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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-06-17 · Heft 25 (17.6.1844) · p. Seite 346

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 25 (17.6.1844)
Date
1844-06-17
Page
Seite 346 (sequence 10)
Language
German
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346 thau hat."-Ob aber mein Gutachten aus dem Grunde, „weil es so ohne allen Gehalt und des Drukkes nicht werth ist," oder aus einem viel einfacher» und näher liegenden, nicht mit ausgenommen wurde, wird jeder, der dieses, wie ich es hier jetzt avdrucken lassen muß, durchlesen will, ohne große Mühe, leicht heraussinden, so wie auch, ob ich „den Zweck" (des EinfordernS und Abgebens von Gutachten) begriffen habe. — Herr L. S. mußte am besten den wahren Grund wissen und es thut mir leid, daß derselbe, aus Uebcreiluno, hier eine Unredlichkeit sich hat zu Schulden kommen lassen. — Daß ich kein ausführliches wissenschaftliches Gutachten abgeben wollte, weil ich solches für unnöthig hielt, sagte ich mehrmals selbst in demselben, und kann und will es auch auf diese Prädikate keinen Anspruch machen. Hingegen zeigt es in jedem Falle von einer ernsten und redlichen Gesinnung und stehet es, auch seinem Gehalte nach gewiß mehreren der Gedruckten nicht nach; das darf ich kühn behaupten. — Somit lasse ich dieses Gutachten nun hier folgen, ganz wörtlich, wie ich es damals, als das Wesen und Streben des „Reformvereines" nur aus den Zeitungen, dem „Auszuge" und der Erklärung der Refvrmfreunde selbst bekannt und noch nicht weiter beleuchtet war, — abgegeben habe, und bemerke nur, daß ich im Wesentlichen jetzt noch derselben Ansicht, wie damals, bin; nur würde ich jetzt manche Aeußerungen etwas anders ausdrücken, so wie ich auch unserm gelehrten und würdigen Amtsbruder Herrn Dr. Aub ganz beistimme, daß wir diese wichtige Erscheinung im Judenthume nicht ignoriren und durch bloßes Schimpfen abweisen dürfen, vielmehr sie auf dem Wege der unparteiischen Wissenschaft — aber auch nur auf solchem — gründlich beleuchten und behandeln müssen. Jeder ist hierzu berufen und verpflichtet, auch der Laie, der theologische Kenntnisse besitzt und mit dem Judenlhume und dessen Bestrebungen vertrauet ist. — Joseph Kahn. Gutachten. Einem hochwürdigen Rabbinate in Frankfurt a.M. „Als Antwort auf das, an mich erst zu Ende des Monats as gelangte Zirkularschreiben «onv-n ran 53, in welchem Ein hochwürdiges Rabbinat die Rabbiner, und auch mich besonders, aufsordert, gutachtlich über den „neuen Reformverein" im Allgemeinen, und die, welche ihre Kinder nicht beschneiden lassen, insbesondere, sich zu äußern, — mögen folgende Gründe, warum ich bisher dieser Aufforderung noch nicht nachgekommen bin und auch gesonnen war, sie ganz unberücksichtigt zu lassen, — welchen Vorsatz ich jedoch jetzt und besonders aus Achtung vor Einem hochwnrdigen Rabbinate aufgegeben, — dienen. I) Gutachten von Theologen gegen einige Laien, die da ganz fremd in Israel und unerfahren und unbekannt sind in und mit dessen Religion und deren heiligen Schriften und die durch bloß „n eg irende" Grundsätze als Reformer auftraten,— halte ich für lächerlich, zwecklos und höchst nachtheilig. — Theologen können und sollen nur gegen Theologen— so es nöthig ist — Gutachten abgeben, da solche ihnen ebenbürtig sind und sie den Kampf auf festem Boden mit ihnen führen können. Wo giebt es aber — auch bei anderen Religionsbekenntnissen — Beispiele, daß Theologen gegen Äußerungen von einigen Laien gutachtlich ausgetreten wären? Und welcher jüdische Theolog wird sich wvl einreden wollen, daß er durch sein Gutachten, solche Laien von ihrem Jrrthume abbringe und sie eines Bessern überzeuge, die auf ganz anderm Gebiete stehen und auch auf diesem bleiben wollen und die — wie sich Einer derselben sogar äußert — den ganzen positiven Offenbarungsglauben vernichten wollen und von Vorne herein schon jedeck Theologen für befangen und unredlich halten? Und müssen endlich Gutachten von Theologen gegen diesen Verein ihm nicht mehr Ansehen, Bedeutung, Gewicht und Anhänger verschaffen, weil jene es doch der Mühe werth halten, in vereinter Kraft und Gelehrsamkeit gegen ihn aufzutreten? Ignoriren und schweigen ist, nach meiner Ansicht, vor der Hand das beste Mittel, um ihn sehr schnell in sein „Nichts," das doch seinen ganzen Inhalt ausmacht, wieder zerfallen zu machen. — Nur in seinem Wirkungskreise und seimer Umgebung soll und muß jeder Rabbiner, Lehrer und jeder, der es aufrichtig mit der Erhaltung unserer heiligen und göttlichen Religion meint, durch Beispiel und Belehrung gegen solche und ähnliche unjüdische Grundsätze nach Kräften wirken. Hierdurch und auch durch ein — zeitgemäßes, dem Geiste unserer Religion entsprechendes,, vernünftiges Fortschreiten wird in Aller Herzen aufrichtige Liebe, wahre Anhänglichkeit und innige Begeistrung erweckt

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