Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 25 (17.6.1844)
- Date
- 1844-06-17
- Page
- Seite 348 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3225335-3225361--06117-3314913- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
348 Verbannt bleibe daher aus ihr jeder Bann und jeglicher Zwang in ewigen Zeiten!!- Gegeben zu Trier pbh trnn n; ’s pws (27. Oktober 1843). Joseph Kahn, Lberrabbiner. Berlin, Iv. Juni. (Privatmitth.) Es ist nun dennoch bewirkt worden, daß Sachs nach Berlin als dritter Rabbiner kommt. Im Herbste wird er sein Amt hier antreten °). Magdeburg, 6. Juni. (Privatmitth.) Am vorigen Sabbat 0«: 'e) fand hier auf sehr feierliche Weise die siebenteKonsirmation (vierKnaben, sechs Mädchen) statt. Die Predigt war über den Text aus der laufenden Sidrah: iaia ns ibuji öspsn vsi bspi»\— Der2'/2stündigen Feier wohnte das gänzlich gefüllte Gotteshaus mit tiefster Theilnahme und Ruhe bei; es wurden dabei schöne Gesangstücke, namentlich der 8te Psalm mit Solo, Quartett und Chor aufgeführt. Colberg, im Juni. (Privatmitth.) Die hiesige jüdische Gemeinde, für die sich erst 1812 die Thore dieser Festung öffneten, hat durch große Aufopferungen — sie besteht jetzt aus .19 Familien — sich einen Bauplatz für 33ÜÜ Thlr. erkauft, und erbaut, nachdem sie viele Schwierigkeiten, welche ihr wegen des Baues der Synagoge an der Straße gemacht worden, sich ein schönes Gotteshaus, zu dem am 7. Mai der Grundstein feierlichst, in Gegenwart aller Behörden gelegt wurde. Der erste Religionslehrer der Gemeinde Herr Rabb.-Kand. Lesser hielt eine gediegene Predigt. Die Gemeinde blüht überhaupt in schönster Eintracht, hat einen ziemlich geregelten Gottesdienst, zu dem im neuen Gotteshaus« Choralgesang kommen wird, eine Religionsschule und regelmäßige Predigt. Der Herr gebe ihr zur Vollendung des Werkes seinen Beistand. 11. Magdeburg, im Juni. (Privatmitth.) Die durch den Westphäl. Merkur, und aus ihm in die *) Wir können dies aus einem Schreiben unsres Amtsbruders bestätigen. Redakt. Allg. Preuß. Zeit, übergegangene Berichtigung der Nachricht, daß ein Jude Unteroffizier geworden und als Landwehroffizier den Abschied bekommen, wird durch Mittheilungen in der Bcrl. Zeit, und der Schles. Zeit, dahin berichtigt, daß die Nachricht allerdings keine „Erfindung" sei. Ob es eine Abnormität in Preußen — darüber können wir nicht entscheiden. Das liegt in höheren Händen. Oesterreich. Pesth. 19. Mai. (Privatmitth. Schluß.) An einem bestimmten Tage sind sie zusammengekommen, da hatte der Eine die inhaltsreiche Exzerpte verfaßt, der Andere mußte sie auswendig lernen, und der Dritte nahm sie unter den Arm, und ging damit von Haus zu Haus, und hat im Schweiße seines Angesichtes eine verhältnißmäßig nicht große aber immer doch beträchtliche Anzahl von Unterschriften zusammengebracht, oder erbettelt, wenn dies besser klingt; und dann sind sie hinausgezogen von Dorf zu Dorf und von Stadt zu Stadt, und haben gezeigt, daß die Kameralpachtungen nur durch die Konkurrenz der Juden so hoch zu stehen kommen, sie haben darauf hingewiesen, daß der Jude um einen Kreuzer wohlfeiler das Maaß Brantwein veräußert, daß er eine bessere Milchkuh hat, wie die deutschredenden Juden;ungen so hochmüthig mit gewichsten ßajsz einhergehcn, und in Tuch, gleich den neme8 emberok, deren Röcke doch nur gelöchert oder geflickt sind; man hat klar und unwiderleglich bewiesen, daß die Verleihung höherer Rechte an diese Unholde, die im asten Testamente als schlecht und verworfen in Ewigkeit gebrandmarkt sindunverzüglich den Zorn Gottes in Gestalt von Feuer und Schwefel auf die gesegneten Felder Hunniens herabrufen würde; man hat den Witz gemacht, und hat ihn vielfältig drucken lassen, daß'die Juden hier bald ihr Kanaan gesunden haben werden, während die verzweifelten Ungarn in der Lage sein werden, den Wanderstab zu ergreifen, und sich um ihr verlornes Paradies, um ihr Magyarorszüg umzusehen. Solches und Aehnlichcs, nichts war so schlecht und so albern, was man nicht hat in das unbefangene Gemüth des Bauern- und Landadels einzuimpfen sich bemüht, und so bearbeitet strömte die Menge zum Gynlvs hin, die Aufhetzer konnte man leicht an ihren hoffnungsvollen