Holdheim, denn unser Jahrhundert verlangt Licht und Oeffentlichkeit, die wir nicht zu scheuen haben. Wer eine Meinung aus spricht, habe sie zu vertreten, wer dies nicht könne oder wolle, der schweige lieber. vr. Heß meint auch, daß auf unbedingter Oeffentlichkeit die Weihe unsrer Vers, beruhe. Herr Rabb. Schott hält Oeffentlichkeit in den Verhandlungen nicht hauptsächlich darum für nothwendig, weil wir Kinder der Zeit sind, wol aber um das Vertrauen, das wir nicht nur verlangen, sondern auch weil wir uns dessen würdig machen wollen, zu rechtfertigen. Bodenheimer ist für Stein, weil man bei Oes' fentlichkeit anstatt Resultate, Diskussionen schon als Resultate geben würde. vr. Klein ist, nachdem auch vr. Herzfeld unter Be-

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