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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-06-10 · Heft 24 (10.6.1844) · p. Seite 325

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 24 (10.6.1844)
Date
1844-06-10
Page
Seite 325 (sequence 5)
Language
German
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325 Punkt betrifft, wol schwerlich in ihrem bisherigen Beharrungszustande verbleiben können. Darmstadt, 25. Mai. (Oeffl. Bl.) Die heutige „Hessische Zeitung" enthalt ein offenes Sendschreiben des Rabbiners Dr. Lcvi zu Gießen an die Familie des Freiherrn von Rothschild, worin er, mit Bezug auf die von Letzteren vorgenommene Zurückziehung der für den Bau einer neuen Synagoge zu Frankfurt ausgestellten Schenkungs-Urkunde im Betrag von 250,008 Fl., ihnen die Bitte stellt, sie möchten anderen geringeren Gemeinden das zuwendcn, was sie dem reichen Frankfurt zugedacht hätten und was dieses nicht bedürfe, und für Eine Synagoge in ihrer Vaterstadt deren Hundert in ihrer Umgebung bauen, wozu jene Summe vollkommen hinrciche. — Seit dem 20sten d. giebt es zu Heppenheim an der Bergstraße schon blühende Traubcnstöcke. Frankfurt am Main, 24. Mai. Heute, als am ersten der israelitischen Psingstfciertage, hatte die kirchliche Installation des neuernannten Rabbiners Dr. Stein statt. Dr. Stein entsprach den Erwartungen, die man von seiner Rednergabe und seinen Gesinnungen hatte. In beiden Beziehungen erkannte ihm das zahlreiche Auditorium, welches die Raume der Synagoge füllte (auch eine nicht geringe Zahl christlicher Besucher war anwesend), die Palme zu. Dr. Stein besitzt ein ausgezeichnetes, aller Modulationen fähiges Organ, eine bilderreiche Gedankenfülle, eine große Klarheit, einen kunstgerechten Styl. Was seine Grundsätze anlangt, so gehört er nach den in seiner Antrittsrede entwickelten Ansichten der schroffe Gegensätze vermittelnden, eine zeitgemäße Gestaltung des Kirchendienstes erstrebenden Seite an. Mit solchen Mitteln, mit solchen Gesinnungen ausgerüstet, wird Dr. Stein die nicht unschwierige Aufgabe, die seiner hier harret, gewiß würdig erfüllen. Seine Berufung war der Sieg eines Prinzips, des Prinzips der Läuterung und des Fortschritts. Es könnte nicht daran gezweifelt werden, daß seine Wirksamkeit im Amte das Vertrauen rechtfertigen wird, welches in ihn gesetzt worden. (D. A. Z.) Hüttenbach in Mittelfranken, 24. Mai. (Privatmitth.) Vor einigen Tagen wurde hier die Grundsteinlegung zu einer neuen Synagoge von unserem hochwürdigen Distriktsrabbiner Herrn Necharsulmer zu Schnaittach auf eine so würdig erhebende Weise vorgenommen, daß das Andenken dieser religiösen Feier noch lange sich bei allen Anwesenden erhalten wird. Festlich gekleidet zogen die sämmtlichen hiesigen israelitischen Gemeindegliedcr (65 Familien), der Rabbiner, die Aeltesten und Vorsteher an der Spitze, dann die gesammte Schuljugend, die Mädchen in die baierischen Nationalfarben gekleidet und mit Blumenkränzen geschmückt, mit ihren Lehrer Herrn Lam zum Bauplatze, woselbst sich bereits außer den Geladenen, der Gutsbesitzer Freiherr von Lochner, die geistlichen und weltlichen Beamten der benachbarten Ortschaften und der christlichen Gemeinde-Verwaltung, eine zahlreiche Menge verschiedner Konfession eingefunden und um die Tribüne Platz genommen hatten. Nachdem die Schuljugend einige entsprechende Psalmen rczitirt, hielt der Herr Rabbiner eine Rede über II. B. M. K. 25. B. 8. in welcher er Werth und Bedeutung des Gotteshauses in religiöser und moralischer Beziehung mit vieler Tiefe und Klarheit auseinandersetzte; legte dann mit inniger Warme und Beredsamkeit dar, wie Friede und Eintracht nach innen und außen der Grundstein sei, auf welchen das heilige Gebäude der Tugend, Religion und Gottesverchrung aufgeführt werden müsse, forderte die Anwesenden alle, je nach der Verschiedenheit ihrer gegenseitigen Stellung zur brüderlichen Liebe gegeneinander wie zur treuen Erfüllung ihrer Obliegenheiten gegen ihrer resp. Obrigkeit, zur Ausdauer im Guten und zu einen sittlich reinen Leben in Gott und der Furcht Gottes auf und schloß mit einen herzlichen Gebete für König und Vaterland, für die Gemeinde und alle die welche das fromme Werk unterstützen werden. Nachdem vom Rabbiner der Grundstein im Namen des Einigeinzigen eingesegnet, und die üblichen Hammerschläge von den anwesenden Honorationen vorgenommen worden, trug die Schuljugend noch einen feierlichen Choral die Verse 19—29 Ps. 118 vor und der Rabbiner crtheilte den Anwesenden den biblischen Segen nach IV. B. M. 6—24. Besonders bemerkt zu werden verdient, die ruhige theilnahmsvolle, wahrhaft andächtige Haltung aller Anwesenden ohne Unterschied des Standes und Glaubens, die bei dem größten Theil in Thränen aus-

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