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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-06-17 · Heft 25 (17.6.1844) · p. Seite 340

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 25 (17.6.1844)
Date
1844-06-17
Page
Seite 340 (sequence 4)
Language
German
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340 stisch, beißend, nicht pathetisch und hochaffizirt; er spaßt und unterhält, daß er endlich die Lacher auf seiner Seite hat, und man befriedigt von der Lektüre die Schrift weglegt. Es ist allerdings da dem Systeme kein System gegenübergestellt, sondern es sollen nur die zahllosen Jrrthümer des Gegners nachgewiesen werden, auf die er sein System gebaut hat, so daß es von selbsten zusammenfällt. Hierin hatte nun Salomon bei der krassen Ignoranz B.'s in jüdischen Dingen und bei der tüchtigen Kenntniß, die er selbst besitzt, ein wirklich leichtes Spiel, das er wacker durchgeführt hat. „Der Herr Lizentiat giebt sich das Ansehen, sagt Sal., als behandle er den schon so oft analystrten Gegenstand auf eine originelle, ganz neue Manier, weit schärfer, weit gründlicher, weit kritischer, weit unparteiischer. Dem ist aber nicht so! In der 115 Seiten starken Schrift ist den schon unzähligemal geäußerten Gedanken nur ein anderes, ein Bauer'sches Röckchen umgehangen! Entkleidet, sind die meisten Bauer'schen Gedanken nichts, als Wiederholungen, nur in einer andern Form." Sehr richtig bemerkt er: „Im höchsten Grade originell ist der Kritiker Bauer in seinen-Voraussetzungen. Stets verfährt er assertorisch, und ich kenne weder einen alten, noch einen neuen Schriftsteller, der das Horazische „Sapere aude!cc so weit getrieben und so schlecht verstanden. B. beweist nicht; er behauptet „Es ist so!" und damit Punktum. Dadurch verblendet, man möchte sagen, dadurch verblüfft er viele Leser. Als Jude ist aber der Verf. dieser Blätter daran gewöhnt, von keinem Menschen auf dessen bloße Autorität irgend eine Lehre anzunehmen; vielmehr so lange zu zweifeln, bis ihn Beweise von der Wahrheit der aufgestellten Sätze überzeugen." — Salomon verfolgt nun den Gang B.'s in allen Einzelheiten. Höchst klar ist, was Sal. über Spanien und Polen sagt, und führt er hier B. gerade durch die einfachste Logik ad absurdum. Des Breitem führt Sal. aus, wie allerdings die Juden am großen Gewebe des Geistes zu aller Zeit mitgewoben haben, und ein wichtiger Faden in diesem Gespinnste gewesen. Es ist nur höchst skizzenartig, was hier anzuführen Sal. der Moment gestattete, wollte er nicht einen dicken Band produziren, aber doch schon so viel. Er schließt hier: „Wem will Bauer nun weiß machen, daß „an der Bildung Europa's" kein „einziger Jude" mit gearbeitet? Wem will B. durch seine absprechenden hohlen Phrasen überreden,. daß „kein einziger Jude" die Wissenschaft ausgebildet? Ich habe mehr als einen und mehr als zehn genannt, und könnte noch hundert nennen, die gleich denen, so ich namhaft gemacht, mindestens seit dem zehnten Jahrhundert, und zwar in allen Ländern, in drei Welttheilen, ja selbst unter tyrannischen Regierungen, die Theologie, die Linguistik, die Poesie, die Astronomie, die Philosophie, die Arzneikunde, die Naturwissenschaften, mit einer bewundernswerten Geistesfrische angebauet haben. Ein Jahrhundert hat auf das andere eingewirkt, und selbst was jüdische Gelehrte zunächst nur für ihre eigenen Glaubensgenossen gedacht und gearbeitet, ging nach und nach auf Christen über; jüdische Gelehrte waren Lehrer der Christen; christliche Gelehrte schöpften aus jüdischen Schriften, brachten sie aufs Katheder; christliche Gelehrte übertrugen jüdische Schriften in verständlichere Sprachen, und wer möchte wol auf dem Gebiete, das der Geist sich schafft, die Gränzen ziehen, und bestimmen, wie viel diesem und wie viel jenem gehört? Der Geist weiß weder von Beschneidung noch Taufe. Ideen lassen sich durch keinen Kordon absperren. Ein Geschlecht erzeugt und bildet das andre, und wer nur irgend einmal einen haltbaren großen Gedanken gehabt und geäußert, der hat der Weltgeschichte Materialien geliefert. Wahrlich, Tausende wie Bauer, und wenn sie— was freilich fast undenkbar ist — noch unverschämter in ihren Aeußerungen wären, werden es den Juden nicht nehmen, daß sie dem Reiche der Geister sehr bedeutende Materialien geliefert, von denen sie einen großen Theil selbst mit verarbeitet haben und zu bearbeiten fortfahren." (Schluß folgt.) Erste Rabbinerversammlung. Braunschweig, den 12. Juni. Heute um 9 Uhr wurde die erste Rabbinerversammtung in dem schönen Lokale, welches die Gemeinde zu Braunschweig für dieselbe besorgt hat, eröffnet. Nach einigen Worten des Gebetes und der religiösen Weihe, gesprochen durch den Landesrabb. Dr. Herzfeld als Drtsgeistlichen, so wie nach einer kurzen Rede über die Bestimmung der Versammlung durch den Rabb. Dr. Philippson, wurde zur Wahl eines Vorsitzenden geschritten, welche in der Person des vielgewandten Kirchenraths Maier, eines Vizepräsidenten in dem Herrn Landesrabb. Dr. Holdheim, eines Sekretärs in dem Herrn Dr. Frankfurther, und ti* nes Vizesekretärs in dem Herrn Dr. Hirsch, eine Ertedi-

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