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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-06-10 · Heft 24 (10.6.1844) · p. Seite 332

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 24 (10.6.1844)
Date
1844-06-10
Page
Seite 332 (sequence 12)
Language
German
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332 vom 4. Marz l. I. Folgendes geschrieben: „Die Berathschlagung über die beim Reichstage eingereichte Petition der Juden ist in bester Ordnung begonnen und fortgesetzt worden; eine wahre Freude war es mit anzufthen, wie Männer, die früher, als die Emanzipationsfrage zuerst auf's Tapet kam, als ihre entschiedensten Widersacher sich herausstelltcn, heute von der Gerechtigkeit der Sache durchdrungen, mit Feuer für sie Partei nahmen. Und schon waren wir eines günstigen Erfolges in Hoffnung gewärtig, als der neuerwählte beamtl. Unterinspektor 35. aufstand, und in einer Rede, die Andichtungen gegen die jüdische Religion enthielt, und den Schein einer vollständigen Bekanntschaft mit den, wie er sich ausdrückte, unter einem Schleier des Geheimnisses gehaltenen Rcligionslehren der Juden, an sich trug, auf den anwesenden Gemeinadel eine derart große Wirkung ausübte, die zum Resultate hatte, daß der größte Theil gegen die Emanzipation stimmte, und so weder das Ansuchen der Israeliten überhaupt, noch jenes der jüdischen Aerzte insbesondere, Begünstigung erhielt." Eine solche Thatsache bedarf keines nähern Kommentars, sie spricht deutlich genug, und dienet trefflich dazu, so manche seltsam geartete Berichte und Artikel in den ungarischen Blättern, dem etwas weniger in den Mysterien der Presse cingeweihten Leser, näher vorzurücken und in ein helleres Licht zu stellen. Freilich, als im Jahre 1840 die Idee der Emanzipation plötzlich angeregt wurde, hat sie wie jede gerechte und heilige Sache allenthalben Anklang gefunden; sie war wie ein Blitz in die Gemüther gefahren, und ließ nicht Muße genug zum Ränkeschmieden, nicht Muße genug zum Verdrehen und Verleugnen der Wahrheit und des Rechts; und noch blieb manche böse Zunge, mancher kurze Verstand, mancher zur Gewalt schon halb hingereckte Arm gelähmt und gefangen gehalten. Nun aber nach mehr als drei Jahren, da sehen wir, wie sie inzwischen, nachdem sie sich vom ersten Schrecken erholt hatten, einzeln sind herangekommcn, wie sie sich haben umgesehen nach allen Ecken und Enden um Hilfsmittel und Helfershelfer, wie sie gespäht haben all und überall nach der Frucht des Trugs und der Lüge; wie es sie hat hineingejagt in die finsteren Wälder des Mittelalters, wo sie Ausbeute genug haben gefunden für ihre nach Blut lechzende Seele. Sie sind hingegangen, und haben den Aberglauben des Volkes angeklagt; aber das war Lüge, das war Heuchelei; das ungarische Volk ist ein harmloses Volk, und cs hat nie an diese unnatürlichen Dinge auch nur gedacht. Dafür aber sind sie selbst nichtdestoweniger wie die Raubthiere, wie die Hyänen über Scharteken einhergefallen, und der faule Fang der hat ihnen so wohl geduftet wie Manna, mit ihm haben sie in die Lüfte hineingejauchzt, er wurde ihre Hoffnung und feste Burg. (Schluß folgt.) Literarische Nachrichten. Magdeburg, 28. Mai. s Schulbücher. J rtx ■’ra mVin oder biblische Geschichten der Kinder Israel. Für Schulen bearbeitet. Posen, 1844. Zu den vielen biblischen Geschichtsbüchern noch eines, obschon in recht guter Bearbeitung. Die Geschichten bündig erzählt, Winke zur Auffassung und ein Berschen darunter. Bis zum zweiten Tempel reichend. — Methodisches, nach lückenlosen Stufen geordnetes und möglichst vollständiges Lehr- und Lesebuch für israelitische Religions- und deutsche Schulen und Pcivatlehranstalten ff. von I>r. I. H. Dessauer. Erlangen, 1844. I. Die Fibel nach etwas modifizicter Lautirmethode mit hebräischer Fibel. II. Leseübungen, die biblische Geschichte in gedrängter Kürze, jedoch möglichst vollständig bis zur Zerstörung des zweiten Tempels. III. Gottes geoffenbactes Wort. In Bibelsprüchen bestehend. Diese Schrift ist unzweifelhaft von Nutzen, und da sie Vieles enthält, was sonst getrennt gegeben ist, kann sie gut gebraucht werden. Allein das, was der Vecf. sich damit vorgesetzt hat, alle Religionsbücher und Geschichtsbücher überflüssig zu machen, leistet sie sicher nicht, dazu fehlt ihr es selbst noch an Tüchtigkeit. Wir bemerken: die hebräische Fibel ist allzuknapp ausgefallen, wie man leicht sehen kann, wenn man ihren Umfang mit der deutschen Fibel vergleicht; die biblischen Geschichten sind in zu dürrem Tone geschrieben, so daß sie als Leseübung das Kind nicht anziehcn; die Spcuchsammlung ist zu groß und genügt keineswegs, um als Religions- und Siktenlehre ganz und gar zu dienen, es muß also dennoch ein Unterricht nebenhergehen, der die Sprüche als Stoff bearbeitet, und dem Schüler die Lehren in bestimmter, klarer Fassung übergiebt. Durch alleinige Anhäufung von Sprüchen im

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